European Economic
and Social Committee
COVID-19-Krise: Die Unternehmen in der EU sollten nach Ansicht des EWSA ihr Wirtschaftsmodell überdenken
Unser Geschäftsmodell in Europa und der Welt muss sich grundlegend ändern. Allerdings sollten die langfristigen Ziele der EU für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum trotz der COVID-19-Krise weiter die Grundpfeiler für unsere Zukunft bilden. In seiner von Philip von Brockdorff erarbeiteten und auf der Juli-Plenartagung verabschiedeten Stellungnahme zur Förderung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums in der EU betont der EWSA, dass die derzeitige Krise den Unternehmen in der EU Gelegenheit bietet, ihre Geschäftstätigkeit zu überdenken und zu verbessern. Die EU darf sich durch die Krise nicht von ihren Zielen abbringen lassen, wie sie im europäischen Grünen Deal, in der Strategie für nachhaltiges Wachstum 2020 und in der europäischen Säule sozialer Rechte formuliert wurden.
Während der Plenardebatte sagte Herr Brockdorff dazu: „Die wirtschaftlichen Probleme und andere Folgen der COVID-19-Krise machen deutlich, dass eine Veränderung des Modus Operandi von Unternehmen innerhalb der EU und weltweit notwendig ist. Die Lieferketten haben sich als anfällig erwiesen und müssen gesichert werden. Die Akteure in der EU müssen ihre diesbezüglichen Strategien überdenken und dabei in zahlreichen Sektoren den Schwerpunkt auf die Diversifizierung und Neuausrichtung der Lieferketten legen. Dabei wird auch eine Art sektorspezifische Deglobalisierung erforderlich sein. Zumindest sollten EU-Unternehmen, die wichtige Güter produzieren, darüber nachdenken, ihre Produktionsstätten wieder nach Europa zu verlagern.“
Um in den kommenden Jahren nachhaltiges Wachstum sicherzustellen, muss die europäische Wirtschaft unter Berücksichtigung der Schlüsselfaktoren ökologische Nachhaltigkeit, Produktivitätssteigerungen, Gerechtigkeit, sozialer Fortschritt und gesamtwirtschaftliche Stabilität umgestaltet werden.
Die Europäische Union muss im Welthandel eine größere Rolle spielen. Das ist für die Unternehmen in der EU und ihre geschäftlichen Perspektiven von entscheidender Bedeutung. Darüber hinaus sind für weltweit tätige globale Unternehmen gleiche Wettbewerbsbedingungen in vielerlei Hinsicht sehr wichtig, bspw. mit Blick auf die internationalen Arbeitsnormen, den fairen Wettbewerb und die Einhaltung der Klimaschutzziele. (mp)