Der Bereich der psychischen Gesundheit weist ein großes Potenzial für Innovationen und Neuansätze auf. Davon ausgehend entwickelte die finnische Lilinkoti-Stiftung das Spiel The World of Recovery (TWoR), einmal als Online-Version und einmal als Brettspiel. Beides sind Rollenspiele, bei denen die Spieler in eine bestimmte Rolle schlüpfen. In einer futuristischen Welt der Hoffnung ebnen die Rollen dem Spieler den Weg zur Genesung. Zielgruppe sind neben Menschen, die sich von psychischen Problemen und Drogenmissbrauch erholen, auch Leute vom Fach. Reetta Sedergren und Venla Leimu als Vertreterinnen von Lilinkoti sehen in Spielen ein enormes Potenzial zur Verbesserung der psychischen Gesundheit, das jedoch noch weitgehend ungenutzt ist. 

Der Bereich der psychischen Gesundheit weist ein großes Potenzial für Innovationen und Neuansätze auf. Davon ausgehend entwickelte die finnische Lilinkoti-Stiftung das Spiel The World of Recovery (TWoR), einmal als Online-Version und einmal als Brettspiel. Beides sind Rollenspiele, bei denen die Spieler in einen bestimmte Rolle schlüpfen. In einer futuristischen Welt der Hoffnung ebnen die Rollen dem Spieler den Weg zur Genesung. Die Zielgruppe sind neben Menschen, die sich von psychischen Problemen und Drogenmissbrauch erholen, auch Leute vom Fach. Reetta Sedergren und Venla Leimu als Vertreterinnen von Lilinkoti sehen in Spielen ein enormes Potenzial zur Verbesserung der psychischen Gesundheit, das jedoch noch weitgehend ungenutzt ist. 

Was gab den Anstoß für Ihr Projekt? 

Vor einigen Jahren fiel uns bei Lilinkoti auf, dass es ein großes Potenzial für Innovationen und neue Ansätze im Bereich der psychischen Gesundheit gibt. Die zunehmende Ausrichtung auf die Genesungsprozesse war schon ein großer Fortschritt auf diesem Gebiet, allerdings fehlte es an modernen, innovativen Instrumenten. Unsere Organisation arbeitet bereits seit Jahrzehnten mit Menschen, die sich von psychischen Leiden erholen. Für unsere Arbeit schwebte uns ein modernes Instrument zur Förderung der psychischen Gesundheit vor, ein digitales Spiel, bei dem man in Rollen schlüpft. 

Wie wurde Ihr Projekt aufgenommen? Haben Sie Feedback von Menschen, denen Sie geholfen haben?   

Die Spielvarianten von World of Recovery wurden zusammen mit Patienten, die sich von einer psychischen Erkrankung erholen, und mit Fachleuten entwickelt. So bekamen wir während des gesamten Prozesses der Spielgestaltung Feedback, das zum Endergebnis beigetragen hat. 

Wir haben von den Spielern beider Spiele anonyme und persönliche Rückmeldungen bekommen, die durchweg positiv waren. Mehr als 90 % der Befragten gaben an, dass das Handyspiel ihr Wohlbefinden gesteigert und ihnen geholfen hat, aktiv zu werden. Zum Rollenspiel sagten sie, dass es ihre sozialen Kompetenzen verbessert hat.  

Die schönsten Rückmeldungen waren vielleicht das Lachen und die Gespräche über Gefühle, Probleme und Stärken und die Tatsache, dass die Spiele Menschen unabhängig von ihrer Rolle und ihrem Hintergrund zusammengebracht haben. 

Welchen Rat haben Sie für andere Organisationen, die ihre Arbeit und ihre Programme ähnlich erfolgreich gestalten wollen? 

Wenn man bei Innovationen vorweggeht, hat das viele Vorteile. Es ist wirklich inspirierend, und man schafft etwas Neues. Machen Sie mit und lassen Sie sich nicht einengen! Folgen Sie Ihrem Instinkt und seien Sie offen für alle Meinungen. Holen Sie bei der Gestaltung vor allem Betroffene und Experten mit ins Boot. Wenn Sie Spiele machen, müssen Sie bereit sein, Widerstände der Fachleute zu überwinden. Denn im Bereich der psychischen Gesundheit gelten Spiele im Allgemeinen als suchterzeugend oder schädlich. Lassen Sie sich davon nicht entmutigen! Seien Sie mutig und kreativ, wagen Sie zu träumen. 

