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European Economic and Social Committee A bridge between Europe and organised civil society

MAY 2022 | DE

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Grußwort
Christa SCHWENG

Grußwort

Einheit feiern und Solidarität zeigen

Die Feierlichkeiten anlässlich des Europatages am 9. Mai waren dieses Jahr anders als sonst. Die grundlosen und ungerechtfertigten russischen Aggressionen gegen die Ukraine haben uns brutal daran erinnert, warum die EU gegründet wurde und wie wichtig Frieden und Solidarität sind. Dieses Jahr feiern wir mehr denn je unsere Einheit und die Errungenschaften der EU. Wir sollten der Ukraine auch weiterhin solidarisch zur Seite stehen.

 

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Einheit feiern und Solidarität zeigen

Die Feierlichkeiten anlässlich des Europatages am 9. Mai waren dieses Jahr anders als sonst. Die grundlosen und ungerechtfertigten russischen Aggressionen gegen die Ukraine haben uns brutal daran erinnert, warum die EU gegründet wurde und wie wichtig Frieden und Solidarität sind. Dieses Jahr feiern wir mehr denn je unsere Einheit und die Errungenschaften der EU. Wir sollten der Ukraine auch weiterhin solidarisch zur Seite stehen.

Am 9. Mai fand auch die Abschlussveranstaltung der Konferenz zur Zukunft Europas statt. Der ursprüngliche Themenbereich wurde erweitert, um einer neuen Herausforderung zu begegnen: den sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine in einem bereits schwierigen Umfeld infolge der Pandemie.

Nach knapp einem Jahr stelle ich fest, dass das Experiment der Konferenz durchaus geglückt ist. Insgesamt war der Prozess transparent und das Ergebnis fiel recht positiv aus. Die Arbeit ist aber noch längst nicht getan. Nun gilt es, die Forderungen und Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger zu erfüllen.

In einem ersten Schritt sollte ein Anzeiger entwickelt werden, der den Bürgern Aufschluss über die Folgemaßnahmen zu den einzelnen Empfehlungen gibt. Dieses Instrument würde eine strukturierte und transparente Weiterverfolgung gewährleisten. Transparenz und eine gerechte Repräsentation sind nämlich die Schlüsselfaktoren einer partizipativen Demokratie.

Eine weitere mögliche Maßnahme wäre ein ständiger Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern auf der Grundlage der aus der Konferenz gezogenen Lehren. Der EWSA würde dabei die Rolle des institutionellen Mittlers spielen.  

Im Zusammenhang mit der Konferenz möchte ich erneut betonen, wie wichtig die Einbeziehung der organisierten Zivilgesellschaft in die Politikgestaltung ist. Der EWSA wird sich auch weiterhin in enger Zusammenarbeit mit allen EU-Institutionen für gemeinsame Ziele zur Stärkung unserer Gesellschaften einsetzen.

Wir werden dafür Sorge tragen, dass der Beitrag der organisierten Zivilgesellschaft in den Mittelpunkt einer besseren partizipativen Demokratie gestellt wird. Eine systematische Beteiligung aller muss das Fundament einer Europäischen Union bilden, in der sich alle wohl fühlen und entfalten können.

Christa Schweng,
Präsidentin des EWSA

Bitte vormerken

31. Mai/1. Juni 2022, Marrakesch

Europa-Mittelmeer-Gipfeltreffen der Wirtschafts- und Sozialräte und vergleichbarer Einrichtungen 2022

2. Juni 2022, Brüssel

Tag der Europäischen Bürgerinitiative 2022

8. Juni 2022, Brüssel

20 Jahre CCMI

15./16. Juni 2022, Brüssel

EWSA-Plenartagung

Zur Sache

In unserer Kolumne „Zur Sache“ stellen wir Ihnen Stellungnahmen und Initiativen des EWSA vor, die etwas bewirken können. In dieser Ausgabe erläutert Tatjana Babrauskienė, Mitglied des EWSA, die wesentlichen Punkte der neuen Stellungnahme Unterstützung des unabhängigen Mediensektors in Belarus. Sie weist auf die Gefahren für unabhängige Journalistinnen und Journalisten in Belarus und anderen autoritären Staaten hin, in denen demokratische Grundsätze verletzt werden, und fordert ihren Schutz. (ehp)

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In unserer Kolumne „Zur Sache“ stellen wir Ihnen Stellungnahmen und Initiativen des EWSA vor, die etwas bewirken können. In dieser Ausgabe erläutert EWSA-Mitglied Tatjana Babrauskienė die wesentlichen Punkte der neuen Stellungnahme Unterstützung des unabhängigen Mediensektors in Belarus. Sie weist auf die Gefahren für unabhängige Journalistinnen und Journalisten in Belarus und anderen autoritären Staaten hin, in denen demokratische Grundsätze verletzt werden, und fordert ihren Schutz. (ehp)

Tatjana Babrauskienė: EU sollte unabhängige Medien in Belarus unterstützen

Der EWSA ist der Auffassung, dass die Lage in Belarus auch die EU angeht und dass ihr gebührende Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Die EU und ihre Mitgliedstaaten könnten dazu beitragen, unabhängige Nachrichten aus Belarus in ganz Europa zu verbreiten, indem sie sie in anderen Sprachen zur Verfügung stellen.

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Der EWSA ist der Auffassung, dass die Lage in Belarus auch die EU angeht und dass ihr gebührende Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Die EU und ihre Mitgliedstaaten könnten dazu beitragen, unabhängige Nachrichten aus Belarus in ganz Europa zu verbreiten, indem sie sie in anderen Sprachen zur Verfügung stellen. 

Nach der Präsidentschaftswahl in Belarus im August 2020, die nach Auffassung der Opposition und der westlichen Demokratien manipuliert wurde, ist das autoritäre Regime von Alexander Lukaschenko brutal gegen die beispiellose Protestbewegung im Land vorgegangen und hat dazu die Zivilgesellschaft und die Medien massiv unter Druck gesetzt. Über 35 000 Menschen wurden festgenommen, Tausende wurden von Strafverfolgungsbehörden verprügelt und mehrere Demonstranten getötet. 

Während der gesamten Zeit berichteten Journalisten, Blogger und Autoren über die Proteste. Sie dokumentierten Polizeigewalt, lieferten korrekte Informationen, suchten nach funktionierenden Internetverbindungen, um Aufnahmen hochzuladen, und taten alles, um einer Verhaftung zu entgehen. Ihnen ist es zu verdanken, dass die ganze Welt von der beispiellosen Menschenrechtskrise in Belarus erfahren hat. Die nicht hoch genug einzuschätzende Arbeit der belarussischen Journalisten, die Mühen, die sie auf sich nehmen, damit wir die Wahrheit erfahren, wobei sie mitunter sogar ihr Leben und manchmal das ihrer Familien riskieren: All dies muss unbedingt anerkannt werden, und wir müssen allen mutigen und friedlichen Demonstranten Anerkennung zollen, die sehr kreative Wege gefunden haben, um ihren Widerstand zum Ausdruck zu bringen.

Der EWSA betont, dass die Lage in Belarus auch die EU angeht und dass ihr gebührende Aufmerksamkeit gewidmet werden sollte. Die EU und ihre Mitgliedstaaten könnten dazu beitragen, die Nachrichten aus Belarus einem breiteren Publikum zu vermitteln, indem sie Kontakte zu unabhängigen Nachrichtenagenturen aus Belarus knüpfen und dafür sorgen, dass deren Berichte auch in anderen Sprachen angeboten werden. 

In einem kürzlich vorgelegten Informationsbericht erläutert der EWSA wichtige Maßnahmen, die die EU-Mitgliedstaaten ergreifen könnten, um unabhängige Medien in Belarus und eventuell auch in anderen Ländern zu unterstützen. So könnten sie

  • weltweit ein Beispiel setzen und die Medienfreiheit in Krisen dadurch unterstützen, dass belarussischen Journalisten, die vor Repressionen fliehen, geholfen und Zuflucht geboten wird und dass sie von der Visumpflicht befreit werden,
  • einen europäischen Fonds sowie nationale Mittel in den EU-Ländern bereitstellen, um belarussische freie Medien und Journalisten zu unterstützen. Dieses Modell könnte möglicherweise auf andere Länder ausgeweitet werden, in denen eine Diktatur herrscht. In diesem Rahmen sollte auch eine Soforthilfe für unterdrückte und exilierte Journalisten vorgesehen werden, die rechtliche, finanzielle und psychologische Unterstützung benötigen,
  • eine Strategie entwickeln, um die Unterstützung so zu kanalisieren, dass die Journalisten dauerhaft weiterarbeiten können, 
  • prüfen, wie unabhängige belarussische Journalisten in die nationalen Medien der EU-Mitgliedstaaten eingebunden werden können, oder ihnen Arbeitsstipendien anbieten,
  • die Unterstützung verstärken und den Verwaltungsaufwand bei der Bereitstellung der finanziellen Hilfen der EU reduzieren sowie eine gewisse Flexibilität ermöglichen,
  • alternative Möglichkeiten der Internetversorgung aus der EU für den Fall ausloten, dass der staatliche Anbieter den Zugang sperrt, 
  • Innovationen beim Informationsaustausch unterstützen, 
  • keine Ausrüstung oder Software mehr liefern, die zur Zensur des Internets und von Websites in Belarus verwendet werden kann, und Sanktionen gegen das nationale Telekommunikationsunternehmen Beltelecom verhängen, das das Monopol auf die Durchleitung des internationalen Datenverkehrs hat und für Internetsperren im Land verantwortlich war,
  • der Internetüberwachung entgegenwirken, belarussischen Journalisten Instrumente zur Umgehung der Zensur an die Hand geben und ihre digitale Kompetenz verbessern. 

Der EWSA rät der EU, dringend alle belarussischen Richter, Staatsanwälte und Polizeikräfte, die an der Verfolgung von Journalisten und Aktivisten beteiligt sind, in die Sanktionsliste aufzunehmen.

Tatjana Babrauskienė, Mitglied des EWSA

Flucht aus der Ukraine

Dank der unermüdlichen und heroischen Arbeit von Journalisten, Fotografen und Kameraleuten, die dorthin gehen, wo wir nicht hinkönnen, werden wir alle zu Augenzeugen der tragischen Ereignisse in der Ukraine. Einer von ihnen, Sławek Kaminski, ein polnischer Fotograf, hat uns Bilder aus dem belarussisch-polnischen Grenzgebiet, der polnischen Stadt Rzeszów und von der Grenze zwischen Polen und der Ukraine in Medyka-Schehyni geschickt. Heute veröffentlichen wir ein drittes Foto aus dieser Serie. Herzlichen Dank an Herrn Kamiński dafür, dass er uns an dem im Bild festgehaltenen Moment teilnehmen lässt.

Foto: Sławek Kaminski/GW

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Dank der unermüdlichen und heroischen Arbeit von Journalisten, Fotografen und Kameraleuten, die dorthin gehen, wo wir nicht hinkönnen, werden wir alle zu Augenzeugen der tragischen Ereignisse in der Ukraine. Einer von ihnen, Sławek Kaminski, ein polnischer Fotograf, hat uns Bilder aus dem belarussisch-polnischen Grenzgebiet, der polnischen Stadt Rzeszów und von der Grenze zwischen Polen und der Ukraine in Medyka-Schehyni geschickt. Heute veröffentlichen wir ein drittes Foto aus dieser Serie. Herzlichen Dank an Herrn Kamiński dafür, dass er uns an dem im Bild festgehaltenen Moment teilnehmen lässt.

Foto: Sławek Kaminski/GW

Eine Frage an ...

Eine Frage an...

In unserer Rubrik „Eine Frage an...“ äußert sich Jacques Glorieux, eines der erfahrensten Mitglieder der Beratenden Kommission für den industriellen Wandel (CCMI), zu ihrem bevorstehenden 20-jährigen Bestehen.

