In einer neuen Stellungnahme fordert der EWSA einen umfassenden mehrjährigen strategischen Aktionsplan der EU, um das Potenzial der Kulturdiplomatie voll auszuschöpfen.

Auch wenn Kultur bereits seit 17 Jahren als Instrument der EU-Außenpolitik gilt, stand sie dabei nie wirklich im Vordergrund. Jetzt, wo wieder Krieg auf dem europäischen Kontinent herrscht, muss Kultur zu einem strategischen Motor des auswärtigen Handelns der EU werden, so der EWSA in seiner Stellungnahme.

Der Berichterstatter für diese Stellungnahme, Luca Jahier, sagt dazu: „Kultur könnte für die EU ein entscheidender Faktor auf interner Ebene, aber auch für ihre Außenwirkung sein.“

Herr Jahier unterstreicht, dass das Kulturerbe ein wichtiges, aber auch politisch sensibles und hochkomplexes Thema ist. Die Kulturdiplomatie ist dabei ein wirksames und ergänzendes Element des EU-Konzepts für Frieden, Sicherheit und nachhaltige Entwicklung.

Ein solider mehrjähriger strategischer Aktionsplan für Kulturdiplomatie sollte den Schutz, die Restaurierung und den Wiederaufbau des Kulturerbes in Gebieten vorsehen, die von Naturkatastrophen, Krisen und Konflikten betroffen sind. Der Plan sollte auch die Erfassung der bereits existierenden Initiativen vorsehen. In der Folge könnten eine EU-Plattform für internationale Kulturbeziehungen sowie eine eigene Struktur innerhalb des Europäischen Auswärtigen Diensts rund um einen „EU-Sonderbeauftragten für kulturelle Beziehungen“ aufgebaut werden.

Auf seiner Oktober-Plenartagung verabschiedete der EWSA eine Initiativstellungnahme zur Rolle der Kulturdiplomatie, in der die Bedeutung der kulturellen Dimension im derzeitigen geopolitischen Kontext hervorgehoben wird – ganz im Sinne der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. (mt)