Welches Potenzial haben Computer- und Videospiele bei der Verbesserung der psychischen Gesundheit? Sollten sie Ihrer Meinung nach bei der Behandlung von psychischen Problemen stärker eingesetzt werden? 

Computer- und Videospiele – und insbesondere Rollenspiele – haben ein enormes Potenzial zur Verbesserung der psychischen Gesundheit. Immer mehr Menschen leiden unter psychischen Problemen. Deshalb brauchen wir neue und vielfältige Ansätze, um die psychische Gesundheit zu verbessern. Es ist schade, dass das Potenzial von Spielen bislang kaum genutzt wurde. Dies liegt nicht etwa an mangelndem Interesse, sondern an der fehlenden Finanzierung. Gute Spiele zur Verbesserung der psychischen Gesundheit zu entwickeln braucht Zeit, und einfach ist es auch nicht. Wir brauchen mehr Mittel, mehr gemeinsam entwickelte Projekte und mehr Fachkräfte aus den Bereichen psychische Gesundheit und Spiele, die sich dieser Aufgabe widmen. Und wir brauchen Forschung. Ganz viel Forschung! 

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Über 55 Millionen Menschen, darunter viele Jugendliche, sind weltweit an Essstörungen erkrankt, die ihre psychische und physische Gesundheit beeinträchtigen. Viele Betroffene fühlen sich stigmatisiert und suchen deshalb keine Hilfe. Die italienische Organisation Animenta möchte mit ihrem Projekt „Telling Stories for Good“ Stereotypen abbauen, die frühzeitige Erkennung einer Essstörung fördern und Unterstützung anbieten. Seit 2021 hat sie in Italien über 10 000 Schülerinnen und Schüler erreicht. Wir haben mit der Gründerin und Vorsitzenden Aurora Caporossi gesprochen.

Über 55 Millionen Menschen, darunter viele Jugendliche, sind weltweit an Essstörungen erkrankt, die ihre psychische und physische Gesundheit beeinträchtigen. Viele Betroffene fühlen sich stigmatisiert und suchen deshalb keine Hilfe. Die italienische Organisation Animenta möchte mit ihrem Projekt „Telling Stories for Good“ Stereotypen abbauen, eine frühzeitige Erkennung fördern und Unterstützung anbieten. Seit 2021 hat sie in Italien über 10 000 Schülerinnen und Schüler erreicht. Wir haben mit der Gründerin und Vorsitzenden Aurora Caporossi gesprochen.

Was war der Anstoß für Ihr Projekt?

Animenta wurde gegründet, um allen an einer Essstörung Erkrankten, aber auch ihrem jeweiligen Umfeld die dringend notwendige Stimme zu geben. Wir möchten für einen angemessenen Zugang zur Behandlung von Essstörungen für alle sorgen. Diese sind nämlich sehr wohl heilbar, wenn die Betroffenen Hilfe zur Selbsthilfe erhalten.

Wie wurde Ihr Projekt aufgenommen? Haben Sie Rückmeldungen von den Menschen erhalten, denen Sie geholfen haben?  Können Sie uns ein Beispiel nennen?

„Bei Animenta fühlte ich mich willkommen. Dort habe ich erkannt, dass ich an einer Essstörung leide, auch wenn ich kein Untergewicht habe.“ Diese Nachricht hat uns vor einigen Monaten erreicht und zeigt, wie wichtig und sinnvoll unsere Arbeit für die Betroffenen ist. Animenta wurde mit Interesse, aber auch mit der Hoffnung aufgenommen, dass wir einen Wandel herbeiführen können.

Wie werden Sie das Geld verwenden, um weiterhin den Betroffenen zu helfen? Planen Sie bereits neue Projekte?

Wir möchten verstärkt in unsere Projekte an Schulen investieren, um unsere Wirkung zu steigern. Ebenso werden wir mit dem Geld Selbsthilfegruppen für Menschen mit Essstörungen gründen. Weitere Projekte sind die „Animenta-Camps“: Die Teilnehmenden verbringen sechs Tage in der Natur und können so ihre Beziehung zu sich selbst, zu ihrem Körper und zu Lebensmitteln neu entdecken.

Was würden Sie anderen Organisationen raten, damit ihre Arbeit und Programme ähnlich erfolgreich werden?