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In unserer Rubrik „Eine Frage an...“ äußert sich Jacques Glorieux, eines der erfahrensten Mitglieder der Beratenden Kommission für den industriellen Wandel (CCMI), zu ihrem bevorstehenden 20-jährigen Bestehen.

Jacques Glorieux gehört dem Vorstand mehrerer Handelskammern in Belgien und Luxemburg an und ist Vizepräsident der belgischen Kammern. Von 1998 bis Juli 2002 vertrat er den belgischen Kohlesektor im Beratenden Ausschuss der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl. Im Jahr 2002 trat er dem EWSA in der neu gegründeten CCMI bei und gehört mittlerweile ihrem Lenkungsgremium, dem Vorstand, an. Er beteiligt sich aktiv all ihren Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Kohlesektor, z.B. an den Diskussionsforen zum Thema Kohle und der Initiative „Kohleregionen im Wandel“ im Rahmen der von der Europäischen Kommission eingerichteten Plattform für einen gerechten Übergang.

Nach 20 Jahren ist die CCMI wichtiger denn je

EESC info: Am 8. Juni feiert die CCMI ihr 20-jähriges Bestehen. Welche Rolle hat sie bisher gespielt? Wie hat sie zur EU-Agenda beigetragen, und wie hat sie den Interessen der europäischen Zivilgesellschaft gedient? Wird sie künftig noch eine wichtige Rolle in Europa spielen?

Jacques Glorieux, Mitglied der Beratenden Kommission für den industriellen Wandel (CCMI): Die Beratende Kommission für den industriellen Wandel wurde 2002 im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss als eigenständiges Arbeitsorgan eingerichtet. Sie ging hervor aus dem Beratenden Ausschuss der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), die 1952 durch den Vertrag von Paris für einen Zeitraum von fünfzig Jahren gegründet worden war. Somit ist die CCMI die älteste Einrichtung der EU zur Antizipierung und Unterstützung des industriellen Wandels.

 

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EESC info: Am 8. Juni feiert die CCMI ihr 20-jähriges Bestehen. Welche Rolle hat sie bisher gespielt? Wie hat sie zur EU-Agenda beigetragen, und wie hat sie den Interessen der europäischen Zivilgesellschaft gedient? Wird sie künftig noch eine wichtige Rolle in Europa spielen?

Jacques Glorieux, Mitglied der Beratenden Kommission für den industriellen Wandel (CCMI): Die Beratende Kommission für den industriellen Wandel wurde 2002 im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss als eigenständiges Arbeitsorgan eingerichtet. Sie sie ging hervor aus dem Beratenden Ausschuss der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), die 1952 durch den Vertrag von Paris für einen Zeitraum von fünfzig Jahren gegründet worden war. Somit ist die CCMI die älteste Einrichtung der EU zur Antizipierung und Unterstützung des industriellen Wandels.

Ich habe diesen Wandel persönlich miterlebt, da ich der Gruppe III – Kohle, Importeure und Verbraucher – des Beratenden Ausschusses der EGKS in Luxemburg von 1998 bis Juli 2002 als Vertreter Belgiens angehörte. Anschließend kam ich zum EWSA in der neu eingerichteten CCMI, deren Vorstand ich mittlerweile als Koordinator der Kategorie III – Delegierte angehöre.

Die CCMI hat in diesen zwanzig Jahren für die Zivilgesellschaft besonders relevante Fragen beleuchtet und diesbezügliche Empfehlungen ausgesprochen. So hat sie im Jahr 2013 die EU-Organe auf die geplante Obsoleszenz aufmerksam gemacht. Sie hat ein breites Spektrum an Stellungnahmen erarbeitet und dabei den branchenspezifischen Sachverstand nicht nur ihrer Mitglieder, sondern insbesondere ihrer Delegierten optimal eingebracht. Diese duale Zusammensetzung ist ein Alleinstellungsmerkmal und eine weitere Trumpfkarte der CCMI.

Die zentrale Aufgabe der CCMI erwächst aus ihrem historischen Auftrag, den industriellen Wandel in der Kohle- und Stahlindustrie und dabei insbesondere Standort- und Rückverlagerungen sowie Umstrukturierungen von Industriebranchen zu analysieren. Gleichwohl möchte ich mit Stolz betonen, dass die CCMI ihren Zuständigkeitsbereich erfolgreich auf alle industriellen Ökosysteme ausgeweitet hat – auch auf ressourcen- und energieintensive Industrien, kritische Rohstoffe, das Gesundheitswesen, die Automobilindustrie, den Schiffbau sowie die Luft- und Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie.

Ich blicke voller Zuversicht in die Zukunft der CCMI, da ihr Auftrag heute relevanter denn je ist. Die Industriepolitik – von Beginn an mit der EGKS im Mittelpunkt der europäischen Integration – steht nach wie vor ganz oben auf der europäischen Agenda. Dies gilt insbesondere für die Erholung von der COVID-19-Pandemie, die kritische Abhängigkeiten deutlich gemacht und den Binnenmarkt stark beeinträchtigt hat. Ebenso hat die jüngste Überfall auf die Ukraine Schwachstellen offengelegt, die zu Engpässen bei bestimmten kritischen Materialien und Komponenten in Europa und zu steigenden Energiepreisen geführt haben. In diesem instabilen Kontext ist ein erfolgreicher grüner und digitaler Wandel unserer Wirtschaft von entscheidender Bedeutung. Er ist auch dringend erforderlich, um die Resilienz und strategische Autonomie Europas zu stärken.

Diese Transformationen haben – bereits heute und in Zukunft – beispiellose Auswirkungen auf unseren Lebensalltag. Der EWSA und insbesondere die CCMI müssen eine Schlüsselrolle bei einem gerechten Übergang in eine Zukunft spielen, in der die Industrie mit der Ökologie vereinbar ist, die Wirtschaft floriert und die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer geschützt werden. Noch vor dem Sommer 2022 wird die CCMI Stellungnahmen zum Chip-Gesetz aus branchenspezifischer Sicht der Verteidigung sowie der Luft- und Raumfahrt, zu den kritischen Technologien im Verteidigungs- und Sicherheitsbereich – einem zentralen Thema für die offene strategische Autonomie – und zu Technologien für eine Dekarbonisierung verabschieden.

Am 8. Juni begehen wir den 20. Jahrestag des Bestehens der CCMI, aber wir werden uns dann auch mit der Zukunft und mit all den oben genannten Fragen befassen. Wir werden auch darüber beraten, wie der EWSA am besten zu der Antwort auf die Herausforderungen beitragen kann, die alle Industriebranchen in Europa meistern müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Konferenz bietet die Gelegenheit, der organisierten Zivilgesellschaft Gehör zu verschaffen – ein zentraler Akteur, der für einen gerechten und fairen Wandel sorgt, bei dem niemand zurückgelassen wird.  

Sie können der Veranstaltung über die entsprechende Website der CCMI folgen: https://www.eesc.europa.eu/de/agenda/our-events/events/ccmi-20th-anniversary

 

 

Unser Überraschungsgast

Unser Überraschungsgast

Jeden Monat stellen wir in dieser Rubrik eine Persönlichkeit vor, deren Arbeit und Engagement andere inspiriert. Diese Menschen sind ein Vorbild an Mut, Charakterstärke und Entschlossenheit. Ihre Zivilcourage verdient Respekt. In diesem Monat ist Nadija Afanasieva, Direktorin des ukrainischen Instituts für internationale Politik in Kiew, bei uns zu Gast. Sie koordiniert die Plattform der Zivilgesellschaft EU-Ukraine und die dazugehörige Arbeitsgruppe. Sie ist Expertin für grenzübergreifende Zusammenarbeit und makroregionale Strategien, EU-Fonds, intelligente Spezialisierung und Projektmanagement.

 

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Jeden Monat stellen wir in dieser Rubrik eine Persönlichkeit vor, deren Arbeit und Engagement andere inspiriert. Diese Menschen sind ein Vorbild an Mut, Charakterstärke und Entschlossenheit. Ihre Zivilcourage verdient Respekt. In diesem Monat ist Nadija Afanasieva, Direktorin des ukrainischen Instituts für internationale Politik in Kiew, bei uns zu Gast. Sie koordiniert die Plattform der Zivilgesellschaft EU-Ukraine und die dazugehörige Arbeitsgruppe. Sie ist Expertin für grenzübergreifende Zusammenarbeit und makroregionale Strategien, EU-Fonds, intelligente Spezialisierung und Projektmanagement.

 

Nadija Afanasjewa: Gemeinsam für eine starke und sichere Ukraine

Als wir mit Freunden und Familie Neujahr feierten, einander Glück wünschten und Pläne für 2022 schmiedeten, rechnete niemand auf der Welt damit, dass sich unser Leben nur ein paar Monate später so dramatisch verändern würde.

 

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Als wir mit Freunden und Familie Neujahr feierten, einander Glück wünschten und Pläne für 2022 schmiedeten, rechnete niemand auf der Welt damit, dass sich unser Leben nur ein paar Monate später so dramatisch verändern würde.

2014 blickte die Ukraine zum ersten Mal seit ihrer Unabhängigkeit in die Fratze des Krieges.

Während der „Revolution der Würde“ wurden mehr als 100 Menschen auf dem zentralen Kiewer Platz, dem Maidan (Platz der Unabhängigkeit), erschossen. Dann folgten die Invasion des Donbass und die Annexion der Krim. 2014 markierte einen entscheidenden Wandel in der ukrainischen Zivilgesellschaft: Freiwillige gingen an die Front, um Binnenvertriebenen und verletzten Soldaten zu helfen. Damals dachten wir, dies seien die dunkelsten Tage unserer Geschichte, doch wir irrten.

Seit 2014 ist es in unserer Gesellschaft praktisch keine Frage mehr, ob wir der EU beitreten sollten. Aus der letzten Meinungsumfrage vor der Invasion im Februar 2022 ging hervor, dass nicht weniger als 68 % der Ukrainerinnen und Ukrainer eine EU-Mitgliedschaft der Ukraine befürworteten; nach der Invasion waren 86 % dafür und Ende März 91 % – ein absoluter Rekord!

Diese überwältigende Zustimmung ist eine Reaktion auf die Hilfsbereitschaft der Zivilgesellschaft in der EU, die sich sofort mobilisierte und die EU-Regierungen zu raschen Entscheidungen drängte. Freiwillige Helferinnen und Helfer haben sich seit den ersten Stunden des Überfalls enorm engagiert. Ihre ungeheure Stärke besteht darin, dass sie schnelle Lösungen für jedes Problem finden können – von Munition und Drohnen bis hin zu Medikamenten und Kleidung für Flüchtlinge. Die Welle von Demonstrationen und die vielen gelb-blauen Flaggen, die überall in der EU wehten, waren unglaublich. Während wir in Schutzräumen ausharrten, gaben uns die Bilder der weltweiten Unterstützungsbekundungen für die Ukraine Kraft.

Die meisten unserer Partner meldeten sich, kurz nachdem sie von den massiven Luftangriffen überall in der Ukraine erfahren hatten, und fragten: „Wie können wir helfen?“. Wir haben viel Hilfe bekommen, doch wir brauchen noch mehr.

Die Streitkräfte brauchen innovative Lösungen und Technologien, um diesen Kampf zu gewinnen; Ärzte aller Fachrichtungen benötigen moderne medizinische Ausrüstung und Personal, um verletzten Soldaten und Zivilisten helfen zu können; Freiwillige brauchen noch mehr weltweite Kontakte usw.

Doch wir brauchen auch einen strategischen Zukunftsentwurf für den Wiederaufbau in der Ukraine, und hier spielen die gemeinsamen Anstrengungen der demokratischen Welt zum Aufbau eines starken und sicheren Staates und zur Entwicklung innovativer Lösungen in den Bereichen Bau, Infrastrukturorganisation, Unterstützung für Wirtschaft und Wissenschaft, Kapazitätsaufbau in Institutionen auf verschiedenen Ebenen etc. eine maßgebliche Rolle.

