Liebe Leserinnen und Leser,

lassen Sie uns, da das Jahr 2023 seinem Ende entgegengeht, einen Moment innehalten und wichtige Errungenschaften unseres Ausschusses in diesem Jahr Revue passieren. 

Als ich im April mein Amt antrat, versprach ich, den EWSA verstärkt zu einer inklusiven und offenen Plattform zu machen, auf der die Europäerinnen und Europäer, vor allem die jungen Menschen, ihre Sorgen und Anliegen zum Ausdruck bringen können. Ich bin stolz darauf, dass der EWSA dabei große Fortschritte erzielt und nun als erste EU-Institution einen EU-Jugendtest einführt. Das bedeutet, dass sich junge Menschen an der Erarbeitung unserer Stellungnahmen beteiligen und uns ihre Ansichten zu zentralen Themen für ihre Zukunft – virtuelle Welten, Wirtschaft und Demokratie – mitteilen werden. Die Ad-hoc-Gruppe „Jugend“ des EWSA wird dies aufmerksam verfolgen und Jugendinitiativen im Ausschuss entschieden vorantreiben.

Wir haben zu einem europäischen Blauen Deal aufgerufen – einer umfassenden Wasserstrategie für Europa. Wir als EWSA haben gemeinsam darauf gedrängt, dass dieses Thema zu einer politischen Priorität der nächsten Europäischen Kommission wird. Wir haben, so meine ich, Impulse gesetzt, und wir werden dabei nicht locker lassen. In einer Welt, in der wir immer häufiger mit Dürren, Überschwemmungen und Hitzewellen konfrontiert sind, ist es höchste Zeit für einen europäischen Blauen Deal. Europa braucht dringend einen eigenen und übergreifenden Ansatz für den Umgang mit Wasser. Hier gilt es, keine Zeit zu verlieren.

Europa agiert in einem neuen geopolitischen Kontext, und laut Kommissionspräsidentin von der Leyen muss sich Europa seinem historischen Auftrag stellen. Ich bin der festen Überzeugung, dass für die EU-Kandidatenländer konkrete Maßnahmen erforderlich sind. Der EWSA leistet seinen Beitrag, indem er vorangeht und die EU-Kandidatenländer schrittweise integriert. Wir haben eine Initiative für „Erweiterungskandidatenmitglieder“ auf den Weg gebracht. Das bedeutet, dass Vertreter der Zivilgesellschaft aus den EU-Kandidatenländern ab 2024 an unseren beratenden Arbeiten teilnehmen werden. Auf unserem Forum der Zivilgesellschaft in Thessaloniki und bei meinem letzten Besuch in Kiew hatte ich Gelegenheit, mit Vertretern der Zivilgesellschaft des Westbalkans bzw. der Ukraine zu sprechen. Meine klare Botschaft war: Der EWSA ist ein glaubwürdiger Partner, der seine Versprechen einhält. Ich bin überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. 

Dies sind nur einige der wichtigen Highlights des Jahres 2023, die aber ohne den gemeinsamen Einsatz dieses Hauses, das heißt unserer Mitglieder und unserer Bediensteten, nicht hätten erreicht werden können. Dies möchte ich noch einmal betonen. Ich danke Ihnen für Ihre Entschlossenheit und Ihr Engagement als Stimme der Zivilgesellschaft.

Mit dem bevorstehenden Jahreswechsel wird auch der belgische EU-Ratsvorsitz seine Arbeit aufnehmen. Ich möchte deshalb unseren spanischen Kollegen für ihre harte Arbeit und ihr Engagement während ihres gesamten Ratsvorsitzes danken. Und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem belgischen Ratsvorsitz.

Ich wünsche Ihnen allen frohe Feiertage und freue mich auf die Zusammenarbeit mit Ihnen im nächsten Jahr. 

Oliver Röpke

Präsident des EWSA