Hört zuerst den Betroffenen zu, um zu begreifen, was sie durchmachen. Bittet um Feedback und verteilt Fragebögen, um ihre Bedürfnisse zu ermitteln. Vor allem aber: Berichtet vor Ort über eure ganz persönlichen Erfahrungen und was ihr selbst verändern möchtet. Ganz wichtig ist auch die Vernetzung mit anderen, um ein effizientes und effektives Unterstützungssystem zu schaffen.

Werden Essstörungen Ihrer Meinung nach heute angemessen als schwerwiegendes Problem der psychischen Gesundheit anerkannt? Erhalten die Betroffenen die richtige Unterstützung, und wie sollte die Lage verbessert werden?

Heute wird mehr über Essstörungen gesprochen, deshalb wissen wir auch mehr darüber. Aber sie sind mit einem starken gesellschaftlichen Stigma behaftet und werden klischeehaft dargestellt. Auch heute denken manche noch, dass Essstörungen Ausdruck eines schwachen Willens oder einer persönlichen Laune sind. Tatsächlich sind sie jedoch eine komplexe psychische Erkrankung, die angemessen behandelt werden muss. Dies ist momentan nicht immer der Fall, denn es fehlt an Behandlungszentren. Vielen Betroffenen bleibt deshalb eine Therapie verwehrt.

Über ihr Netzwerk für soziales Engagement AgeWell bekämpft die irische Wohltätigkeitsstiftung Third Age Einsamkeit im Alter. Die selbst über 50jährigen Begleitpersonen von AgeWell besuchen einmal wöchentlich ältere Menschen zu Hause und leisten ihnen nicht nur Gesellschaft, sondern achten über eine Smartphone-App mit Kontrollfunktionen auch auf deren Gesundheit und Wohlbefinden. Laut Alison Branigan von der Stiftung Third Age wurden bislang mehr als 500 Menschen in der irischen Grafschaft Meath unterstützt, von denen einige den Dienst als „Rettungsanker“ oder sogar als „Licht am Ende eines langen dunklen Tunnels“ bezeichneten.

Über ihr Netzwerk für soziales Engagement AgeWell bekämpft die irische Wohltätigkeitsstiftung Third Age Einsamkeit im Alter. Die selbst über 50jährigen Begleitpersonen von AgeWell, besuchen einmal wöchentlich ältere Menschen zu Hause und leisten ihnen nicht nur Gesellschaft, sondern achten über eine Smartphone-App mit Kontrollfunktionen auch auf deren Gesundheit und Wohlbefinden. Laut Alison Branigan von der Stiftung Third Age wurden bislang mehr als 500 Menschen in der irischen Grafschaft Meath unterstützt, von denen einige den Dienst als „Rettungsanker“ oder sogar als „Licht am Ende eines langen dunklen Tunnels“ bezeichneten.

Was war der Anstoß für Ihr Projekt?

Das Netzwerk AgeWell wurde in der Grafschaft Meath eingeführt, um die dort wachsende ältere Bevölkerung zu unterstützen, die besondere Bedürfnisse für soziale, emotionale, psychische und physische Betreuung hat. Unser Gesundheitswesen steht unter enormem Druck, unsere Bevölkerung wächst und altert, und es gibt lange Wartelisten für Dienstleistungen, einschließlich der häuslichen Betreuung. AgeWell bietet zeitgemäße und praktische Lösungen, die die bestehenden Gesundheitsdienste ergänzt und verbessert. Isolierte, einsame, gebrechliche, ans Haus gefesselte und gefährdete ältere Menschen werden unterstützt, damit sie besser und länger am Ort ihrer Wahl leben können. Dazu erhalten sie sozialen Anschluss, ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden werden kontinuierlich überwacht und entstehende Probleme werden erkannt und angegangen, bevor sie akut werden. AgeWell entspricht dem Ethos unserer Organisation Third Age, die ältere Menschen direkt durch innovative Dienstleistungen und Programme unterstützt und einzigartige Möglichkeiten der Freiwilligentätigkeit schafft, in deren Rahmen ältere Menschen ihre Altersgenossinnen und -genossen und andere gesellschaftliche Gruppierungen unterstützen können. 

Wie wurde Ihr Projekt aufgenommen? Haben Sie Rückmeldungen von den Menschen erhalten, denen Sie geholfen haben?  (Können Sie uns gegebenenfalls ein Beispiel nennen?)