Sowohl die Ukraine als auch die EU haben klare Lehren aus diesem Krieg gezogen:

– Manche Situationen erfordern rasche Lösungen, insbesondere wenn es um gemeinsame Sicherheitsanliegen geht.
Der Krieg hat 2014 begonnen, und seit acht Jahren versuchen die Ukrainer, auf die Gefahren enger Beziehungen zu Russland und der Abhängigkeit von russischen Energiequellen sowie anderen Erzeugnissen aus einem Land aufmerksam zu machen, das seine Einnahmen in Terrorismus und Gewaltakte fließen lässt. Dennoch waren weder die Ukraine noch die EU auf einen derart brutalen Großangriff vorbereitet, sonst hätten beide mehr Entschlossenheit gezeigt. Hätte dieser Angriff stattgefunden, wenn 2014 so harte Sanktionen verhängt worden wären wie 2022?

– Der Krieg im Jahr 2022 ist auch ein Krieg der Innovation und der Technologie. Wenn wir die Energieeffizienz steigern, unsere Energiequellen diversifizieren, neue digitale Lösungen finden, Weltraumtechnologien entwickeln und die Bewirtschaftung unserer natürlichen Ressourcen optimieren usw., werden wir sicherlich unabhängiger sein und sicherer leben können als heute, wo alle Länder eine schwere Krise durchmachen.

Wenn wir einsehen, wie wichtig eine sofortige Reaktion von Politikern, Diplomaten, Streitkräften, Freiwilligen und der Zivilgesellschaft ist, sind wir auf dem richtigen Weg, den Kampf zu gewinnen. Der Unterstützungsbedarf ist nach wie vor enorm, doch unsere Motivation wird von Tag zu Tag stärker.

Wir Ukrainerinnen und Ukrainer haben bewiesen, dass unsere Grundwerte Menschenwürde und Freiheit, Demokratie und Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte sind. Bisher gibt es kein Schnellverfahren für den EU-Beitritt, aber die Lage der Ukraine ist außergewöhnlich, und so wäre es vielleicht an der Zeit, das Verfahren zu überdenken.

Die Ukrainer sind sich darüber vollkommen im klaren, dass eine Menge Arbeit auf sie zukommt, damit die Voraussetzungen für einen EU-Beitritt gegeben sind. Unsere Stärke liegt in unserer Motivation, einen freien Staat aufzubauen und Partnerschaften mit denen einzugehen, die uns in sehr schwierigen Zeiten beigestanden haben. Deshalb bleiben wir standhaft und vertrauen auf unsere Armee und unsere Vision von einem blühenden Land.

Nadija Afanasjewa, Direktorin des ukrainischen Instituts für internationale Politik in Kiew

 

EWSA

EWSA: Debatte über die Prioritäten des tschechischen EU-Ratsvorsitzes und den richtigen Energiemix für die Zukunft Europas

Mikuláš Bek, tschechischer Minister für europäische Angelegenheiten, stellte am 28. April 2022 in Prag in einer Rede vor EWSA-Mitgliedern die voraussichtlichen fünf politischen Prioritäten des bevorstehenden tschechischen EU-Ratsvorsitzes vor.

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Mikuláš Bek, tschechischer Minister für europäische Angelegenheiten, stellte am 28. April 2022 in Prag in einer Rede vor EWSA-Mitgliedern die voraussichtlichen fünf politischen Prioritäten des bevorstehenden tschechischen EU-Ratsvorsitzes vor.

Herr Bek erläuterte in einer Sitzung des EWSA-Präsidiums die voraussichtlichen politischen Prioritäten des tschechischen Ratsvorsitzes und betonte, dass der Schwerpunkt auf dem grünen und dem digitalen Wandel, in Anbetracht der jüngsten Ereignisse jedoch auch auf dem Thema Sicherheit liegen werde.

Unter dem Motto „Europa als Aufgabe“, das seinerzeit vom tschechischen Staatspräsidenten Václav Havel in Aachen geprägt wurde, wird sich der tschechische EU-Ratsvorsitz auf folgende Themen konzentrieren:

1) Bewältigung der Flüchtlingskrise und Wiederaufbau der Ukraine nach dem Krieg;
2) Energieversorgungssicherheit in Europa;
3) Stärkung der Verteidigungsfähigkeit und der Cybersicherheit der EU;
4) strategische Resilienz der europäischen Wirtschaft und
5) Resilienz demokratischer Institutionen.

Mit Blick auf die Entwicklung der Krise in der Ukraine sagte er: „Die Sicherstellung des Zugangs zu erschwinglichen und nachhaltigen, aber auch zuverlässigen Energiequellen wird eine der größten Herausforderungen sein, mit denen die EU je konfrontiert war.“

In der Debatte forderten die EWSA-Mitglieder den Minister nachdrücklich auf, die Unterstützung zivilgesellschaftlicher Organisationen durch die EU und die nationalen Regierungen zu verstärken, denn: In dieser humanitären Krise, die durch den russischen Einmarsch in die Ukraine ausgelöst wurde, stehen die Organisationen der Zivilgesellschaft an vorderster Front und benötigen dringend praktische Unterstützung.

Die europäische Solidarität war ein weiterer wichtiger Diskussionspunkt: Die Mitglieder betonten, dass die Energieimporte aus Russland nur dann gestoppt werden können, wenn alle EU-Mitgliedstaaten zusammenstehen und die verfügbaren Energieressourcen teilen.

In mehreren Wortmeldungen wurde davor gewarnt, während des tschechischen Ratsvorsitzes im zweiten Halbjahr 2022 soziale Aspekte zu vernachlässigen. Angesichts des Anstiegs der Energie- und Lebensmittelpreise nehme die Armut zu und bedrohe den sozialen Zusammenhalt.

In einem am Rande der Veranstaltung durchgeführten Seminar zum Thema Optimaler Energiemix für nachhaltige und erschwingliche Energie wies EWSA-Präsidentin Christa Schweng darauf hin, dass die Verringerung der Energieabhängigkeit der EU von Drittländern von wesentlicher Bedeutung sei. Der Weg in die Zukunft bestehe darin, die Energiequellen zu diversifizieren und die Investitionen in erneuerbare Energieträger zu erhöhen.

„Den Organisationen der Zivilgesellschaft“, so die Präsidentin, „kommt eine zentrale Rolle bei der Festlegung und Umsetzung der Energiepolitik zu.“ (mp)

Regeldickicht lichten: EU-Maßnahmen zur Plattformarbeit sollen faire Arbeitsbedingungen für alle garantieren

Der EWSA begrüßt den Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Richtlinie zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Plattformarbeit als dringend notwendige Initiative. Damit sollen klar und eindeutig definierte Kriterien für die Einstufung von Arbeitsverhältnissen und für den Einsatz von Algorithmen bei der Einstellung und Beschäftigung von Plattformarbeitern festgelegt werden.

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Der EWSA begrüßt den Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Richtlinie zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Plattformarbeit als dringend notwendige Initiative. Damit sollen klar und eindeutig definierte Kriterien für die Einstufung von Arbeitsverhältnissen und für den Einsatz von Algorithmen bei der Einstellung und Beschäftigung von Plattformarbeitern festgelegt werden.

Der EWSA hält eine Richtlinie als verbindliches Rechtsinstrument zur Regulierung der Plattformarbeit für gerechtfertigt. Denn die äußerst große Vielfalt der Arbeitsbedingungen und Rechtsvorschriften in den einzelnen Mitgliedstaaten führt häufig zu schlechter Behandlung von Plattformarbeitern und zur Aushebelung der nationalen und EU-Arbeitsschutzstandards. Die Stellungnahme wurde auf der EWSA-Plenartagung im März mit 149 gegen 80 Stimmen bei 17 Enthaltungen verabschiedet.

Berichterstatterin Cinzia del Rio betonte:Es gibt eindeutige Beispiele für Diskriminierung und Ungleichbehandlung von Plattformarbeitern in der EU. Die Situation in den verschiedenen Mitgliedstaaten ist äußerst unterschiedlich, und dieses Regelungsdickicht gilt es zu lichten. Mit der vorgeschlagenen Richtlinie soll ein flexibler Rechtsrahmen geschaffen werden, der dann auf nationaler Ebene angepasst werden kann, um den unterschiedlichen Arbeitsbedingungen Rechnung zu tragen.

Die mit Abstand wichtigste Frage ist dabei die rechtliche Einstufung des Arbeitsverhältnisses und dessen klare Unterscheidung von echter Selbstständigkeit. Dazu muss der rechtlich verantwortliche Arbeitgeber eindeutig ermittelt werden, um die ordnungsgemäße Zahlung von Steuern und Sozialabgaben sicherzustellen und Tarifverhandlungen zu ermöglichen. Der EWSA ist jedoch der Ansicht, dass der Kommissionsvorschlag sowohl in dieser Frage als auch zu einigen anderen Aspekten wie dem Recht der Arbeitnehmer und der Gewerkschaftsvertreter auf Unterrichtung und Anhörung zu allgemein und zu vage ist.

Die unklare Rechtslage kann in bestimmten Fällen das Aufkommen und die Verbreitung nicht angemeldeter Erwerbstätigkeit sowie von Formen von Ausbeutung und Konkurrenzkampf zwischen den Beschäftigten selbst begünstigen, die ggf. im Rahmen von illegaler „Untervergabe“ arbeiten, so der EWSA. 

Die Gruppe Arbeitgeber des EWSA legte eine Gegenstellungnahme vor, auf die mehr als 30 % der abgegebenen Stimmen entfielen und die der verabschiedeten Stellungnahme als Anhang beiliegt. Die Gruppe Arbeitgeber sprach sich darin gegen eine Richtlinie zur Regulierung der Plattformarbeit aus, da sie befürchtet, dass verbindliche Rechtsvorschriften zu Pauschallösungen führen. Diese könnten Innovation und Investitionen im Zusammenhang mit der Einrichtung und Entwicklung digitaler Plattformen in der EU behindern.

Die Gruppe Arbeitgeber lehnt es zudem ab, die Begriffe „Arbeitnehmer“ und „selbstständiger Plattformarbeiter“ im EU-Recht zu definieren, da eine solche Definition weder den unterschiedlichen Modellen in den einzelnen Mitgliedstaaten gerecht wird noch mit den dynamischen Entwicklungen auf den Arbeitsmärkten Schritt halten kann. (ll)
 

EWSA fordert konsequente und harte Sanktionen gegen Arbeitgeber, die illegal aufhältige Migranten beschäftigen

Der EWSA hat die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, ihre Anstrengungen zur Umsetzung einer EU-Richtlinie zu verstärken, die Sanktionen gegen Arbeitgeber von Drittstaatsangehörigen ohne rechtmäßigen Aufenthalt vorsieht. In seiner kürzlich verabschiedeten Stellungnahme warnt der EWSA vor einer mangelhaften rechtlichen und praktischen Umsetzung der Richtlinie auf nationaler Ebene.

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Der EWSA hat die EU-Mitgliedstaaten aufgefordert, ihre Anstrengungen zur Umsetzung einer EU-Richtlinie zu verstärken, die Sanktionen gegen Arbeitgeber von Drittstaatsangehörigen ohne rechtmäßigen Aufenthalt vorsieht. In seiner kürzlich verabschiedeten Stellungnahme warnt der EWSA vor einer mangelhaften rechtlichen und praktischen Umsetzung der Richtlinie auf nationaler Ebene.

Die Beschäftigung illegal aufhältiger Migranten führt nicht nur oft zur Ausbeutung ihrer Arbeitskraft, sondern begünstigt auch die Schleusertätigkeit. In der Folge kommen jedes Jahr Tausende auf gefährlichen Reisen nach Europa ums Leben. Nach Auffassung des EWSA muss diesen beiden kriminellen Praktiken auf Ebene der Mitgliedstaaten und der EU entschlossen begegnet werden.

