European Economic
and Social Committee
EWSA fordert maßgeschneiderte Pakte zur Unterstützung entlegener EU-Regionen
Auf seiner Plenartagung verabschiedete der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) eine Stellungnahme, in der er eine Strategie zur Bewältigung der Herausforderungen für die Inseln, Berggebiete und dünn besiedelten Gebiete in der EU vorschlägt. Der EWSA fordert EU-Maßnahmen im Rahmen der Kohäsionspolitik und betont die Notwendigkeit maßgeschneiderter Strategien, belastbarer Daten und spezifischer Mechanismen für nachhaltiges Wachstum.
Die EU-Regionen in Randlage – Inseln, Berggebiete und dünn besiedelten Gebiete – haben mit wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen zu kämpfen, die ihre Entwicklung hemmen. So ist die Randlage isolierter Inseln mit hohen Kosten verbunden, der Klimawandel bringt Risiken für Berggebiete mit sich, und der Bevölkerungsrückgang in dünn besiedelten Gebieten erfordert innovative Wachstumsstrategien. EWSA-Berichterstatter Ioannis Vardakastanis weist nachdrücklich auf die Notwendigkeit maßgeschneiderter Ansätze hin, die den besonderen Merkmalen der einzelnen Regionen Rechnung tragen. In seiner Stellungnahme spricht sich der EWSA für ein kohärentes Handeln der EU aus und verweist auf die Bedeutung regionaler Solidarität, um eine Marginalisierung zu verhindern. Der Ausschuss empfiehlt, auf Basis der soliden Rechtsgrundlage der EU-Kohäsionspolitik spezifische Fonds und Pakte nach dem Vorbild der erfolgreichen Strategien für den städtischen und den ländlichen Raum wie z. B. einen „Inselpakt“ oder einen „Berggebietepakt“ aufzulegen, um die spezifischen Herausforderungen dieser Gebiete anzugehen. Zu diesem Zweck muss den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekten Rechnung getragen werden. Außerdem ist eine breite Palette an Maßnahmen erforderlich, die von der Senkung der Betriebskosten bis hin zur Förderung der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Erhaltung der lokalen Kultur reichen. Für eine fundierte Entscheidungsfindung bei der Konzipierung politischer Maßnahmen, die den besonderen Gegebenheiten in diesen EU-Regionen Rechnung tragen, bedarf es genauer Daten sowie des Kapazitätsaufbaus und der Förderung eines aktiven Dialogs zwischen den Interessenträgern auf europäischer, nationaler und lokaler Ebene. (tk)