AgeWell hat bisher mehr als 500 ältere Menschen in der Grafschaft Meath unterstützt. Viele schätzen den sozialen Kontakt im Rahmen des Programms: sie haben zu ihren Begleitpersonen von AgeWell ein besonderes Vertrauensverhältnis aufgebaut, wodurch wir ihre Bedürfnisse und Ängste besser verstehen und sie somit besser unterstützen können.

Unsere Klientinnen und Klienten sagten uns beispielsweise: „Der Dienst ist meine Rettung“, „Ich wusste nicht, dass ich die Unterstützung brauche, bis ich sie bekam“, „Ich bin so dankbar für den Dienst und meine Begleitperson, sie ist jede Woche ein Lichtblick“, „Ich war sehr einsam, tagelang habe ich niemanden gesehen, ich freue mich wirklich auf meine Besuche“. Einem Kunden zufolge, der völlig verzweifelt war und schon mehrmals an Selbstmord gedacht hatte, kam „AgeWell genau zur richtigen Zeit – endlich sah ich Licht am Ende eines langen dunklen Tunnels“. Seiner Ansicht nach sollten alle Zugang zu diesem Dienst haben.

Unsere auch schon älteren, ehrenamtlichen Begleitpersonen meinten: „Ich liebe mein Ehrenamt“, „Es ist so schön, etwas zu bewirken“ und „Ich habe bei dieser Tätigkeit viel über die Menschen und mich selbst gelernt“.

Es ist statistisch belegbar, dass AgeWell das Wohlbefinden stärkt, die soziale, emotionale und informationstechnische Unterstützung verbessert, Isolation und Einsamkeit verringert, die Einschätzung der eigenen Gesundheit optimiert und die körperliche Aktivität erhöht.

Davon abgesehen geben Familienangehörige unserer Klientinnen und Klienten an, sich weniger Sorgen zu machen. Unsere Arbeit wird auch von Gesundheitsdienstleistern anerkannt, die ständig Personen direkt an uns verweisen.

Welchen Rat haben Sie für andere Organisationen, damit deren Arbeit und Programme ähnlich erfolgreich werden?

Sie sollten ihre Zielgruppe kennen, die Betroffenen in den Prozess einbeziehen und ein offenes Ohr für ihre Vorschläge und Bedürfnisse haben. Sie sollten ihrem Wissen und ihren Fähigkeiten vertrauen sowie mutig, kreativ und beharrlich sein: eine gute Idee lässt sich auch umsetzen. Sie sollten offen für die Zusammenarbeit mit anderen sein und wissen, dass die Beteiligung öffentlicher Einrichtungen oder eines Gesundheitsdienstes in Form von Finanzmitteln und/oder Unterstützung/Werbung die Glaubwürdigkeit, die Wirkung und den Erfolg des Programms erheblich steigern kann.

Was ist Ihrer Meinung nach der wichtigste Auslöser für die Verschlechterung der psychischen Gesundheit im Alter, abgesehen von physiologischen Faktoren? Können wir als Gesellschaft die psychische Gesundheit älterer Menschen verbessern?

Einsamkeit und Isolation haben schon immer zur Verschlechterung der psychischen Gesundheit im Alter beigetragen; das kann zwar im ländlichen Irland ein Problem sein, kommt aber genauso häufig in belebten Städten vor. In den letzten Jahren haben die Auswirkungen der Pandemie, die erzwungene Isolation, Abkapselung und Abschirmung sowie der Verlust sozialer Kontakte, des Zugangs zu Aktivitäten und der Freizügigkeit eine Welle von Besorgnis, Angst, Depressionen und psychischen Problemen ausgelöst. Nationale und weltweite Ereignisse, einschließlich der steigenden Lebenshaltungskosten, Kriegen und Konflikten, haben ebenfalls eine Rolle gespielt. Mit dem Alter schwindet der Freundes- und Bekanntenkreis der Menschen. Krankheiten können sie davon abhalten, auszugehen und zu reisen. Womöglich sind sie ans Haus gefesselt oder verlieren ihre Eigenständigkeit. All das kann die Wertschätzung, das Selbstwertgefühl, die Stimmung und die Zuversicht beeinträchtigen. Es ist wichtig, dass ältere Menschen nicht vergessen werden, nur weil sie vielleicht nicht sichtbar sind: wir müssen uns der Bedeutung von Gemeinschaft und sozialem Handeln bewusst sein. Wir dürfen nicht aus den Augen verlieren, was soziale Kontakte und soziale Medikation bewirken. 

