European Economic
and Social Committee
Giulia Barbucci, EWSA-Vizepräsidentin für Haushalt
Die Gesundheitskrise, vor der wir gegenwärtig stehen, ist beispiellos in der Geschichte Europas und des gesamten Planeten: In allen Teilen der Welt müssen die Menschen Einschränkungen hinnehmen, und wir werden einmal mehr mit der Vergänglichkeit des menschlichen Lebens konfrontiert. Die Menschheit wird von einem mikroskopisch kleinen Virus in Schach gehalten. Aber auch, wenn wir ihn jetzt noch nicht besiegen können, wird es uns letztendlich doch gelingen.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit müssen wir als Menschen und soziale Wesen handeln, ohne einander körperlich nah zu sein, ohne uns am gleichen Ort zu befinden, ohne unmittelbaren menschlichen Kontakt zu haben. Wir müssen lernen, „virtuell“ zu leben – etwas, das unsere Lebensweise als Menschen tiefgreifend verändern wird. Die Welt verändert sich und wir müssen uns mit ihr ändern: Wir müssen lernen, uns digitaler Mittel zu bedienen, um in Videokonferenzen zusammenzukommen. Wir müssen lernen, anders miteinander zu kommunizieren, ohne uns überhaupt zu sehen, oder wenn, dann nur unter Einhaltung von Abstandsregeln. Auch die Mobilität ändert sich, und wir probieren neue Arten der Fortbewegung aus, zum Beispiel mit Elektrorollern. Das sind nur einige Beispiele dafür, wie die Veränderung zu einem wesentlichen Bestandteil unseres Lebens geworden ist.
Unsere Generation hat jetzt die Aufgabe, sich diesen zahlreichen Herausforderungen zu stellen und Lösungen zu finden.
Schließlich sind wir Menschen anpassungsfähig. Wir wissen, dass es sich bei den aktuellen Ereignissen nur um ein Zwischenspiel in unserer langen Geschichte handelt und dass wir früher oder später zu unserer ursprünglichen Natur als soziale Wesen zurückfinden werden.
Dennoch war es bedrückend, die konstituierende Plenartagung des EWSA im neuen Mandatszeitraum online durchführen zu müssen. Das haben wahrscheinlich viele so empfunden. Es ist einfach nicht dasselbe, wenn keine Möglichkeit besteht, einander persönlich zu treffen und die neuen Mitglieder in der Pause bei einem Kaffee oder nach einem langen Arbeitstag bei einem Glas Wein besser kennenzulernen. Diese Momente und das soziale Miteinander sind in der Tat wichtig für unsere Arbeit. Wir brauchen den persönlichen Kontakt zu unseren Kolleginnen und Kollegen und müssen mit ihnen ins Gespräch kommen, damit wir durch Verhandlungen und Konsensfindung unsere Stellungnahmen abgeben können.
Wir sind uns dessen bewusst, dass wir darauf noch länger werden verzichten müssen, doch früher oder später werden wir wieder in vollem Umfang zu einem menschlichen Miteinander zurückfinden.