European Economic
and Social Committee
Europäischer Forschungsraum: EWSA würdigt Neuauflage als echten Deal für Europas Forschung und Innovation (FuI)
Mit ihrem neuen Konzept zeigt die Europäische Kommission, dass sie entschlossen ist zu verhindern, dass Europa bei der Grundlagenforschung, der angewandten Forschung, den Patentanmeldungen sowie High-Tech-Produkten und -Dienstleistungen den Anschluss an die USA und Asien verliert, heißt es in einer auf der März-Plenartagung verabschiedeten Stellungnahme des EWSA.
Die wichtigste Stärke des vorgeschlagenen neuen europäischen Forschungsraums (EFR) ist sein Schwerpunkt auf einer raschen Umsetzung von FuI-Ergebnissen in nachhaltige Unternehmen und Arbeitsplätze, betont der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA).
„Es ist von außerordentlicher Bedeutung, dass der neue EFR nicht nur ein ‚Weiter so wie bisher‘ ist“, so der Berichterstatter der Stellungnahme, Paul Rübig. „Der neue Deal wird die Wirkung von Forschung und Innovation zu einem Zeitpunkt stärken, da Innovation nicht nur für die infolge von COVID angeschlagene europäische Wirtschaft, sondern auch für das Überleben unseres Planeten entscheidend sein wird.“
Die europäische Forschung hinkt bei der Umsetzung der FuE-Ergebnisse in innovative Produkte und Dienstleistungen gegenüber den USA und Asien hinterher. Europa liegt in Bezug auf Patente hinter Asien zurück (2019 kamen 65 % der weltweiten Patentanmeldungen aus Asien, nur 11,3 % aus Europa). Dies ist ganz besonders bei digitalen Dienstleistungen und technologiefördernden Innovationen der Fall, d. h. bei neuen Produkten, die in hohem Maße das Ergebnis von Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der neuen Technologien sind. Überhaupt haben asiatische Länder, insbesondere China und Korea, ihre Leistungen im FTI-Bereich in den letzten zwanzig Jahren erheblich gesteigert. Der neue EFR dürfte dafür sorgen, dass Europa mithilfe von Investitionen und größerer Mobilität aufholt.
Der EWSA begrüßt das Konzept der Kommission, nennt aber auch fünf Schlüsselsektoren, die in der Liste der strategischen Technologiebereiche nicht aufgeführt, für eine florierende EU-Wirtschaft jedoch unerlässlich sind:
- digitale Geschäftsmodelle,
- Technologien für die Herstellung von Waren und Lebensmitteln,
- klinische Forschung, Pharmaindustrie und Biotechnologiebranche,
- Weltraumtechnologie,
- sauberes Wasser und Sanitärversorgung.
Einer der wichtigsten Punkte, den der EWSA in seiner Stellungnahme hervorhebt, ist die Notwendigkeit, bei der Umsetzung von FuE-Ergebnissen in innovative Produkte und Dienstleistungen sowohl auf Exzellenz als auch auf Tempo zu setzen. In der Wirtschaft spielt das Tempo eine große Rolle, während in der Wissenschaft die Exzellenz an erster Stelle steht und mehr Zeit und Geld für FuI gefordert wird. Die FTI-Maßnahmen der Kommission sollten beidem gleichermaßen Rechnung tragen. (dm)