Kein Grüner Deal ohne sozialen Deal

von der Gruppe Arbeitnehmer im EWSA

Kein Grüner Deal ohne sozialen Deal

von der Gruppe Arbeitnehmer im EWSA

Am 26. Februar blockierten protestierende Landwirte mit ihren Traktoren zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen die Brüsseler Straßen. Ganz anders als sonst, wenn Menschen im Anzug und mit korrektem Haarschnitt das EU-Viertel bevölkern, bestimmten Laster, Traktoren, Strohballen und brennende Reifen das Straßenbild. Die vielschichtigen Gründe für die Proteste der Bauern reichen von der GAP und der Umweltpolitik bis hin zu völlig anderen Themen.

Die Wahrheit ist doch: Um die ländlichen Gebiete Europas ist es schlecht bestellt, und das schon seit langem. Die Gruppe Arbeitnehmer und der EWSA in seiner Gesamtheit haben wiederholt gemahnt, dass es ohne einen sozialen Deal keinen Grünen Deal geben kann. Wenn man versucht sein könnte, dies als Brüsseler Wortgeplänkel abzutun, wäre das eine gravierende Fehleinschätzung. Der ländliche Raum steht vor echten Problemen. Dazu gehören Intermediäre, die den Erzeugern ein Almosen zahlen, den Verbrauchern aber horrende Preise abverlangen, unzureichende Hilfen für die Inangriffnahme von Umweltreformen, ein (unfairer) Freihandel, harte Arbeitsbedingungen und der Klimawandel.

Die Reaktion der Europäischen Kommission, die hastig Pestizid-Vorschriften zurücknahm, gibt noch mehr Anlass zur Sorge als das Fehlen einer angemessenen Konsultation und Einbindung der Sozialpartner und die Untätigkeit auf sozialpolitischer Ebene. Ähnlich wie bei Umweltmaßnahmen verschafft der Verzicht auf diese Maßnahmen unseren Politikern zwar Zeit. Das Problem ist aber, dass wir damit über einen Kipppunkt für die Umwelt hinauskommen.

Außerdem versucht die extreme Rechte im Vorfeld der Wahlen, Kapital aus der Unzufriedenheit zu schlagen, und in gewissem Umfang gelingt es ihr sogar, den Protest gegen die Nachhaltigkeitsziele, den Grünen Deal und die Agenda 2030 zu lenken.

Am 23. Februar organisierten der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) und die Europäische Kommission eine zentrale Veranstaltung zum Europäischen Jahr der Kompetenzen. Über 400 junge Menschen aus sämtlichen EU-Mitgliedstaaten beleuchteten dort die für die derzeitigen und künftigen Arbeitsplätze benötigten Kompetenzen.

Am 23. Februar organisierten der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) und die Europäische Kommission eine zentrale Veranstaltung zum Europäischen Jahr der Kompetenzen. Über 400 junge Menschen aus sämtlichen EU-Mitgliedstaaten beleuchteten dort die für die derzeitigen und künftigen Arbeitsplätze benötigten Kompetenzen.

An der Veranstaltung Meet the Champions of Excellence nahmen 35 junge „EU-Champions“ der jüngsten Berufswettbewerbe WorldSkills, EuroSkills und Abylimpics (ein olympischer Berufswettbewerb für Menschen mit Behinderungen) – mit über 20 verschiedenen Disziplinen wie mobile Robotik, IKT, Mechanik, Grafikdesign, Automobiltechnologien und Bauwesen – teil.

Die „Champions“ tauschten inspirierende Erfahrungsberichte über ihre Bildungs- und Berufslaufbahn aus. Bei spezifischen Vorführungen in Bereichen wie Floristik, Autolackiererei, Robotik und virtuelle Realität, bei denen es auch um die Integration von Robotiksystemen, einen Roboter zur Minenräumung in der Ukraine und computergestütztes Design (CAD) ging, konnten die jungen Teilnehmenden herkömmliche und neue Kompetenzen aus nächster Nähe kennenlernen.

Ziel waren Informationen über die Vorteile und Chancen der beruflichen Aus- und Weiterbildung, insbesondere vor dem Hintergrund des ökologischen und des digitalen Wandels sowie der künftigen Arbeitswelt. Die berufliche Aus- und Weiterbildung ist auch angesichts des derzeit in der EU herrschenden Arbeits- und Fachkräftemangels und Missverhältnisses zwischen Kompetenzangebot und -nachfrage wichtig. Mehr als drei Viertel der europäischen Unternehmen berichten über Schwierigkeiten bei der Suche nach Arbeitskräften mit den erforderlichen Kompetenzen.

