Im Zuge der COVID-19-Pandemie ist die Jugendarbeitslosigkeit in vielen Mitgliedstaaten sprunghaft angestiegen, wodurch sich auch die Zahl der jungen Menschen, die weder arbeiten noch eine Schule besuchen oder eine Ausbildung absolvieren (NEET), erhöht hat. In einer kürzlich verabschiedeten Initiativstellungnahme vertritt der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) die Auffassung, dass die nationalen Aufbaupläne eine einzigartige Chance darstellen, diesen Trend umzukehren und allen jungen Europäerinnen und Europäern die Möglichkeit einer guten Arbeit zu geben.

„Die nationalen Aufbaupläne sind eine einzigartige Chance, die wir nicht einfach so verstreichen lassen dürfen. Aber es muss für eine inklusive Governance und einen transparenten Dialog gesorgt werden“, sagte die Berichterstatterin für die Stellungnahme, Nicoletta Merlo.

Sie bedaure, dass es bei der Erarbeitung der nationalen Aufbaupläne „keine echte Konsultation der Sozialpartner, der Jugendorganisationen und der organisierten Zivilgesellschaft“ gegeben habe, so Merlo weiter. Diese müssten nun in die Umsetzung und Überwachung der Pläne einbezogen werden.

„So können wir den sozialen Dialog auf der nationalen Ebene garantieren. Dieser ist essentiell, um sicherzustellen, dass öffentliche Gelder sinnvoll für eine inklusive Erholung eingesetzt werden. Wir wollen, dass die Mitgliedstaaten gute Arbeitsplätze und inklusive Dienstleistungen für junge Menschen schaffen, insbesondere für jene mit Behinderungen und solche, die aus unterschiedlichen Gründen besonders schutzbedürftig sind.“

In den Plänen sollte besonderer Wert auf die Weiterqualifizierung von jungen Menschen mit Qualifizierungsbedarf gelegt werden, wobei unbefristete Verträge und gute Arbeitsbedingungen im Vordergrund stehen sollten. So kann das Risiko eingegrenzt werden, dass viele junge Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, wie dies derzeit der Fall ist, in prekärer Beschäftigung enden.

Den jüngsten Eurostat-Daten zufolge haben ca. 17 % der Unter-30-Jährigen, also jeder Sechste von ihnen, aufgrund der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie ihren Arbeitsplatz verloren. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der Zahl der NEET-Jugendlichen. Durch Schulabbrüche, fehlende Berufsberatung, einen Mangel an Arbeitsplätzen und Arbeitsplatzverluste hat sich die Lage hier weiter verschärft.

Ein Weg, um vorzeitige Schulabbrüche zu verhindern, ist die Förderung hochwertiger Praktika. Diese können jungen Menschen zudem bei einem reibungsloseren Einstieg in den Arbeitsmarkt helfen. Aus diesem Grund fordert der EWSA ein Verbot unbezahlter Praktika und eine angemessene Vergütung für alle Praktikantinnen und Praktikanten. (ll)