In seiner Stellungnahme betont der EWSA, dass es zwischen den Mitgliedstaaten erhebliche Unterschiede bei den Sanktionen gibt, die im Übrigen oft nicht abschreckend genug sind, um von der Beschäftigung von Drittstaatsangehörigen ohne rechtmäßigen Aufenthalt abzuhalten. 

Ein weiterer Mangel besteht darin, dass es mit der Richtlinie nicht gelingt, Migranten zu einer offiziellen Beschwerde gegen ihre Arbeitgeber zu bewegen. Dies ist auf die häufig begründete und berechtigte Befürchtung der Migranten zurückzuführen, dass sie in ihre Herkunftsländer rückgeführt werden.„Der EWSA begrüßt nachdrücklich die Bereitschaft der Kommission, Vertragsverletzungsverfahren gegen Mitgliedstaaten einzuleiten, die es weiterhin versäumen, alle relevanten Informationen über die Umsetzung der in der Richtlinie festgelegten wesentlichen Verpflichtungen in Bezug auf Sanktionen, Inspektionen und den Schutz der Rechte von Migranten zu übermitteln“,so der Berichterstatter für die Stellungnahme, Carlos Manuel Trindade. 

In einer weitere Stellungnahme untersucht der EWSA den neuen EU-Aktionsplan gegen die Schleusung von Migranten (2021–2025). Darin begrüßt er den umfassenden einschlägigen Ansatz, der an die bisherigen Anstrengungen der EU zur Bekämpfung dieser gefährlichen kriminellen Praktiken anknüpft. Laut Europol nutzten über 90 % der Menschen, die illegal in die EU einreisten, für einen Teil der Strecke Schleusernetze.

Die Bekämpfung der Schleusertätigkeit, die Tausenden von Frauen, Männern und Kinder während der Migration das Leben kostet, spielt im neuen EU-Migrations- und Asylpaket eine vorrangige Rolle. Schleuser nutzen Menschen, die in die EU gelangen wollen, aus und missachten ihre Rechte. Damit geht zudem eine Bedrohung für die europäische Sicherheit einher.

„Die Bekämpfung der Schleuserkriminalität darf sich niemals gegen die Migranten selbst oder gegen die für sie bestimmte humanitäre Hilfe oder Unterstützung richten. Solidarität darf nicht kriminalisiert werden“,erklärt Berichterstatter José Antonio Moreno Díaz.„Wir verstehen, dass der Schutz der EU-Außengrenzen Priorität hat; dabei muss aber immer die Achtung der Menschenrechte gewährleistet sein.“

EU und Umwelt: Zeit für ein schärferes Strafrecht

Der EWSA schlägt in der auf seiner Plenartagung im März verabschiedeten Stellungnahme „Verbesserung des strafrechtlichen Schutzes der Umwelt“ strafrechtliche Sanktionen der EU für möglichst viele Umweltdelikte vor.

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Der EWSA schlägt in der auf seiner Plenartagung im März verabschiedeten Stellungnahme „Verbesserung des strafrechtlichen Schutzes der Umwelt“ strafrechtliche Sanktionen der EU für möglichst viele Umweltdelikte vor.

Darin wird die vorgeschlagene Richtlinie über den strafrechtlichen Schutz der Umwelt analysiert und es werden praktische Wege zu deren wirksamer, verhältnismäßiger und abschreckender Durchsetzung aufgezeigt.

Der EWSA begrüßt die Ausweitung der Liste von neun auf achtzehn Umweltstraftatbestände, wobei jedoch grundsätzlich möglichst viele Arten von Delikten gegen die Umwelt darin aufgenommen werden sollten. Er ist zudem der Ansicht, dass das mögliche Strafmaß deutlich erhöht werden sollte, damit die Sanktionen tatsächlich wirksam, verhältnismäßig und abschreckend sind.

Überdies schlägt er in der Stellungnahme vor, dass Umweltstraftaten auch in die Zuständigkeit der Europäischen Staatsanwaltschaft fallen, da sie oft Verbindungen zur organisierten Kriminalität aufweisen.

Der EWSA fordert außerdem die Aufnahme des Tatbestands des Ökozids in die Richtlinie, der definiert wird als rechtswidrige oder willkürliche Handlung in Kenntnis der Tatsache, dass dadurch mit hoher Wahrscheinlichkeit schwere Umweltschäden mit großer Verbreitung oder von langer Dauer verursacht werden. So sind nach Dafürhalten des EWSA bewaffnete Konflikte vom Wesen her nahezu immer Ökozide. 

Umweltkriminalität ist die viertprofitabelste Kategorie von Straftaten weltweit, und sie nimmt in der EU zu. Während die grenzübergreifenden Verurteilungen nicht wesentlich zugenommen haben, stieg dagegen die Zahl der in Europa begangenen Umweltstraftaten.
Der EWSA betont jedoch, dass eine Überarbeitung der Richtlinie nicht ausreicht. Bei der Bewertung der geltenden Richtlinie wurde als Schwachstelle die Umsetzung in den Mitgliedstaaten ausgemacht. Der EWSA betont daher, dass die Durchsetzungskette gestärkt werden muss, und empfiehlt den Mitgliedstaaten, auf Umweltkriminalität spezialisierte Polizeidienststellen, Staatsanwälte, Richter und Gerichte einzusetzen.

Die Richtlinie über den strafrechtlichen Schutz der Umwelt von 2008 ist das wichtigste derzeit geltende verbindliche Rechtsinstrument der EU zur Bekämpfung von Umweltkriminalität. Eine in den Jahren 2019 und 2020 durchgeführte Bewertung ergab, dass die Richtlinie in der Praxis keine große Wirkung zeigt. Die Zahl der erfolgreich ermittelten Fälle von Umweltkriminalität, die mit einer Verurteilung endeten, blieb in den letzten zehn Jahren auf einem niedrigen Niveau, die verhängten Sanktionen waren nicht ausreichend abschreckend und es gab keine systematische grenzüberschreitende Zusammenarbeit. Nach dieser Bewertung beschloss die Kommission, das Rechtsinstrument durch eine neue EU-Richtlinie zu ersetzen. (mr)
 

Antisemitismus – Bewährungsprobe für die europäische Idee

Die Europäische Union ist verpflichtet, unsere Grundwerte und damit auch die Rechte der Angehörigen von Minderheiten zu verteidigen. Aus diesem Grund unterstützte der EWSA auf seiner Plenartagung im März nachdrücklich die Strategie der Europäischen Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung des jüdischen Lebens.

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Die Europäische Union ist verpflichtet, unsere Grundwerte und damit auch die Rechte der Angehörigen von Minderheiten zu verteidigen. Aus diesem Grund unterstützte der EWSA auf seiner Plenartagung im März nachdrücklich die Strategie der Europäischen Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung des jüdischen Lebens.

„Der EWSA ist fest davon überzeugt, dass Antisemitismus die europäische Idee, Rechtsstaatlichkeit, Grundrechte und Demokratie auf die Probe stellt“, so Berichterstatter Ákos Topolánszky.

Der Ausschuss begrüßt die Strategie, die nicht nur Antisemitismus bekämpfen, sondern auch jüdisches Leben fördern soll. Dabei geht es um eine öffentliche Politik und gemeinschaftliche Zusammenarbeit zugunsten gegenseitiger Akzeptanz.

Nach Ansicht des EWSA ist es unerlässlich, die Wurzeln und Ursachen aller Arten von Gewalt gegen jüdische Menschen und Gemeinschaften zu verstehen, um wirksam dagegen vorgehen zu können – nicht nur im Rahmen des Strafrechts, sondern auch mittels wirksamerer Maßnahmen auf Ebene der Gemeinschaft und der Gesellschaft. 

Darüber hinaus muss die jüdische Kultur als integraler Bestandteil der europäischen Identität den Bürgerinnen und Bürgern sowie der breiten Öffentlichkeit nähergebracht werden. Der Ausschuss ruft die EU-Organe, die Mitgliedstaaten und die Sozialpartner auf, den jüdischen Beitrag zur EU als wesentliches und unveräußerliches Element einer gemeinsamen Kultur angemessen darzustellen und zu würdigen.

Nach Auffassung des Ausschusses müssen alle Instrumente des Verfassungs- und des EU-Rechts systematisch eingesetzt werden, um gegen antisemitische Inhalte in den Medien vorzugehen. Zugleich gilt es, Kenntnis und Verständnis des jüdischen Lebens durch eine ausgewogenere und sensiblere Berichterstattung zu verbessern. 

In den meisten Fällen sind jüdische Gemeinschaften und ihre Mitglieder in traditionellen und sozialen Medien in sehr begrenztem Maße vertreten. Dabei liegt der Schwerpunkt in erster Linie auf den Auswirkungen von antisemitischer Gewalt und antisemitischem Terrorismus. Darüber hinaus ist jedoch auch eine Darstellung positiver Inhalte erforderlich, um die Bedeutung des sozialen Zusammenlebens anzuerkennen. 

Schließlich fordert der EWSA die Europäische Kommission auf, der Bekämpfung von Antisemitismus und dem strategischen Programm zur Förderung des jüdischen Lebens in sämtlichen Aspekten der Zusammenarbeit mit Drittländern und internationalen Organisationen eine starke externe Dimension zu verleihen. Der Ausschuss verweist auf die Instrumente unserer Nachbarschaftspolitik und der Entwicklungszusammenarbeit sowie auf die Instrumente zur Heranführung der EU-Kandidatenländer an die EU als geeignete Mechanismen zur Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung des jüdischen Lebens. (gb)

EWSA weist auf Lücken in den Kommissionsvorschlägen zur Bekämpfung von Briefkastenfirmen hin

Der EWSA unterstützt die von der Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen zur Bekämpfung des Missbrauchs von Briefkastenfirmen und zur Einführung einer effektiven Mindestbesteuerung von Unternehmen. Allerdings spricht er sich für eine Verschärfung dieser Maßnahmen aus. In zwei auf seiner Plenartagung im März verabschiedeten Stellungnahmen weist der EWSA auf mögliche Mängel hin und schlägt wichtige Ergänzungen vor. 

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Der EWSA unterstützt die von der Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen zur Bekämpfung des Missbrauchs von Briefkastenfirmen und zur Einführung einer effektiven Mindestbesteuerung von Unternehmen. Allerdings spricht er sich für eine Verschärfung dieser Maßnahmen aus. In zwei auf seiner Plenartagung im März verabschiedeten Stellungnahmen weist der EWSA auf mögliche Mängel hin und schlägt wichtige Ergänzungen vor. 

Die Sicherstellung einer wirksamen und gerechten Besteuerung im gesamten Binnenmarkt ist von entscheidender Bedeutung für eine robuste konjunkturelle Erholung nach der COVID-19-Pandemie und für die Finanzierung des digitalen und grünen Wandels. In den beiden Stellungnahmen begrüßt der EWSA die Vorschläge der Kommission zur Bekämpfung des Einsatzes von Briefkastenfirmen zur Steuerhinterziehung sowie zur Einführung einer effektiven Mindestbesteuerung von Unternehmen. Gleichzeitig weist er auf mögliche Lücken hin und schlägt wichtige zusätzliche Maßnahmen vor. 

