European Economic
and Social Committee
Europas Zukunft entscheidet sich in den ländlichen Gebieten
Ländliche Gebiete müssen für junge Menschen und Unternehmen interessanter werden. Dann hätten alle Menschen in der EU eine höhere Lebensqualität und könnten sich aussuchen, wo sie leben und arbeiten wollen. Dies ist eine der wichtigsten Schlussfolgerungen aus der Debatte Eine ganzheitliche Strategie für eine nachhaltige ländliche und städtische Entwicklung, die am 8. März im EWSA stattfand.
Die ländlichen und die städtischen Gebiete Europas entwickeln sich uneinheitlich. Wir brauchen eine Politik, die diesen Trend bremst und die einen fairen und nachhaltigen Übergang zu einer Ökonomie des Wohlergehens in allen Regionen mit einer ausgeglichenen Bevölkerungsverteilung fördert. Insbesondere sollten die ländlichen Gebiete – die für den wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalt und die Widerstandsfähigkeit einer Region entscheidend sind und außerdem zahllose Leistungen über ihre verschiedenen lokalen Ökosysteme (bspw. Nahrungsmittelproduktion) bereitstellen – für junge Menschen und Unternehmen interessanter gemacht werden.
Peter Schmidt, Vorsitzender der EWSA-Fachgruppe Landwirtschaft, ländliche Entwicklung, Umwelt (NAT), sagte: „Nach der Coronakrise werden wir die einmalige Gelegenheit haben, mit unseren Strategien dafür zu sorgen, dass alle Menschen und alle Gebiete gleichermaßen vom gerechten Übergang zu einer klimaneutralen, nachhaltigen und wohlhabenden Europäischen Union profitieren.“
„Nachdem die EU nun ein mutiges Konjunkturpaket geschnürt hat, müssen die tiefen Unterschiede zwischen den Gebieten in der EU bei der Zuweisung der Mittel berücksichtigt werden“, erklärte EWSA-Mitglied Stefano Palmieri, Vorsitzender der Fachgruppe Wirtschafts- und Währungsunion, wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt.
Deša Srsen aus dem Kabinett von Kommissionsvizepräsidentin Dubravka Šuica unterstrich: „Die Kommission bereitet die Verabschiedung ihrer Langzeitvision für den ländlichen Raum im Juni vor. Wir wollen mit ihr eine neue Dynamik für ländliche Gebiete schaffen.“
Josep Puxeu Rocamora, Berichterstatter für die Stellungnahme des EWSA zu einem Integrierten Ansatz für die ländlichen Gebiete der EU, betonte, wie komplex die Integration ländlicher und benachteiligter Gebiete ist, denn sie berühre sämtliche EU-Politiken. „Zur Entwicklung dieser Gebiete schlagen wir einen territorialen Vertrag vor. Er soll partizipativ und den Besonderheiten der Gebiete angepasst sein und ihr historisches, kulturelles und natürliches Erbe erhalten.“ (mr)