Im März 2020 stellte die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen die EU-Strategie für Afrika vor, mit der die Beziehungen zwischen der EU und den afrikanischen Ländern neu gestaltet werden. Im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Gipfeltreffens EU-Afrika ist der EWSA einen Schritt weiter gegangen, indem er eine nachhaltige Partnerschaft zwischen der EU und Afrika vorgeschlagen hat, die auf universellen Menschenrechten, demokratischen Strukturen, langfristigen Infrastrukturinvestitionen und der umfassenden Einbeziehung der organisierten Zivilgesellschaft beruht. Diese neue Beziehung zwischen der EU und Afrika darf nicht auf dem veralteten Ansatz von Industriepolitik und Wachstum aufbauen, das dem Planeten schadet und äußerst negative soziale Folgen hat. Der Fokus muss nach Meinung des EWSA auf einer gerechten Verteilung des Wohlstands und der Schaffung sozialstaatlicher Strukturen liegen.

Konkret weist der EWSA darauf hin, dass die EU-Entwicklungspartnerschaft die Schaffung lokaler öffentlicher Bildungssysteme auf allen Ebenen stärker unterstützen und hierfür das Programm Erasmus+ ausweiten muss. Letztendlich soll eine Talentflucht von Afrika in die EU vermieden und eine Kehrtwende bei der Migration erreicht werden.

Der scheidende Präsident des EWSA, Luca Jahier, weist darauf hin, dass Afrika zu den Hauptprioritäten seiner Amtszeit gehörte, und er betont, dass mit dem derzeitigen Projekt der Schaffung einer afrikanischen kontinentalen Freihandelszone Synergien mit dem EU-Binnenmarkt entstehen würden. Herr Jahier erwähnt die Migration und die notwendige Einbeziehung der afrikanischen Zivilgesellschaft in die bevorstehende Partnerschaft zwischen der EU und den AKP-Staaten und schließt mit den Worten, dass „Afrika trotz der COVID-19-Pandemie seine zentrale Stellung in der Agenda des EWSA nicht eingebüßt hat“. (dgf)