Benjamin Rizzo, Berichterstatter für die Stellungnahme zur Bekämpfung der Nutzung von Briefkastenfirmen, zufolge „müssen Briefkastenfirmen, die in den Mitgliedstaaten gegründet wurden, mit dem Kommissionsvorschlag in Einklang gebracht werden. Außerdem ist die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten wichtiger denn je, um eine Aushöhlung der Fiskalkapazität der EU zu vermeiden.“ 

Mitberichterstatter Javier Doz Orrit fügte hinzu: „Wenn die Richtlinie gegen Briefkastenfirmen das Legislativpaket der Kommission zur Bekämpfung der Geldwäsche ergänzen soll, so müsste sie durch eine Regelung gegen professionelle Enabler, die Briefkastenfirmen betreiben, vervollständigt werden.“ 

Krister Andersson, Berichterstatter für die Stellungnahme zur effektiven Mindestbesteuerung von Unternehmen, meinte: „Die OECD wird in nächster Zeit voraussichtlich wichtige Regeln für Safe-Harbour-Bereiche, vereinfachte Verwaltungserklärungen und andere wichtige Punkte vorlegen. Auch diese Vorschriften sollten in die Richtlinie aufgenommen werden. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass die Rechtsvorschriften in der EU einheitlich umgesetzt und weltweit identisch und zeitgleich angewandt werden.“ 

Mitberichterstatter Petru Sorin Dandea ergänzte: „Der EWSA hätte sich eine Folgenabschätzung für diejenigen Teile der Richtlinie gewünscht, mit denen sie mit dem EU-Recht in Einklang gebracht wird. Wir fordern, dass eine solche Analyse durchgeführt und öffentlich zugänglich gemacht wird.“ (tk)
 

EWSA möchte aktiv am Neuen Europäischen Bauhaus beteiligt werden

Das Neue Europäische Bauhaus stellt eine kulturelle und kreative Dimension in den Mittelpunkt des europäischen Grünen Deals und der Renovierungswelle und liefert damit Impulse für den ökologischen Wandel. Mit diesen Worten fasste EWSA-Präsidentin Christa Schweng den Standpunkt des EWSA zu dieser neuen Kommissionsinitiative zusammen, die auf der EWSA-Plenartagung am 23. März 2022 mit der für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend zuständigen Kommissarin Mariya Gabriel erörtert wurde.

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Das Neue Europäische Bauhaus stellt eine kulturelle und kreative Dimension in den Mittelpunkt des europäischen Grünen Deals und der Renovierungswelle und liefert damit Impulse für den ökologischen Wandel. Mit diesen Worten fasste EWSA-Präsidentin Christa Schweng den Standpunkt des EWSA zu dieser neuen Kommissionsinitiative zusammen, die auf der EWSA-Plenartagung am 23. März 2022 mit der für Innovation, Forschung, Kultur, Bildung und Jugend zuständigen Kommissarin Mariya Gabriel erörtert wurde.

„Wir stehen voll und ganz hinter dem Ziel, allen Bürgern an ihrem Wohnort und am Arbeitsplatz sowie in öffentlichen Gebäuden und Wohngebäuden ganz praktisch Zugang zu kreislauffähigen und weniger CO2-intensiven Gütern zu verschaffen“, erklärte Christa Schweng. Es gelte, die Organisationen der Zivilgesellschaft einzubeziehen und in die Zukunft zu schauen. „Der EWSA ist bereit, sich aktiv an dem partizipatorischen Ansatz des Neuen Bauhauses zu beteiligen, um in einem fruchtbaren Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern und der Zivilgesellschaft Lösungen zur Verbesserung des täglichen Lebens zu finden.“

Unter Verweis auf die gravierenden Auswirkungen der Pandemie und des Kriegs in der Ukraine betonte Mariya Gabriel die Bedeutung solcher Projekte gerade in diesen Zeiten: „Ich halte es für wichtiger als je zuvor, mit Hoffnung in die Zukunft zu blicken und weiter dafür zu arbeiten. Genau dafür steht das Neue Europäische Bauhaus. Für seinen Erfolg ist der EWSA als Partner unabdingbar. Gemeinsam werden wir dafür sorgen, dass dieses Projekt so nahe wie möglich bei den Menschen vor Ort, den europäischen Bürgerinnen und Bürgern und ihrem Lebensumfeld in die Praxis umgesetzt wird.“

Kommissarin Gabriel betrachtet den partizipativen Ansatz als entscheidend dafür, „den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern zu pflegen“. „Ebendiese Idee der gemeinsamen Gestaltung und Zusammenarbeit steht hinter unserer Initiative“. Sie begrüßte die Vorschläge des EWSA, wie z. B. die Anregung, eine Plattform der Zivilgesellschaft für die Unterstützung auf lokaler Ebene einzurichten, und die geplante Konferenz im Rahmen des vom 9. bis 12. Juni 2022 stattfindenden jährlichen Festivals des Neuen Europäischen Bauhauses. Ein weiterer wichtiger Schritt ist der Start des Labors des Neuen Europäischen Bauhauses im April 2022. Diese Reflexions- und Aktionsgruppe ist für die gemeinsame Konzipierung sowie die Entwicklung und das Testen von Prototypen zuständig.

 

Energieeffiziente Gebäude als Beitrag zur Bekämpfung von Energiearmut

Auf seiner Plenartagung im März verabschiedete der EWSA eine Stellungnahme zur Neufassung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, in der er begrüßte, dass die in früheren EWSA-Stellungnahmen aufgezeigten Aspekte in dem neuen Kommissionsvorschlag berücksichtigt werden.

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Auf seiner Plenartagung im März verabschiedete der EWSA eine Stellungnahme zur Neufassung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, in der er begrüßte, dass die in früheren EWSA-Stellungnahmen aufgezeigten Aspekte in dem neuen Kommissionsvorschlag berücksichtigt werden.

Anlässlich der Verabschiedung der Stellungnahme erklärte Berichterstatter Mordechaj Martin Salamon: „Der EWSA unterstützt das EU-Konzept voll und ganz, da damit insbesondere die Renovierung der Gebäude mit der schlechtesten Gesamtenergieeffizienz sowie die Umstellung der EU auf eine CO2-arme Wärme- und Kälteversorgung gefördert werden: Mit Maßnahmen auf EU-Ebene lässt sich die erforderliche Umstellung wirksamer vorantreiben.“

Die überarbeitete Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden soll dazu beitragen, eine energieeffiziente, hochwertige und nicht auf fossile Brennstoffe angewiesene bauliche Umwelt zu schaffen und Instrumente zur wirksamen Bekämpfung von Energiearmut und zur Schließung der strukturellen langfristigen Investitionslücke im Gebäudebereich bereitzustellen.

Die jüngsten drastischen Energiepreissteigerungen und die Aussicht, dass die Preise zumindest mittelfristig auf hohem Niveau bleiben werden, haben deutlich gemacht, dass eine Strategie zur Eindämmung und Beseitigung von Energiearmut wichtiger ist denn je. 

Im Jahr 2018 waren EU-weit 6,8 % der Bevölkerung (etwa 30,3 Mio. Menschen) nicht in der Lage, die Rechnungen ihrer Versorgungsunternehmen pünktlich zu bezahlen, sodass sie von Versorgungsunterbrechungen bedroht waren; die jüngsten Entwicklungen haben dieses Problem noch weiter verschärft. 

Um angemessenen, erschwinglichen und gesunden Wohnraum für alle zu gewährleisten, sollte die EU langfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden ergreifen, die auch die sichere Entfernung von Asbest umfassen müssen. Dies ist umso dringlicher, als sich infolge steigender Preise für die Zertifikate des Emissionshandelssystems der EU (EU-EHS) die Wärme- und Kälteerzeugung auf der Grundlage fossiler Brennstoffe verteuern wird. (mp)

Energiewende: Vertrauen und faire Verfahren erhöhen die soziale Akzeptanz

Mit fairen Verfahren und im Dialog mit den lokalen Gemeinschaften können die Europäerinnen und Europäer für die Vorteile der Energiewende sensibilisiert werden. Dies könnte sie auch motivieren, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen, so der EWSA in einer auf der Plenartagung im März verabschiedeten Stellungnahme.

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Mit fairen Verfahren und im Dialog mit den lokalen Gemeinschaften können die Europäerinnen und Europäer für die Vorteile der Energiewende sensibilisiert werden. Dies könnte sie auch motivieren, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen, so der EWSA in einer auf der Plenartagung im März verabschiedeten Stellungnahme.

In dieser Stellungnahmen mit dem Titel „Bedingungen für die soziale Akzeptanz der Energiewende und des Übergangs zu einer Niedrigemissionswirtschaft“ hebt der EWSA hervor, dass es für die soziale Akzeptanz überaus wichtig ist, Vertrauen zwischen allen Interessenträgern aufzubauen. 

„Alle Maßnahmen in Bezug auf die Energiewende erfordern eine offene Kommunikation und die frühestmögliche und umfassende Einbeziehung in die Entwicklungsphase der Projekte, und dies auf allen geeigneten Ebenen – von der lokalen bis zur EU-Ebene“, so Berichterstatter Arnaud Schwartz.

Mitberichterstatter Jean Coulon fügte hinzu: „Die Unterstützung durch die Zivilgesellschaft ist äußerst wichtig, um die Eigenverantwortung der jeweiligen Gemeinschaft sicherzustellen, da lokale Organisationen leichter zur öffentlichen Debatte beitragen und wissenschaftliche Daten nutzen können, um gegen falsche Auffassungen vorzugehen, die hier und da vorherrschen.“

Die Europäische Union braucht die Energiewende, weil sie sauberer und sowohl individuell als auch kollektiv gesehen gerechter ist. Langfristig wird sie für die Bürgerinnen und Bürger auch billiger sein. Die Energiewende setzt jedoch individuelle und kollektive Veränderungen voraus. Auch kann es im Zuge der Dekarbonisierung kurzfristig zu einer Kostensteigerung für die Erzeuger und zu höheren Verbraucherpreisen kommen.

Deshalb kommt es darauf an, dass die Bevölkerung und alle Interessenträger auf die Stärkung des gegenseitigen Vertrauens setzen und den Wandel und dessen technische Veränderungen von der Planung bis hin zur Umsetzung akzeptieren. Hierfür muss der Prozess unabhängig, transparent und inklusiv sein, die bereitgestellten Informationen sollten von hoher Qualität und leicht zugänglich, und die Entscheidungsträger rechenschaftspflichtig sein. (mp)

Neue TEN-V-Verordnung für Nachhaltigkeit und intelligente Mobilität in Europa ausschlaggebend

Die vorgeschlagene Aktualisierung der Verordnung über die transeuropäischen Verkehrsnetze ist notwendig und zu begrüßen, wenn die EU auch im Schienenverkehr wirklich zur Nachhaltigkeit und zur intelligenten Mobilität beitragen will. Das ist die zentrale Aussage der Stellungnahme zur Überarbeitung der TEN-V-Verordnung und der Verordnung über Schienengüterverkehrskorridore, die auf der Plenartagung im März verabschiedet wurde.

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Die vorgeschlagene Aktualisierung der Verordnung über die transeuropäischen Verkehrsnetze ist notwendig und zu begrüßen, wenn die EU auch im Schienenverkehr wirklich zur Nachhaltigkeit und zur intelligenten Mobilität beitragen will. Das ist die zentrale Aussage der Stellungnahme zur Überarbeitung der TEN-V-Verordnung und der Verordnung über Schienengüterverkehrskorridore, die auf der Plenartagung im März verabschiedet wurde.

Mit der neuen Verordnung wird der bestehende Regelungsrahmen aus dem Jahr 2013 aktualisiert. Dadurch soll die grundlegende Infrastruktur geschaffen werden, die für die erfolgreiche Umsetzung der Ziele des Grünen Deals, der Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität und des Aktionsplans für den Schienenverkehr erforderlich ist. 

Bei der Verabschiedung der Stellungnahme führte Stefan Back aus:Es war höchste Zeit für eine neue Verordnung, die dem aktuellen politischen Kontext und den Erfahrungen der letzten Jahre Rechnung trägt. Dass nun striktere Vorschriften für die Umsetzung des TEN-V-Netzes erlassen werden sollen, ist eine gute Nachricht. Denn bei der unbefriedigenden Umsetzung der derzeitigen Verordnung gab es erhebliche Verzögerungen.

Der EWSA begrüßt vor allem die Absicht der Europäischen Kommission, dem Zusammenhalt in ihrem Vorschlag große Bedeutung beizumessen. Das heißt, dass die Zugänglichkeit und Anbindung aller Regionen der EU sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr beim Aufbau des Netzes zu gewährleisten ist. Darüber hinaus soll die neue Verordnung auch für eine effiziente Koordinierung und Vernetzung zwischen dem Fern-, Regional- und Nahverkehr einerseits und dem Verkehr in städtischen Knoten andererseits sorgen.