EWSA-Präsident Oliver Röpke erklärte: „Kompetenzen sind eine Grundvoraussetzung dafür, dass sich junge Menschen privat und beruflich entfalten können. Dank Kompetenzen können wir uns im Zuge des derzeitigen digitalen und ökologischen Wandels nicht nur anpassen, sondern auch die Arbeitsplätze von morgen gestalten.“

Nicolas Schmit, EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte, betonte: „Die berufliche Bildung bietet auf dem heutigen Arbeitsmarkt eine ganze Bandbreite an Möglichkeiten. Ich bin davon überzeugt, dass die berufliche Aus- und Weiterbildung dazu beitragen kann, das Missverhältnis zwischen Kompetenzangebot und -nachfrage sowie den Arbeitskräftemangel zu beheben, die momentan die europäische Wirtschaft bremsen.“

Die Veranstaltung hat gezeigt, dass eine berufliche Aus- und Weiterbildung eine hervorragende Entscheidung ist. Sie bietet gute Karriereaussichten und schnellere Beschäftigungsmöglichkeiten, sowohl jungen Menschen als auch Erwachsenen, die ihren Arbeitsplatz wechseln oder einfach ihre Kompetenzen verbessern wollen. Dennoch ist sie immer noch für viele angehende Studierende oftmals nur die zweite Wahl. Im Jahr 2021 nahm etwas mehr als die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler des mittleren Bildungsniveaus in der EU an Programmen mit beruflicher Ausrichtung teil.

2022 konnten nahezu 80 % der Absolventinnen und Absolventen der beruflichen Aus- und Weiterbildung einen Arbeitsplatz finden. Die EU strebt ein Ziel von 82 % bis 2025 an. (ll)

Wollen Sie das Bildungssystem verändern? Haben Sie ein Problem mit kontaminierten Lebensmitteln? Möchten Sie, dass der Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert wird? Oder haben Sie Probleme mit der grenzüberschreitenden Registrierung Ihres Unternehmens? Die Bürgerinnen und Bürger der EU haben viele Rechte, aber sie müssen auch schwierige Entscheidungen treffen und wissen, wie und in welchen Bereichen sie etwas bewirken können.

Wollen Sie das Bildungssystem verändern? Haben Sie ein Problem mit kontaminierten Lebensmitteln? Möchten Sie, dass der Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert wird? Oder haben Sie Probleme mit der grenzüberschreitenden Registrierung Ihres Unternehmens? Die Bürgerinnen und Bürger der EU haben viele Rechte, aber sie müssen auch schwierige Entscheidungen treffen und wissen, wie und in welchen Bereichen sie etwas bewirken können.

Unser beliebter Europäischer Demokratiepass bietet Antworten und wurde gerade aktualisiert! Er enthält Fakten, Hintergrundinformationen und Anleitungen zu allen Aspekten der modernen europäischen Demokratie, einschließlich einer Übersicht der Beteiligungsinstrumente und eines ausführlichen Handbuchs zur Europäischen Bürgerinitiative (EBI).

Die neue Fassung ist bereits in mehreren Sprachen verfügbar, weitere Sprachen werden in den nächsten Wochen hinzukommen. (cw)

Am 15. Februar startete der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) offiziell seine Initiative zur Einbeziehung von Vertretern der Zivilgesellschaft aus den EU-Kandidatenländern in seine Arbeit. Insgesamt wurden 131 Erweiterungskandidatenmitglieder ausgewählt, die einen „Pool“ von Experten der Zivilgesellschaft bilden und an den Arbeiten des Ausschusses mitwirken werden. Damit ist der EWSA die erste Institution, die ihre Türen für Vertreter der EU-Kandidatenländer geöffnet hat.

Am 15. Februar startete der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) offiziell seine Initiative zur Einbeziehung von Vertretern der Zivilgesellschaft aus den EU-Kandidatenländern in seine Arbeit. Insgesamt wurden 131 Erweiterungskandidatenmitglieder ausgewählt, die einen „Pool“ von Experten der Zivilgesellschaft bilden und an den Arbeiten des Ausschusses mitwirken werden. Damit ist der EWSA die erste Institution, die ihre Türen für Vertreter der EU-Kandidatenländer geöffnet hat.

