Industrieller Wandel erfordert Gleichgewicht zwischen Sozialem, Wirtschaft und Umwelt

von der Gruppe Arbeitnehmer

Der industrielle Wandel könnte zu besseren Arbeitsplätzen und Arbeitsbedingungen, nachhaltigem Wachstum und Inklusion führen. Er könnte aber auch massive Ungleichheit, Armut und Massenarbeitslosigkeit in bestimmten Bevölkerungsgruppen bedeuten und letztlich den sozialen Zusammenhalt zerstören. Dann wären die EU und sogar die Demokratie in Gefahr.

Nicht von ungefähr haben historische Veränderungen der materiellen Voraussetzungen von Produktion und Arbeitsbeziehungen die Gesellschaft immer wieder in ihren Grundfesten erschüttert.

Wie sich der Wandel gestaltet, hängt allerdings in hohem Maße von politischen Entscheidungen ab. Auf seiner letzten Plenartagung im Dezember 2020 verabschiedete der EWSA eine wegweisende Stellungnahme zum industriellen Wandel, die auf Ersuchen des Europäischen Parlaments erarbeitet worden war. Darin wird exemplarisch die Notwendigkeit von Fairness und Gerechtigkeit in der technischen und wirtschaftlichen Entwicklung von Industrie und Arbeitswelt dargelegt.

Bei der Überwindung des pandemiebedingten Konjunktureinbruchs und der Schaffung einer widerstandsfähigeren, modernen, grünen, digitalen und inklusiven Wirtschaft und Gesellschaft darf vor allem eine starke soziale Komponente nicht fehlen. Die europäische Säule sozialer Rechte muss im Mittelpunkt dieses Wandels stehen. Es bedarf einer klaren, breiten und starken Beteiligung der Sozialpartner und eines festen und klaren Regelungsrahmens.

In der Stellungnahme wird daher auf dieses so notwendige – aber häufig übersehene – ökologische, wirtschaftliche und soziale Gleichgewicht hingewiesen: Niemanden zurückzulassen ist weit mehr als nur ein gut gemeinter Grundsatz. Es ist geradezu unerlässlich, um die Welle des Populismus zu brechen, die sich im Kielwasser der Krise von 2008 und der daran anschließenden Sparpolitik ausgebreitet hat. (prp)