Aus technischer Sicht spricht sich der EWSA dafür aus, die Anforderungen an die Infrastruktur des Kern- und des Gesamtnetzes zunehmend einander anzugleichen und dafür Etappenziele festzulegen: 2030 für die Verwirklichung des Kernnetzes, 2040 für das so genannte erweiterte Kernnetz und 2050 für das Gesamtnetz. In Bezug auf das zeitliche Ziel 2030 hegt der EWSA weiterhin die in seinem Bewertungsbericht von 2020 geäußerten Zweifel an der Machbarkeit. Gleichwohl sollte die Frist beibehalten werden, um Druck auf die Mitgliedstaaten auszuüben. (mp)

EWSA schlägt EU-Agentur zur besseren Koordinierung des Katastrophenschutzes und der humanitäre Hilfe der EU vor

In einer kürzlich verabschiedeten Initiativstellungnahme hat der EWSA die Einrichtung einer europäischen Agentur vorgeschlagen, um Mängel beim EU-Katastrophenschutzverfahren zu beseitigen. Dieses scheint nicht mehr in der Lage zu sein, auf klimawandelbedingte bzw. multiple Katastrophen wie den derzeitigen Ukraine-Krieg zu reagieren. 

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In einer kürzlich verabschiedeten Initiativstellungnahme hat der EWSA die Einrichtung einer europäischen Agentur vorgeschlagen, um Mängel beim EU-Katastrophenschutzverfahren zu beseitigen. Dieses scheint nicht mehr in der Lage zu sein, auf klimawandelbedingte bzw. multiple Katastrophen wie den derzeitigen Ukraine-Krieg zu reagieren. 

Die vom EWSA vorgeschlagene Agentur würde Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe enger verzahnen und den Weg für stärkeres außenpolitisches Handeln ebnen.

Trotz der Stärkung und rechtlichen Anpassung des Katastrophenschutzverfahrens der Union (UCPM) im Mai 2021 hat der Krieg in der Ukraine vor Augen geführt, dass der Mechanismus dringend verbessert und dass Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe kohärenter miteinander verknüpft werden müssen.

Christophe Quarez, Berichterstatter für die Stellungnahme „Stärkung des Katastrophenschutzverfahrens der Union“, stellte fest: „Angesichts all dieser neuen Herausforderungen, insbesondere dem Krieg in der Ukraine, denken wir, dass das UCPM über zu wenige bzw. nicht ausreichend wirksame Instrumente verfügt.“ Die vorgeschlagene Einrichtung der europäischen Agentur für Katastrophenschutz und humanitäre Hilfe dient dazu, die ukrainische Bevölkerung zu unterstützen und weitere Probleme im Zusammenhang mit Katastrophen und humanitären Krisen besser bekämpfen zu können.

Mitberichterstatterin Violeta Jelić fügte hinzu: „Der Katastrophenschutz muss besser organisiert und von allen teilnehmenden Staaten als reiner Akt der Solidarität und des Zusammenhörigkeitsgefühls anerkannt und geschätzt werden.“

Der EWSA ist zudem der Auffassung, dass die diplomatische Dimension des EU-Katastrophenschutzes nicht ausreichend entwickelt ist. Angesichts der Tatsache, dass die Europäische Union bei der Entsendung humanitärer Hilfe in Nachbarländer eine Vorreiterrolle einnimmt, kann das Katastrophenschutzverfahren zu einem wirkungsvollen Instrument der EU-Außenpolitik werden.

Der EWSA hat auch einen Vorschlag zur Änderung der Rechtsvorschriften vorgelegt, um im Falle einer menschengemachten Katastrophe oder Krise innerhalb oder außerhalb der EU eine automatische und sofortige Reaktion im Rahmen des UCPM zu ermöglichen. (at)

EWSA startet Forum der Zivilgesellschaft zu Handel und nachhaltiger Entwicklung

Am 29. März hielt der EWSA erstmals das Europäische Forum der Zivilgesellschaft zu Handel und nachhaltiger Entwicklung ab, bei dem Vertreter der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft sowie von EU- und internationalen Institutionen zusammenkamen, um über innovative Ideen und konkrete Empfehlungen zur Zukunft der EU-Handelspolitik zu diskutieren. 

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Am 29. März hielt der EWSA erstmals das Europäische Forum der Zivilgesellschaft zu Handel und nachhaltiger Entwicklung ab, bei dem Vertreter der Zivilgesellschaft, der Wissenschaft sowie von EU- und internationalen Institutionen zusammenkamen, um über innovative Ideen und konkrete Empfehlungen zur Zukunft der EU-Handelspolitik zu diskutieren. 

Die zu einem für Handel und nachhaltige Entwicklung entscheidenden Zeitpunkt stattfindende Veranstaltung umfasste einige Breakout-Sitzungen zu Fragen, die von materiellen Rechten über die Überwachung bis hin zur Durchsetzung und vielen anderen Themen reichten. Dabei wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufgefordert, ihre Meinung zur laufenden Überprüfung des 15-Punkte-Aktionsplans zu Handel und nachhaltiger Entwicklung und zu den jüngsten Entwicklungen in den EU-Partnerländern zu äußern. 

„Der EWSA wird sich dafür engagieren, eine ehrgeizige Debatte über Handel und nachhaltige Entwicklung voranzutreiben, die den hohen Erwartungen der Zivilgesellschaft entspricht“, bekräftigte EWSA-Präsidentin Christa Schweng. Außerdem verwies sie auf die geopolitischen Herausforderungen unserer Zeit: Wie so viele andere Kriege hat auch der Krieg in der Ukraine eine Nachhaltigkeitsdimension. Es geht um Ressourcen und Abhängigkeiten in einer dem Klimawandel ausgesetzten Welt.

Bernd Lange, Vorsitzender des Ausschusses für internationalen Handel des Europäischen Parlaments, betonte, dass die COVID-19-Pandemie und die russische Aggression den internationalen Kontext verändert haben. „Das multilaterale System ist in Gefahr“, erklärte er, „Es liegt also auf der Hand, dass mehr Gewicht auf bilaterale Handelsabkommen gelegt werden sollte.“

Luisa Santos von Business Europe schloss sich der Auffassung an, dass sich der Multilateralismus in einer Krise befindet, fügte aber unter Verweis auf einige jüngst auf Ebene der Welthandelsorganisation (WTO) durchgeführte Initiativen hinzu: „Wir dürfen nicht aufgeben, denn wir sind auf die multilateralen Institutionen angewiesen, um den Dialog aufrechtzuerhalten.“ 

Anaïs Berthier von Client Earth hielt die EU-Handelspolitik für zu stark von anderen Politikbereichen wie der Umwelt- und der Klimapolitik abgeschottet. Sie betonte: „Bei eigenständigen Initiativen muss gewährleistet sein, dass die auf dem EU-Markt angebotenen Produkte Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.“ 

Maria Martin-Prat, für Handel zuständige stellvertretende Generaldirektorin bei der Europäischen Kommission, die die laufenden Arbeiten zu der Überprüfung im Bereich Handel und nachhaltige Entwicklung leitet, erklärte, Kohärenz sei zwar nicht das Ziel, aber sie sei wirksam und dem Wandel zuträglich. 

Jean-Marie Paugam, stellvertretender Direktor bei der WTO, hob hervor, dass der Handel nicht der Umweltpolitik im Wege stehen dürfe. „Zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung verfügen wir über einen Notifizierungsmechanismus für Handelsmaßnahmen, und wir haben festgestellt, dass umfangreiche handelspolitische Maßnahmen nutzbringend eingesetzt werden konnten, um Umweltziele voranzubringen.“ 

Tanja Buzek, Vorsitzende des Begleitausschusses Internationaler Handel und Berichterstatterin für die EWSA-Stellungnahme „Überprüfung des 15-Punkte-Aktionsplans“, äußerte hohe Erwartungen: „Unsere Prioritäten bei der Überprüfung im Bereich Handel und nachhaltige Entwicklung erfordern neue Denkansätze, es gilt also, festgefügte Strukturen aufzubrechen“. Eine ehrgeizige Überprüfung muss einen umgestalteten sanktionsbewehrten Ansatz zur Durchsetzung umfassen. Dazu gehören eine stärkere Überwachung durch die Zivilgesellschaft, der Einsatz innovativer Instrumente und mehr Druckmittel im Bereich Handel und nachhaltige Entwicklung. (at)
 

Organisationen der Zivilgesellschaft müssen in den neuen Rahmen für Freihandelsabkommen einbezogen werden

In seiner jüngst verabschiedeten Stellungnahme fordert der EWSA die enge Einbeziehung von Organisationen der Zivilgesellschaft in die Aushandlung neuer Freihandelsabkommen im Rahmen der neuen EU-Handelspolitik. 

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In seiner jüngst verabschiedeten Stellungnahme fordert der EWSA die enge Einbeziehung von Organisationen der Zivilgesellschaft in die Aushandlung neuer Freihandelsabkommen im Rahmen der neuen EU-Handelspolitik. 

Der EWSA ist der festen Überzeugung, dass die Organisationen der Zivilgesellschaft und die Sozialpartner in die Verhandlungen über die neue EU-Handelsstrategie eingebunden werden sollten. Dies würde dazu beitragen, dass alle Beteiligten in der EU und in den Partnerländern von dieser Politik profitieren. 

Im Februar 2021 stellte die Europäische Kommission ihre neue offene, nachhaltige und selbstbewusste Handelspolitik vor, bei der die EU ihre Handelspartner stärker in die Pflicht nimmt und die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt rückt. Der EWSA ist jedoch der Auffassung, dass für die Umsetzung dieser neuen ehrgeizigen EU-Handelsstrategie eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt sein muss.

In einer auf der EWSA-Plenartagung im März verabschiedeten Initiativstellungnahme wiesen die Vertreter der Organisationen der Zivilgesellschaft darauf hin, dass es eines neuen Rahmens für Freihandels- und Investitionsabkommen bedarf, um die Einbindung der Organisationen der Zivilgesellschaft zu gewährleisten und gleichzeitig die Öffentlichkeit zu sensibilisieren.

Stefano Palmieri, EWSA-Mitglied und Berichterstatter für diese Stellungnahme, betonte, dass eine neue Verhandlungsmethodik ausgearbeitet werden sollte, um einen neuen Fahrplan für die aktive Einbeziehung der Organisationen der Zivilgesellschaft und der Sozialpartner in alle Phasen der Verhandlungen zu erstellen.

Die von der EU genutzten Verhandlungsinstrumente sieht der EWSA kritisch. Seiner Auffassung nach ist es an der Zeit, eine neue Verhandlungsstrategie mit neuen Standards und Verfahren auszuarbeiten, um eine umfassende, konstruktive Einbindung der Zivilgesellschaft und der Sozialpartner sicherzustellen. Der erste Schritt dazu wäre die Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen den Verhandlungsparteien, die gewährleisten würde, dass beide Seiten die einzelnen Phasen der Verhandlungen abschließen. Der zweite Schritt wäre eine grundlegende Reform der Internen Beratungsgruppen (DAG). In seiner Stellungnahme spricht sich der EWSA zudem dafür aus, jedem geschlossenem Abkommen ein Protokoll zu den Tätigkeiten der DAG beizufügen.

Diese beiden Reformvorhaben würden auf der neuen EU-Handelspolitik aufbauen und zur Umsetzung ihrer Ziele beitragen. 

#YEYS2022: Desinformation als zentrales Thema der Jugendveranstaltung und einer Diskussion mit Kommissionsvizepräsidentin Jourová

Schülerinnen und Schülern aus weiterführenden Schulen in ganz Europa legten Věra Jourová, die als Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Werte und Transparenz zuständig ist, acht konkrete Vorschläge vor. Sie nahmen an der virtuellen Jugendveranstaltung „Your Europe, Your Say!“ („YEYS 2022“) teil. Diese Veranstaltung unter dem Titel „Die Wahrheit über Lügen – Jugendliche entlarven Fake News und Desinformation“ wurde am 31. März und 1. April 2022 vom EWSA ausgerichtet. 
 