Diese Initiative zählt zu den politischen Prioritäten von EWSA-Präsident Oliver Röpke. Sie setzt neue Standards für die Beteiligung der Kandidatenländer an den Tätigkeiten der EU und erleichtert konkret ihre schrittweise Integration in die EU.

Die Initiative wurde auf der EWSA-Plenartagung gestartet und dort von Věra Jourová, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission, Milojko Spajić, Ministerpräsident Montenegros, und Edi Rama, Ministerpräsident Albaniens, sehr begrüßt. Daneben waren Vertreter der Zivilgesellschaft aus neun EU-Bewerberländern (Albanien, Bosnien und Herzegowina, Georgien, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien, Türkei und Ukraine) vor Ort und weitere Erweiterungskandidatenmitglieder per Videokonferenz vertreten. Sie alle nahmen zum ersten Mal an einer Debatte auf einer EWSA-Plenartagung teil.

Präsident Röpke betonte angesichts dieser historischen Gelegenheit: „Wir dürfen die Bewerberländer nicht länger im Vorzimmer der EU warten lassen. Der EWSA hat deshalb beschlossen, den Kandidatenländern seine Türen zu öffnen und ihre Vertreter – die Erweiterungskandidatenmitglieder – an seiner Arbeit zu beteiligen.“

Ministerpräsident Spajić sagte: „Wir schätzen diese schrittweise Integration sehr. Für uns ist diese Initiative nicht so sehr ein Ersatz für die Mitgliedschaft als eher eine Möglichkeit, sowohl die Länder des westlichen Balkans (nach Maßgabe ihrer jeweiligen Leistungen) als auch die EU auf die Aufnahme vorzubereiten.“

Ministerpräsident Rama erklärte: „Meiner Ansicht nach sollten auch das Europäische Parlament, die Europäische Kommission und der Europäische Rat unbedingt eine solche Initiative ergreifen. Nur so kann allen Ansprüchen Genüge getan werden, und es lässt sich sehr konkret eine neue Dynamik anschieben.“

Věra Jourová, Vizepräsidentin der Europäischen Kommission für Werte und Transparenz, sagte: „Die Erweiterung liegt in unserem beiderseitigen Interesse, sie bleibt eine geostrategische Investition für die EU. Wir unterstützen deshalb den heutigen Start dieser Initiative und alle weiteren Initiativen, die unseren Partnerländern bei ihren Reformbemühungen helfen, die eine Stärkung ihrer Wirtschaft und der Demokratie zum Ziel haben.“

Die vollständige Liste der ausgewählten Erweiterungskandidatenmitglieder finden Sie hier. (at)

von der Gruppe Organisationen der Zivilgesellschaft

Die Gruppe Organisationen der Zivilgesellschaft des EWSA wird im Rahmen einer Konferenz am 25. März von 14.30 bis 18.00 Uhr in Brüssel die Frage erörtern, was auf EU-Ebene und in den einzelnen Mitgliedstaaten getan werden kann, um einen wirksamen und nachhaltigen zivilgesellschaftlichen Dialog und die partizipative Demokratie zu fördern.

von der Gruppe Organisationen der Zivilgesellschaft

Die Gruppe Organisationen der Zivilgesellschaft des EWSA wird im Rahmen einer Konferenz am 25. März von 14.30 bis 18.00 Uhr in Brüssel die Frage erörtern, was auf EU-Ebene und in den einzelnen Mitgliedstaaten getan werden kann, um einen wirksamen und nachhaltigen zivilgesellschaftlichen Dialog und die partizipative Demokratie zu fördern.

Als Gastredner werden u. a. erwartet:

  • Pedro Silva Pereira, Vizepräsident des Europäischen Parlaments und Vertreter der Präsidentin des Europäischen Parlaments Roberta Metsola für Kontakte zu zivilgesellschaftlichen Organisationen, die die Bürger vertreten, und
  • S. E. Willem van de Voorde, Botschafter Belgiens und Ständiger Vertreter Belgiens bei der EU.

