von der Gruppe Arbeitnehmer

Die Europäische Kommission arbeitet derzeit an einer Änderung der Bestimmungen für Mindestpausen und Ruhezeiten bei der Personenbeförderung im Gelegenheitsverkehr.

Wenn wir unser Reiseziel gesund und munter erreichen wollen, sollte die Person hinter dem Steuer selbstverständlich gut ausgeruht sein. Dies ist jedoch nicht immer der Fall. Der Begriff „Gelegenheitsverkehr“ sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich hierbei oftmals weder um saisonale noch gelegentliche, sondern vielmehr um kontinuierliche Arbeit handelt. Die vorgeschlagene Änderung würde es den Fahrerinnen und Fahrern im nicht grenzüberschreitenden Personenverkehr ermöglichen, an zwölf aufeinanderfolgenden Tagen ohne Ruhezeit zu arbeiten, wie dies derzeit im grenzüberschreitenden Verkehr der Fall ist – einer anderen Branche, die unter chronischem Personalmangel leidet.

Dieser flexible Ansatz für Ruhezeiten, mit dem angeblich der Fahrermangel behoben werden soll, gefährdet jedoch nicht nur die Straßenverkehrssicherheit: Angesichts der Tatsache, dass die meisten Fahrer in der Branche 50 Jahre und älter sind, stellt die höhere Belastung ein großes Risiko dar. Das Problem, das durch die Änderung gelöst werden soll, wird so eher noch größer. Eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen wird die Attraktivität dieser Arbeit sicherlich verringern, da die Fahrer oft noch weitere Aufgaben übernehmen müssen, etwa im Zusammenhang mit dem Umgang mit Reisegruppen.

Naheliegender ist, die Arbeitsbedingungen zu verbessern und diejenigen, die in der Branche arbeiten möchten, in Bezug auf Lizenzen und Genehmigungen zu unterstützen. Auch eine sichere und bessere Infrastruktur für die Ruhezeiten können den Beruf attraktiver machen.