European Economic
and Social Committee
Maria Nikolopoulou: Unser Ziel ist immer die Etablierung einer Kultur der Gleichstellung
EWSA info: Sie wurden zur Vorsitzenden der Ad-hoc-Gruppe Gleichstellung des EWSA gewählt. Was sind die Hauptaufgaben dieser Gruppe?
Maria Nikolopoulou: Aufgabe unserer Gruppe ist es, im EWSA eine bereichsübergreifende Kultur der Gleichstellung und Nichtdiskriminierung zu fördern. Daher besteht der erste Schritt darin, jene Bereiche zu ermitteln, in denen Mitglieder aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer Weltanschauung möglicherweise Erfahrungen mit Ungleichbehandlung machen. Ferner sind wir bestrebt, die Mitwirkung von Frauen im EWSA zu erhöhen und so bald wie möglich ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis zu erreichen. Derzeit hat der EWSA 108 weibliche Mitglieder (32,82 %). Einerseits wollen wir mittel- bis langfristig dafür sorgen, dass es mehr weibliche Mitglieder gibt, und andererseits Frauen den Raum und die Voraussetzungen bieten, die sie brauchen, um aktiver werden. In diesem Zusammenhang wollen wir u. a. die Erhebung von Daten über die Mitwirkung von Frauen nicht nur als Mitglieder, sondern auch als Sachverständige und Referentinnen an unseren Aktivitäten verbessern.
Wie wird die Gruppe mit anderen EU-Institutionen und Organisationen zusammenarbeiten, die sich mit Gleichstellungsfragen beschäftigen?
Letztes Jahr standen wir in Kontakt mit Evelyn Regner, der ehemaligen Vorsitzenden des FEMM-Ausschusses des Europäischen Parlaments, sowie dem für Gleichstellung und Vielfalt zuständigen EP-Vizepräsidenten Dimitrios Papadimoulis, um uns über Ideen, bewährte Verfahren und Maßnahmen auszutauschen. Zudem haben wir nach dem Vorbild der EP-Initiative ebenfalls eine Europäische Woche der Geschlechtergleichstellung organisiert. Wir haben diese Idee auf unsere eigene Arbeit und unseren eigenen Zeitplan zugeschnitten und in den Fachgruppensitzungen zu Jahresende Debatten über für Frauen relevante Themen geführt, wobei die Palette von geschlechtsspezifischer Gewalt bis hin zu Frauen in der Landwirtschaft, im Schiffsverkehr, in der Wirtschaft und in den Außenbeziehungen reichte. Darüber hinaus organisieren wir gerade eine öffentliche Veranstaltung, die übertragen werden und von jetzt an alljährlich stattfinden soll, um den Internationalen Frauentag am 8. März zu begehen.
Dieses Jahr wollen wir mit unseren Aktivitäten am 8. März auch ein Publikum außerhalb des EWSA erreichen und die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Situation von Frauen auf dem Arbeitsmarkt lenken.
EWSA info: Warum ist es Ihrer Ansicht nach für die Zivilgesellschaft wichtig, dass es diese Gruppe gibt?
Der EWSA ist Teil der Zivilgesellschaft. Die Organisationen, denen wir als Mitglieder angehören, fordern Respekt und fördern die Gleichstellung auf nationaler und lokaler Ebene. Unsere Aufgabe ist es, dies auch auf europäischer Ebene im „Haus der organisierten Zivilgesellschaft“ zu tun. Es reicht nicht, immer nur zu fordern. Wir müssen unsere Werte auch leben und uns so konsequent und kontinuierlich für die Etablierung einer Kultur der Gleichstellung einsetzen.
Maria Nikolopoulou, EWSA-Mitglied, Vorsitzende der Ad-hoc-Gruppe Gleichstellung