von der Gruppe Arbeitnehmer

Aufgrund der Corona-Pandemie hat sich die drohende Krise zu einer tiefen Rezession mit dem stärksten in Friedenszeiten verzeichneten BIP-Rückgang seit einem Jahrhundert und einem Anstieg der Arbeitslosen und Kurzarbeiter um viele Millionen ausgewachsen. Obwohl unsere Sozialsysteme die Auswirkungen der Krise vielfach abfedern konnten, waren sie insgesamt genauso schlecht auf die Pandemie vorbereitet wie unsere Gesundheitssysteme, wurden sie doch durch die jahrelange Sparpolitik seit der Krise 2008 massiv ausgehöhlt.

Darüber hinaus werden Arbeitnehmer und ihre Arbeitsplätze nicht überall in gleicher Weise geschützt. Häufig sind es gerade jene, die in den prekärsten Arbeitsverhältnissen – auf Werkvertragsbasis oder in anderen „neuen Beschäftigungsformen“ – arbeiten, die nicht durch unsere althergebrachten Schutzsysteme abgedeckt sind.

Die Leistungen bei Arbeitslosigkeit unterscheiden sich jedoch nicht nur innerhalb, sondern auch zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten: Sowohl bei der Bezugsdauer und beim Anspruch auf Leistungen als auch beim Anteil, zu dem das zuvor bezogene Entgelt ersetzt wird, bestehen massive Unterschiede. In der von der Gruppe Arbeitnehmer in Auftrag gegebenen Studie wurde untersucht, wie die EU-Wirtschaft insgesamt sowie die einzelnen Volkswirtschaften der Mitgliedstaaten reagieren würden, wenn für die Systeme der Arbeitslosenunterstützung gemeinsame Mindeststandards in Bezug auf Anspruch, Bezugsdauer und Ersatzrate eingeführt würden. Mit Hilfe makroökonomischer Modellrechnungen wurde dieses Szenario unter den Bedingungen der Krise von 2008, über einen gesamten Haushaltszyklus hinweg sowie – ganz aktuell – vor dem Hintergrund der Corona-Rezession geprüft.

Dabei ergaben sich eindeutig positive Auswirkungen auf die Wirtschaft, die umso stärker ausfallen, wenn gleichzeitig weitere soziale Maßnahmen zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zur Verhinderung eines weiteren Wirtschaftsabschwungs ergriffen werden. Die gesamte Studie (nur auf EN) sowie weitere Informationen können Siehier abrufen.