European Economic
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Zugang zu Rohstoffen: eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg des grünen und digitalen Wandels
Auf einer hochrangigen Konferenz des EWSA am 31. Januar wurde eingehend über die zentrale Rolle von Rohstoffen diskutiert. Dabei standen vor allem zwei Aspekte im Mittelpunkt: Die Verfügbarkeit kritischer Rohstoffe als wesentliche Voraussetzung für die strategische Autonomie der EU beim grünen und digitalen Wandel sowie die Bedeutung des Kreislaufprinzips für die erforderliche Schaffung eines Marktes für Sekundärrohstoffe in Europa.
„Bei den meisten Rohstoffen ist Europa stark von Drittstaaten abhängig. Europa muss den Weg weisen und zeigen, dass eine ökologisch und menschlich nachhaltige Rohstoffbranche möglich ist“, erklärte EWSA-Präsidentin Christa Schweng, die auch die Notwendigkeit weltweiter strategischer Partnerschaften mit gleichgesinnten Ländern hervorhob.
Thierry Breton, EU-Kommissar für den Binnenmarkt, richtete sich in einer Videobotschaft an die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer und betonte: „Bis 2050 werden wir für Elektrofahrzeugbatterien 60-mal mehr Lithium benötigen. Die Kreislaufwirtschaft wird zweifellos die neue Rohstoffquelle der Zukunft sein. Mit diesem weiteren wichtigen Instrument werden wir für sichere und resiliente Versorgungsketten sorgen können. Der EWSA und die Europäische Kommission ziehen hier an einem Strang.“
Aus Sicht der französischen Staatssekretärin für Industrie Agnès Pannier-Runacher ist Europa auf kritische Rohstoffe angewiesen, um bei der Umstellung auf eine kreislauforientierte grüne und digitale Wirtschaft seine Autonomie zu wahren. Da die Energieautonomie zu den Prioritäten des französischen EU-Ratsvorsitzes gehört, „dürfen wir nicht zulassen, dass wir von unserer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen in eine neue Abhängigkeit von strategischen Metallen geraten“, erklärte sie.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Podiumsdiskussion waren einhellig der Meinung, dass die EU in diesem Bereich eine weltweite Führungsrolle übernehmen und dementsprechend ihre Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards stärker anheben muss als je zuvor.
„Der EWSA ist sich vollauf bewusst, dass dringender Handlungsbedarf besteht. Die von der Europäischen Kommission erwogenen Maßnahmen sind seiner Ansicht nach entscheidend, um die industrielle Basis der EU zu erhalten und zu stärken“, so der Vorsitzende der Beratenden Kommission für den industriellen Wandel des EWSA,Pietro Francesco De Lotto, der die Konferenz leitete.
Fazit: Die öffentlichen Einrichtungen müssen weiterhin gemeinsam handeln, und die Zivilgesellschaft muss ihr Engagement in diesem Bereich fortsetzen.
Die Konferenz fand im Rahmen der Tätigkeiten des EWSA zur Konferenz zur Zukunft Europas statt. (ks)