European Economic
and Social Committee
Wussten Sie schon …? Fakten und Zahlen zur psychischen Gesundheit
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Die Datenlage zur psychischen Gesundheit in der EU gibt wahrlich keinerlei Anlass, sich entspannt zurückzulehnen, sie sollte uns vielmehr aufrütteln. Der EWSA spricht sich sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene für stärkere Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit aus. Außerdem fordert er verbindliche Rechtsvorschriften zur Prävention psychosozialer Risiken am Arbeitsplatz. Mit dem Preis der Zivilgesellschaft zum Thema psychische Gesundheit würdigt der EWSA die anhaltenden Bemühungen der Zivilgesellschaft um die Verbesserung des Wohlbefindens der Menschen in Europa.
- Angesichts des europaweit verzeichneten sprunghaften Anstiegs psychischer Erkrankungen wie Angststörungen und Depressionen im Zuge der COVID-Pandemie hat der EWSA beschlossen, seinen prestigeträchtigen Preis der Zivilgesellschaft dem Thema der psychischen Gesundheit zu widmen. Nach Angaben der OECD hat sich die Zahl junger Menschen mit Angstsymptomen in mehreren europäischen Ländern mehr als verdoppelt. Auch Essstörungen treten seit der Pandemie insbesondere bei Jugendlichen früher auf. Schon vor COVID-19 waren mindestens 84 Millionen Menschen, d. h. ca. 17 % der Bevölkerung, in der EU von psychischen Problemen betroffen.
- Circa 4 % der Todesfälle in der EU sind jedes Jahr auf psychische Erkrankungen und Verhaltensstörungen zurückzuführen. Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen sind enorm: Die direkten und indirekten Kosten belaufen sich auf ungefähr 4 % des BIP. Mehr als ein Drittel dieser Kosten sind auf niedrigere Beschäftigungsquoten und eine geringere Arbeitsproduktivität zurückzuführen.
- 2020 gaben laut Eurostat 44,6 % der erwerbstätigen Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren in der EU an, bei der Arbeit mit Risikofaktoren für ihr psychisches Wohlbefinden konfrontiert zu sein. Als häufigsten Risikofaktor für das psychische Wohlbefinden am Arbeitsplatz nannten fast 20 % der Erwerbstätigen in der EU Arbeitsüberlastung oder Zeitdruck.
- Das psychische Wohlbefinden steht auf der politischen Agenda der EU ganz oben. Dementsprechend hat die Kommission im Juni 2023 eine umfassende Herangehensweise für den Bereich der psychischen Gesundheit angenommen. Dieser neue Ansatz, den die EU mit Mitteln in Höhe von 1,23 Mrd. Euro fördert, zielt darauf ab, die psychische Gesundheit in allen Politikbereichen der EU zu fördern, und beruht auf drei Leitprinzipien: i) angemessene und wirksame Prävention, ii) Zugang zu hochwertiger und bezahlbarer psychischer Gesundheitsversorgung und Behandlung und iii) Wiedereingliederung in die Gesellschaft nach der Genesung. Die psychische Gesundheit hat auch für den EWSA politische Priorität und ist ein zentraler Punkt seiner Arbeit.
- Nicht weniger als 105 Projekte aus der ganzen EU wurden für den Preis der Zivilgesellschaft vorgeschlagen. Das Themenspektrum ist weit gefächert: von Projekten zur Prävention psychosozialer Risiken am Arbeitsplatz oder zur Bewältigung von Problemen wie Drogenmissbrauch und Onlinesucht bis hin zur Bekämpfung der Stigmatisierung psychischer Probleme und zur Förderung der gemeindenahen Unterstützung. Der EWSA hofft, dass er durch die prominente Würdigung dieses wichtigen Engagements nichtstaatlicher Akteure andere inspirieren kann, diesem Beispiel zu folgen. (sg)