von der Gruppe Vielfalt Europa

von Simo Tiainen, Mitglied der Gruppe Vielfalt Europa als Vertreter des finnischen Zentralverbands der landwirtschaftlichen Erzeuger und Waldbesitzer

Ein größeres wirtschaftliches, soziales und regionales Gleichgewicht in der EU und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie und Unternehmen – dazu gehört auch die Landwirtschaft – müssen weiterhin Prioritäten der EU-Politik bleiben. Unsere Wettbewerbsfähigkeit sollte sich auf nachhaltige Produktion, Beschäftigung und Wirtschaftswachstum gründen. Nur ein wirtschaftlich starkes Europa kann eine Führungsrolle und Verantwortung übernehmen. In Handelsverhandlungen dürfen die Grundsätze der europäischen Lebensmittelerzeugung wie Nachhaltigkeit, hohe Standards und Ernährungssicherheit niemals aufgegeben werden.

Die Landwirtschaft ist auch für die strategischen, wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Herausforderungen von morgen von zentraler Bedeutung. Die Menschen in Europa wünschen sich nach wie vor nachhaltig erzeugte und sichere Lebensmittel. Aus diesem Grund müssen über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) die Versorgung mit gesunden und sicheren Lebensmitteln, der Umwelt- und Landschaftsschutz, der Tierschutz, Klimaschutz- und -anpassungsmaßnahmen, das Auskommen der Landwirte und die Lebensfähigkeit des ländlichen Raums gewährleistet werden. Die EU muss das europäische Agrarmodell verteidigen, das auf den Grundsätzen Nahrungsmittelsouveränität und Nachhaltigkeit fußt. Die GAP sollte vereinfacht werden. Es sollte weniger Bürokratie und mehr Subsidiarität geben.

Und schließlich sollten die Maßnahmen der EU einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung dienen. Die EU braucht eine überzeugende Forststrategie, mit der allen Aspekten der Nachhaltigkeit Rechnung getragen und in Europa die Erzeugung von mehr Holz und anderen Produkten ermöglicht wird. Eine solche Strategie kann einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung einer neuartigen Bioökonomie, zur Klimaneutralität sowie zu Arbeitsplätzen und Wachstum leisten. Nachhaltige Waldbewirtschaftung, die notwendigen Kohlenstoffsenken und die erforderliche Erhaltung der Biodiversität sind durchaus miteinander vereinbar.