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Schülerinnen und Schülern aus weiterführenden Schulen in ganz Europa legten Věra Jourová, die als Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Werte und Transparenz zuständig ist, acht konkrete Vorschläge vor. Sie nahmen an der virtuellen Jugendveranstaltung „Your Europe, Your Say!“ („YEYS 2022“) teil. Diese Veranstaltung unter dem Titel „Die Wahrheit über Lügen – Jugendliche entlarven Fake News und Desinformation“ wurde am 31. März und 1. April 2022 vom EWSA ausgerichtet. 

In zwei Tagen voller lebhafter Online-Diskussionen und Debatten erarbeiteten die 99 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 16 bis 18 Jahren, die an #YEYS2022 teilnahmen, einige konkrete Empfehlungen, die Kommissionsvizepräsidentin Věra Jourová vorgestellt und mit ihr erörtert wurden.

„In der Bildung liegt der Schlüssel für den Schutz unserer Gesellschaft vor Desinformation und Fake News“, erklärte Frau Jourová zum Abschluss der Veranstaltung Your Europe, Your Say 2022. Sie ging auf jede der Empfehlungen der Schülerinnen und Schüler ein, die sie eingehend mit ihnen erörterte. „Gerade in Kriegszeiten ist Desinformation eine Bedrohung für unsere Gesellschaft. Wir müssen uns diesem Problem stellen und gleichzeitig darauf achten, dass die Meinungsfreiheit nicht angetastet wird“, so Frau Jourová. 

Über #YEYS2022 soll das Bewusstsein für die Gefahren durch Desinformation geschärft werden. Die Studierenden sollen ermutigt und befähigt werden, Falschmeldungen entschiedener entgegenzutreten. Bei der Veranstaltung wurden die Jugendlichen darin geschult, Desinformation leichter zu erkennen und dagegen vorzugehen. In Kleingruppen und in verschiedenen Workshops entwickelten sie eine Desinformationskampagne, die später durch eine starke Gegenkampagne gekontert werden sollte.   

EWSA-Präsidentin Christa Schweng begrüßte die Schülerinnen und Schüler mit den Worten: „Desinformation begegnet uns auf Schritt und Tritt – sie gefährdet die europäischen Werte und die Demokratie. #YEYS2022 bietet jungen Menschen die Gelegenheit, kritisches Denken zu entwickeln und zu lernen, wie Desinformation entlarvt werden kann. Die jungen Menschen sind der Schlüssel zur Gestaltung einer besseren Zukunft für Europa.“

Cillian Lohan, Vizepräsident des EWSA für Kommunikation, schloss die Veranstaltung mit folgenden Worten: „Als Vertreter der Zivilgesellschaft sind wir an einem engeren Kontakt mit jungen Menschen und ihren frischen Ideen interessiert. Wir möchten ihre Vorstellungen und Visionen für die Zukunft in unsere Meinungsbildung einfließen lassen.“ 

„Your Europe, Your Say!" – „YEYS 2022“ – gilt als eine der wichtigsten Veranstaltungen im Rahmen des Europäischen Jahres der Jugend 2022.

Weitere Einzelheiten zu YEYS 2022 finden Sie auf der offiziellen Website der Veranstaltung. (ks)
 

EWSA bekundet am Europatag seine Unterstützung für die Ukraine

Am 7. Mai standen für den EWSA anlässlich des Europatags 2022 die Jugend und die Ukraine im Mittelpunkt.

Auch bei den anderen Institutionen und Organen der EU lag der Schwerpunkt des Europatags auf der Jugend und der Ukraine.

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Am 7. Mai standen für den EWSA anlässlich des Europatags 2022 die Jugend und die Ukraine im Mittelpunkt.

Auch bei den anderen Institutionen und Organen der EU lag der Schwerpunkt des Europatags auf der Jugend und der Ukraine.

Da das diesjährige Europäische Jahr der Jugend gewidmet ist, lag dieser Schwerpunkt nahe. Gleichzeitig rief der EWSA auf einer speziell für diese Online-Veranstaltung eingerichteten Website eindringlich dazu auf, die Ukraine zu unterstützen und an ihrer Seite zu stehen.

Der Europatag wird jedes Jahr in Brüssel und an anderen Orten in der EU gefeiert, um der historischen Erklärung von Robert Schuman vom 9. Mai 1950 zu gedenken. Er bietet die Gelegenheit, zu würdigen, was die EU durch Frieden, Zusammenarbeit und Solidarität bereits erreicht hat, und zu überlegen, was wir in Zukunft noch erreichen wollen. Bürgerinnen und Bürger aus ganz Europa können sich an diesem Tag über die Arbeitsweise der EU-Institutionen und ihren potenziellen Nutzen informieren.

Weitere Informationen gibt es hier! (ck)

Aktuelles aus den Gruppen

Macrons zweite Amtszeit als französischer Präsident muss im Zeichen des sozialen Aufstiegs stehen

von Arnold Puech d‘Alissac, stellvertretender Vorsitzender der Gruppe Arbeitgeber

Bei seiner ersten Wahl zum französischen Präsidenten im Jahr 2017 trat Emmanuel Macron als Verfechter der radikalen Mitte auf. Doch diesmal stellte er angesichts der derzeitigen geopolitischen und nationalen Lage im Wahlkampf nicht so sehr seine Ambitionen für die radikale Mitte in den Vordergrund, sondern seine Verdienste als wahrer Reformer und seine Sicht auf das Weltgeschehen, und er präsentierte sich als ein Staatschef, der frischen Wind in die französische Politik gebracht hat. Das Wahlergebnis zeigt jedoch, dass das Land klar gespalten und fragmentiert ist, und zwar deutlich stärker als im Jahr 2017.

 

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von Arnold Puech d‘Alissac, stellvertretender Vorsitzender der Gruppe Arbeitgeber

Bei seiner ersten Wahl zum französischen Präsidenten im Jahr 2017 trat Emmanuel Macron als Verfechter der radikalen Mitte auf. Doch diesmal stellte er angesichts der derzeitigen geopolitischen und nationalen Lage im Wahlkampf nicht so sehr seine Ambitionen für die radikale Mitte in den Vordergrund, sondern seine Verdienste als wahrer Reformer und seine Sicht auf das Weltgeschehen, und er präsentierte sich als ein Staatschef, der frischen Wind in die französische Politik gebracht hat. Das Wahlergebnis zeigt jedoch, dass das Land klar gespalten und fragmentiert ist, und zwar deutlich stärker als im Jahr 2017.

Wie können wir den französischen Bürgerinnen und Bürgern wieder Hoffnung geben und verhindern, dass wir das nächste Mal eine Marine Le Pen erleben, die noch vehementer so tut, als repräsentiere sie die Mitte des politischen Spektrums? Die einfache Lösung lautet: sozialer Aufstieg. Macron muss sich auf die benachteiligten Gruppen konzentrieren und ihnen echte Perspektiven für wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg bieten.

Es wird noch einen dritten Wahlgang geben – die Parlamentswahlen im Juni. Die derzeitige Abfolge der Wahlen hat bisher immer dafür gesorgt, dass der amtierende Präsident bei den anschließenden Parlamentswahlen gut abgeschnitten hat, weshalb ich mir diesbezüglich bei Emmanuel Macron keinerlei Sorgen mache: Er kann mit einer großen Mehrheit rechnen, weil weder die Opposition von links noch die von rechts auf einen gemeinsamen Nenner kommt.

Und wenn die konservative Partei Les Républicains ihren Kopf aus der Schlinge ziehen will, wird sie die Dinge ein wenig anders angehen müssen, insbesondere bei den Problemen, die Frankreich am meisten zu schaffen machen, dem Staatsdefizit und dem Stabilitäts- und Wachstumspakt. Dies würde Wohlstand und Hoffnung den Weg ebnen.

In unserem Land sind Reformen erforderlich, besonders beim Rentensystem, das von tiefgreifenden Ungleichheiten zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor geprägt ist. In diesem Bereich ist die Situation festgefahren. Ein Blick auf all das, was Präsident Macron in den letzten fünf Jahren unternommen hat, zeigt, dass er viele Reformen nicht umsetzen konnte. Eine große Bewährungsprobe in seiner zweiten Amtszeit wird darin bestehen, inwieweit er Reformen durchsetzen kann.

Dies wird sich äußerst schwierig gestalten. Wir sind eng mit der EU verbunden, und die Überarbeitung des Stabilitäts- und Wachstumspakts könnte uns dabei helfen, Veränderungen zu bewirken.  Was Europa betrifft, halte ich Macron für einen guten Verbündeten, der diesen Weg weitergehen wird. Mit der Ernennung von zwei für den ökologischen Wandel zuständigen Ministern schlägt er letztlich denselben Weg wie die deutsche Regierung ein.

Vor Präsident Macron liegen viele Hindernisse und Herausforderungen. Da es sich aber um seine zweite Amtszeit handelt, ist zu hoffen, dass er aus der ersten seine Lehren gezogen hat.

 

 

Arbeitnehmervertreter im EWSA fordern Rechtsklarheit und Sozialschutz für alle Plattformarbeiter

von der Gruppe Arbeitnehmer

Der EWSA hat auf seiner Plenartagung im März eine wichtige Stellungnahme zu einem Vorschlag der Kommission für eine Richtlinie zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Plattformbeschäftigten verabschiedet. Ergänzend zu dem Vorschlag muss nach Ansicht des EWSA herausgestellt werden, dass in diesem Bereich grundsätzlich das Bestehen eines Beschäftigungsverhältnisses zu vermuten ist. Diese Bestimmungen gilt es zu stärken, um Gesetzeslücken zu vermeiden, die eine Einstufung der Arbeitnehmer als Selbständige ermöglichen. In der Stellungnahme ging es auch um die Rolle des algorithmischen Managements und die kollektiven Rechte von Plattformarbeitern.

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von der Gruppe Arbeitnehmer

Der EWSA hat auf seiner Plenartagung im März eine wichtige Stellungnahme zu einem Vorschlag der Kommission für eine Richtlinie zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Plattformbeschäftigten verabschiedet. Ergänzend zu dem Vorschlag muss nach Ansicht des EWSA herausgestellt werden, dass in diesem Bereich grundsätzlich das Bestehen eines Beschäftigungsverhältnisses zu vermuten ist. Diese Bestimmungen gilt es zu stärken, um Gesetzeslücken zu vermeiden, die eine Einstufung der Arbeitnehmer als Selbständige ermöglichen. In der Stellungnahme ging es auch um die Rolle des algorithmischen Managements und die kollektiven Rechte von Plattformarbeitern.

Die neue Richtlinie für Plattformarbeiter, mit der deren eindeutige Einstufung als Arbeitnehmer sichergestellt werden soll, um den derzeitigen Praktiken einen Riegel vorzuschieben, stieß in der Debatte bei vielen Arbeitgebern aus ganz Europa auf massiven Widerstand. Die Tatsache, dass viele ein regulatorisches Eingreifen in Bezug auf prekäre selbstständige Arbeit und Scheinselbstständigkeit kategorisch ablehnen, macht gerade die Notwendigkeit dieser Rechtsvorschrift deutlich: durch Selbstregulierung der Wirtschaft lässt sich das Problem nicht lösen. Ohne Rechtsvorschriften werden sich die Plattformen beim Arbeitnehmer-Status weiterhin in der Grauzone bewegen, was es ihnen erlaubt, Tarifverhandlungen und Sozialschutz zu vermeiden. So können sie den Verbrauchern Billigpreise anbieten und dann die üblen Folgen und versteckten Kosten wie üblich auf die Gesellschaft als Ganzes abwälzen.

