European Economic
and Social Committee
von der Gruppe Arbeitnehmer
In ihrer Sitzung zu Beginn des Monats erörterte die Gruppe Arbeitnehmer ein Kernthema der Gewerkschaftsbewegung: Demokratie am Arbeitsplatz. Die Arbeitnehmerschaft und ihre Vertreter müssen über innerbetriebliche Entscheidungen informiert und dazu konsultiert werden. Konsultation fördert ein höheres Lohnniveau und bessere Bedingungen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, was sich wiederum positiv auf die Produktivität und die Erwerbsbeteiligung auswirkt. Schließlich schneiden Unternehmen, die Demokratie am Arbeitsplatz unterstützen, deutlich besser ab und sind innovativer. Der derzeitige grüne und digitale Wandel hat gezeigt, dass dringend ein solider Rechtsrahmen zur Förderung der Demokratie am Arbeitsplatz geschaffen werden muss.
Oliver Röpke, Vorsitzender der Gruppe Arbeitnehmer im EWSA, begrüßte die Teilnehmer und erläuterte die Auswirkungen der weltweiten Pandemie und der russischen Invasion in der Ukraine auf die europäische Wirtschaft. Die Veranstaltung wurde anschließend von Aurelio Fernández López von der Ständigen Vertretung Spaniens bei der EU eröffnet, der versicherte, dass Demokratie am Arbeitsplatz zu den obersten Prioritäten des spanischen EU-Ratsvorsitzes zählen werde. Einer der Hauptredner war Rolf Schmachtenberg, Staatssekretär im deutschen Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Aus seiner Sicht seien Arbeitnehmerbeteiligung und -mitbestimmung das Fundament des wirtschaftlichen Erfolgs Deutschlands.
In der zweiten Podiumsdiskussion ging es um die Rolle der Demokratie am Arbeitsplatz bei der Aufrechterhaltung der Arbeitsnormen in den Lieferketten. Maria del Carmen Barrera Chamorro von der Gruppe Arbeitnehmer ging auf ihre kürzlich verabschiedete Stellungnahme zu menschenwürdiger Arbeit weltweit ein. Sie befürworte zwar die diesbezüglichen Bemühungen der Kommission, doch stünden die derzeitigen Vorschläge der Beteiligung von Gewerkschaften und Betriebsräten entgegen.
Oliver Röpke schlussfolgerte, dass die Nachmittagsdebatte interessante Impulse für die laufenden Arbeiten des EWSA zum Thema Demokratie am Arbeitsplatz liefere. Dieses Thema müsse von den europäischen Gewerkschaften gemeinsam angegangen werden.