Auf der Konferenz sollen die folgenden beiden Initiativen vorgestellt werden:

  • die Stellungnahme des EWSA „Perspektiven für die Stärkung des zivilgesellschaftlichen Dialogs und der partizipativen Demokratie in der EU“ SOC/782), die auf ein Ersuchen des belgischen EU-Ratsvorsitzes zurückgeht und auf der Plenartagung des EWSA vom 15. Februar verabschiedet wurde, und
  • ein von 156 Unterzeichnern aus 26 EU-Mitgliedstaaten unterstützter, von der Gruppe Organisationen der Zivilgesellschaft und Civil Society Europe verfasster offener Brief. Darin werden die EU-Organe aufgefordert, konkret tätig zu werden, um in allen Politikbereichen einen offenen, transparenten und regelmäßigen Dialog mit den Organisationen der Zivilgesellschaft zu etablieren.

Auf der Konferenz werden institutionelle Interessenträger mit einem breiteren Publikum erörtern, wie die im Rahmen dieser und anderer Initiativen vorgeschlagenen Maßnahmen umgesetzt werden können.

Die Konferenz ist öffentlich. Bei Interesse an einer aktiven Teilnahme vor Ort oder per Videokonferenz melden Sie sich bitte an. Die Veranstaltung wird per Webstream übertragen.

Weitere Informationen zum Programmentwurf, zur Anmeldung und zum Webstream finden Sie auf der Website der Veranstaltung.

von Antonello Pezzini, Delegierter der Beratenden Kommission für den industriellen Wandel und ehemaliges Mitglied der Gruppe Arbeitgeber im EWSA

von Antonello Pezzini, Delegierter der Beratenden Kommission für den industriellen Wandel und ehemaliges Mitglied der Gruppe Arbeitgeber im EWSA

Im Januar bekräftigte EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton, dass die Schaffung eines leistungsfähigen Binnenmarkts für Verteidigungsgüter im Sicherheitsinteresse der EU liegt. „Mit Munition für die Ukraine haben wir angefangen“, erklärte er. „Jetzt müssen wir größer denken. Wir brauchen ein umfangreiches Programm für die europäische Verteidigungsindustrie, mit dem wir die Produktionskapazität der europäischen Industrie erhöhen und die für den Schutz umstrittener Gebiete erforderliche Infrastruktur entwickeln können.“

Der EWSA hat mehrmals darauf hingewiesen, dass es eines Europäischen Programms zur industriellen Entwicklung im Verteidigungsbereich (EDIDP) bedarf, um ein interoperables und integriertes gemeinsames Verteidigungssystem aufzubauen.

Dieses Ziel ist umso dringlicher in der derzeitigen geopolitischen Lage. Diese zwingt uns, die strategische Autonomie Europas im Verteidigungsbereich zu verbessern und eine starke, gemeinsame technisch-industrielle Basis zu entwickeln.

Das EDIDP sollte in eine gemeinsame Strategie für die Verteidigungsindustrie eingebettet sein, die zu einer effektiven Integration europäischer Hersteller und Nutzer unter Beteiligung von mindestens drei Mitgliedstaaten ausgebaut werden kann.

Es wird immer deutlicher, dass ein strukturierter Dialog auf europäischer Ebene in Übereinstimmung und Koordinierung mit der NATO geführt werden und ein Rat der Verteidigungsminister eingerichtet werden muss, der als Forum für die Konsultation und Annahme genuin europäischer Beschlüsse die ständige politische Führung übernimmt.

Die rechtlichen Bestimmungen müssen Folgendes gewährleisten: ein ausgewogenes Verhältnis zwischen großen und kleinen Ländern, einen 20 %-igen Anteil kleinerer Unternehmen an den teilnehmenden Unternehmen, die Ausbildung von Fachkräften und neuen Berufsprofilen sowie die Umschulung von Mitarbeitern, deren Kompetenzen nicht mehr gebraucht werden oder veraltet sind.

Jetzt ist es an der Zeit für einen umfassenderen, entschiedeneren Ansatz. Wir brauchen ein groß angelegtes Programm für die europäische Verteidigungsindustrie, das durch die Entwicklung von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck die industrielle Basis Europas stärkt. Diese sog. Dual-Use-Güter, einschließlich Software und Technologie, können sowohl für zivile als auch militärische Zwecke genutzt werden. Dazu gehören auch Güter, die für den Entwurf, die Entwicklung, die Herstellung oder den Einsatz chemischer oder biologischer Waffen und ihrer Trägersysteme verwendet werden können.

Den Volltext des Artikels von Antonello Pezzini finden Sie im Newsletter der Gruppe Arbeitgeber im EWSA unter: https://europa.eu/!vYX7Wq