Diese Initiative zur Gewährleistung von Rechtssicherheit und Rechtsklarheit in ganz Europa liegt jedoch nicht nur im Interesse der Arbeitnehmer. Viele Unternehmen, deren Stimmen hier nicht gehört wurden und die sich nicht nur an den Buchstaben, sondern auch an den Geist des Arbeitsrechts halten, sind aufgrund dieser Form des Sozialdumpings mit unlauterem Wettbewerb konfrontiert. Jetzt, wo wir über die Zukunft Europas diskutieren, geht es auch um diese Frage: wollen wir eine soziale Aufwärtskonvergenz oder einen Wettlauf um die niedrigsten Standards? Letztlich hängt der soziale Frieden, von dem ja alle, auch die Unternehmen, profitieren, gerade vom sozialen Zusammenhalt und einem gewissen Maß an Gleichheit ab, die durch ausbeuterischen Kapitalismus gefährdet werden.

Neue Formen der Arbeit sind naturgemäß immer ein umkämpfter Raum. Die Plattformarbeit bildet hier natürlich keine Ausnahme. Einerseits bietet der technische Fortschritt neue organisatorische Möglichkeiten und Beschäftigungschancen. Auf der anderen Seite gehen diese oft mit Prekarität einher. Das ist eigentlich nichts Neues, und deshalb entstanden zu Beginn der industriellen Revolution die Gewerkschaften als solidarische Reaktion auf die unmenschlichen Arbeitsbedingungen in den Fabriken. Seitdem ist viel geschehen, und zumindest in Europa gibt es allgemein einen guten Arbeitnehmerschutz. Dennoch ist auch in diesem Bereich eine Korrektur erforderlich, um sicherzustellen, dass diese Innovationen nicht zu Lasten der Lebens- und Arbeitsbedingungen unserer Bürgerinnen und Arbeitnehmer gehen. (pbr)

 

Neue EWSA-Studie: Auswirkungen von COVID-19 auf die Grundrechte und den bürgerlichen Raum

von der EWSA-Gruppe Vielfalt Europa

In einer neuen Studie des EWSA auf Ersuchen seiner Gruppe Vielfalt Europa zu den Auswirkungen von COVID-19 auf die Grundrechte und den bürgerlichen Raum wurde untersucht, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Arbeit der zivilgesellschaftlichen Organisationen auswirkte und wie die Maßnahmen der einzelnen Mitgliedstaaten ihre Fähigkeit, ihre grundlegenden Rechte und Freiheiten wahrzunehmen, beeinträchtigte.

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von der EWSA-Gruppe Vielfalt Europa

In einer neuen Studie des EWSA auf Ersuchen seiner Gruppe Vielfalt Europa zu den Auswirkungen von COVID-19 auf die Grundrechte und den bürgerlichen Raum wurde untersucht, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Arbeit der zivilgesellschaftlichen Organisationen auswirkte und wie die Maßnahmen der einzelnen Mitgliedstaaten ihre Fähigkeit, ihre grundlegenden Rechte und Freiheiten wahrzunehmen, beeinträchtigte.

Filip Pazderski, Hauptautor der Studie, nennt die folgenden zentralen Erkenntnisse und Empfehlungen der Studie:

Zunächst einmal hatte die Pandemie sehr unterschiedliche und komplexe Auswirkungen auf die organisierte Zivilgesellschaft. Einerseits waren zivilgesellschaftliche Organisationen häufig die ersten, die ihre Arbeit umorganisiert und somit schneller auf die Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung reagiert haben als öffentliche Verwaltungen oder Unternehmen. Die Umstellung ihrer Tätigkeiten auf den Online-Betrieb hat die Digitalisierung beschleunigt. Dadurch konnten zivilgesellschaftliche Organisationen neue Zielgruppen erreichen, ihre Effizienz steigern und den Umfang ihrer Tätigkeiten ausweiten. Der Aufbau von Bündnissen, die Förderung des Erfahrungsaustauschs und die Festlegung gemeinsamer öffentlicher Standpunkte wurden erleichtert. Infolgedessen nimmt die Öffentlichkeit die zivilgesellschaftlichen Organisationen nun stärker wahr und hat ein besseres Verständnis ihrer Alltagsfunktionen.

Andererseits wurde die organisierte Zivilgesellschaft von der andauernden Gesundheitskrise stark getroffen, was sich in erster Linie in finanziellen Schwierigkeiten niederschlug. Insbesondere kleinere Einrichtungen außerhalb von Großstädten, die von der Digitalisierung stärker ausgeschlossene Gruppen zusammenbrachten, mussten ihre Arbeit einstellen. Viele von ihnen haben sie bis heute noch nicht wieder aufgenommen. Aktivisten hatten mit psychischen Herausforderungen, Erschöpfung durch Telearbeit und zunehmender Ungewissheit über die Zukunft zu kämpfen, was durch die lange soziale Isolation noch verschärft wurde. Angesichts der unregelmäßigen Arbeitszeiten war die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben oftmals schwierig.

Die Pandemie hat die bereits bestehenden Probleme in den Vordergrund gerückt oder noch weiter verschärft. Die Handlungsfähigkeit der Zivilgesellschaft wurde durch außerordentliche Rechtsvorschriften beeinträchtigt, die die Transparenz von Regierungen gesenkt, die Aufsicht über deren Arbeit behindert und die Versammlungs- und Meinungsfreiheit eingeschränkt hatten. Diese Einschränkungen erfolgten unter dem Vorwand der Pandemiebekämpfung. Die Standards für den zivilen Dialog in der Rechtsetzung sind gesunken. Oftmals wurden zivilgesellschaftliche Organisationen nicht einmal an den Konsultationen über Vorschriften zur Bewältigung der Auswirkungen der Krise beteiligt. 

Um auf diese Herausforderungen zu reagieren, müssen wir für einen flexibleren und leichteren Zugang zivilgesellschaftlicher Organisationen zu Finanzmitteln sorgen, deren sinnvolle Beteiligung an der Überwachung der EU-Mittel sicherstellen, die EU-Strategie für die Zivilgesellschaft annehmen, in der die Rolle des Sektors hervorgehoben wird, Angriffe auf zivilgesellschaftliche Akteure kontinuierlich überwachen und darauf reagieren und einen strukturierteren Rahmen für einen offenen, regelmäßigen und transparenten zivilen Dialog der EU bieten. Diese Ideen sind nicht neu, aber seit der Pandemie haben sie neuen Sinn bekommen. Die jüngste Rolle der organisierten Zivilgesellschaft und ihre verstärkte Sichtbarkeit könnten zudem dazu beitragen, dass diese Ideen endlich umgesetzt werden.

Die Studie wurde während der Tage der Zivilgesellschaft im März vorgestellt. Weitere Informationen finden Sie hier.

Soon in the EESC/Cultural events

EWSA: Beratende Kommission für den industriellen Wandel feiert 20-jähriges Bestehen

Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens befasst sich die Beratende Kommission für den industriellen Wandel (CCMI) des EWSA in einer Veranstaltung am 8. Juni im Charlemagne-Gebäude in Brüssel mit den künftigen Herausforderungen für die europäische Industrie. 

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Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens befasst sich die Beratende Kommission für den industriellen Wandel (CCMI) des EWSA in einer Veranstaltung am 8. Juni im Charlemagne-Gebäude in Brüssel mit den künftigen Herausforderungen für die europäische Industrie. 

In der Konferenz soll die Rolle der CCMI innerhalb des EWSA sowie gegenüber anderen EU-Institutionen beleuchtet und hinterfragt werden, wie die CCMI einen Mehrwert erbringen und dazu beitragen kann, dass die europäische Industrie den grünen und digitalen Wandel erfolgreich bewältigt. Ferner soll darüber beraten werden, wie der EWSA am besten zu den Antworten auf die Herausforderungen beitragen kann, die alle Industriebranchen in Europa meistern müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Zudem geht es um notwendige Fortschritte hinsichtlich einer offenen strategischen Autonomie der EU. 

Die Beratende Kommission für den industriellen Wandel, auch bekannt unter ihrer aus dem Französischen hergeleiteten Abkürzung CCMI (Commission consultative des mutations industrielles) ging aus dem Beratenden Ausschuss der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl hervor, nachdem der EGKS-Vertrag im Jahr 2002 nach 50 Jahren ausgelaufen war. Die CCMI ist als älteste EU-Einrichtung damit befasst, die künftige Entwicklung verschiedener Industriebranchen zu analysieren und den Wandel in diesen Branchen begleitend zu unterstützen. Sie wurde als eigenständiges Arbeitsorgan des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses eingerichtet. Die zentralen Aufgabenbereiche der CCMI gehen auf ihre ursprüngliche Funktion, den Wandel in der Montanindustrie zu analysieren, zurück. Allerdings wurden ihre thematischen Schwerpunkte schrittweise ausgeweitet und umfassen nun sämtliche industriellen Ökosysteme sowohl des verarbeitenden Gewerbes als auch im Dienstleistungsbereich.

Weitere Informationen finden Sie unter https://www.eesc.europa.eu/de/agenda/our-events/events/ccmi-20th-anniversary.

Würdigung belarussischer Heldinnen und Helden im EWSA

Die neueste Fotoausstellung des EWSA zeigte die Lage der politischen Gefangenen in Belarus und die Gefahren des dortigen autoritären und repressiven Regimes.

 

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Die neueste Fotoausstellung des EWSA zeigte die Lage der politischen Gefangenen in Belarus und die Gefahren des dortigen autoritären und repressiven Regimes.

Unter dem Titel Heroes of Dark Times („Helden in dunklen Zeiten“) waren 32 Bilder von vier Fotografen online zu sehen: Porträts von Personen, die von der belarussischen Führung verurteilt und inhaftiert wurden.

Mehr als 1100 politische Gefangene wurden von dem Regime bereits ihrer Freiheit beraubt. Diese Fotos prangern die Missachtung der Menschenrechte und des Rechts auf freie Meinungsäußerung an. Sie sind ein unmittelbares Abbild der beispiellosen Unterdrückung, unter der das belarussische Volk bei seinem mutigen Kampf für Demokratie leidet.

Mit dieser Ausstellung wollte der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss diese unbesungenen Helden würdigen und das Bewusstsein für die katastrophale Lage schärfen, in der sich Oppositionelle in diesem Nachbarland befinden.

Die Ausstellung dauerte vom 12. April bis zum 6. Mai. (kc)

Weitere Eindrücke finden Sie hier: https://europa.eu/!fdhy6F

 

Redaktion

Ewa Haczyk-Plumley (editor-in-chief)
Daniela Marangoni (dm)
 

Beiträge zu dieser Ausgabe von

Amalia Tsoumani (at)
Chrysanthi Kokkini (ck)
Daniela Marangoni (dm)
Daniela Vincenti (dv)
Ewa Haczyk-Plumley (ehp)
Giorgia Battiato (gb)
Jasmin Kloetzing (jk)
Katerina Serifi (ks)
Katharina Radler (kr)
Laura Lui (ll)
Marco Pezzani (mp)
Margarida Reis (mr)
Pablo Ribera Paya (prp)
Thomas Kersten (tk)

 

 

Gesamtkoordinierung

Agata Berdys (ab)
Katerina Serifi (ks)

Technical support
Bernhard Knoblach (bk)

Anschrift

Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss
Jacques Delors Building,
99 Rue Belliard,
B-1040 Brussels, Belgium
Tel. (+32 2) 546.94.76
E-Mail: eescinfo@eesc.europa.eu

EWSA info erscheint neunmal im Jahr anlässlich der EWSA-Plenartagungen.
EWSA info wird in 23 Sprachen veröffentlicht.
EWSA-Info hat keinen Protokollwert; die offiziellen Aufzeichnungen über die Arbeiten des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) können im Amtsblatt der Europäischen Union sowie in anderen Publikationen des EWSA eingesehen werden.
Die Vervielfältigung ist gestattet, sofern EWSA info als Quelle genannt und ein Link an die Redaktion übermittelt wird
 

May 2022
06/2022

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