Die EU muss zur Stärkung des Euro ehrgeizige wirtschaftliche Ziele setzen. Dies ist angesichts des raschen Wandels in der Weltwirtschaft und des derzeitigen Stands der EU in puncto Innovation, Wettbewerbsfähigkeit und Förderung eines investitionsfreundlichen Regelungsumfeldes noch wichtiger geworden.

Der EWSA begrüßt in einer auf der Plenartagung im Juni 2021 verabschiedeten Stellungnahme die Mitteilung der Europäischen Kommission zum Thema Das europäische Wirtschafts- und Finanzsystem: Mehr Offenheit, Stärke und Resilienz. Da sich das globale wirtschaftliche Kräftegleichgewichts durch den postpandemischen Wandel derzeit erheblich verschiebt, sollte die EU rasch handeln und ihre wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit stärken. Insbesondere ist der EWSA auch der Auffassung, dass die internationale Rolle des Euro als zentrales Instrument zur Aufwertung der globalen Position Europas gestärkt werden muss.

Berichterstatter für die EWSA-Stellungnahme war Tomasz Wróblewski (Gruppe I, Arbeitgeber). Seiner Ansicht nach sollte die Kommission stärker bei den Gründen für die Abschwächung der internationalen Rolle des Euro ansetzen. „Das globale Gewicht des Euro nimmt ab, aber nicht so schnell wie das des Dollars“, so Wróblewski. „Dessen unbeschadet wird die Position des Euro durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt. An erster Stelle steht das Fehlen eines integrierten Binnenmarkts für Finanzdienstleistungen. Ohne Vollendung der Bankenunion und der Kapitalmarktunion werden wir kaum mit dem Dollar konkurrieren können.“

Der EWSA empfiehlt auch, der rasch wachsenden Wirtschaft Chinas mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Er fordert einen Aktionsplan, der dieser Tatsache Rechnung trägt. Der chinesische Renminbi spielt im internationalen Handel und beim Clearing eine immer wichtigere Rolle. China arbeitet auch intensiv an seiner digitalen Währung und baut hier seinen Vorsprung gegenüber den meisten Teilen der Welt aus. Die EU muss rasch handeln, und der EWSA unterstützt die Vorschläge zur Einführung eines digitalen Euro. „In diesem Bereich“, so Wróblewski abschließend, „könnte Europa angesichts unseres Engagements für den Schutz personenbezogener Daten und der Privatsphäre der Nutzer attraktivere Lösungen bieten.“ (na)