Auf seiner Plenartagung im April verabschiedete der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss eine Stellungnahme zu den gesellschaftlichen Auswirkungen des Metaversums. In der Stellungnahme wird betont, dass sich die EU umgehend mit den Chancen und Risiken im Zusammenhang mit dem Metaversum befassen muss, damit ein inklusives und sicheres virtuelles Umfeld entstehen kann.

Das Metaversum hat bereits unter Beweis gestellt, dass es kostengünstige Lösungen, eine schnellere Produktion, Qualitätsverbesserungen, Risikominderung und Effizienzsteigerung bieten kann. Vielversprechend sind auch die etwaigen positiven Auswirkungen des Metaversums auf die Umwelt, da es Telearbeit ermöglicht und den Bedarf an physischen Reisen sowie die CO2-Emissionen reduziert.

Martin Böhme, der Berichterstatter des EWSA für die Stellungnahme, erwartet, „dass sich das Metaversum und die virtuellen Welten ganz erheblich auf unser Leben auswirken werden. Die Entwicklung ist eine Chance, aber ihre potentiellen Gefahren dürfen keinesfalls ausgeblendet werden.“

Vor allem für Kinder und schutzbedürftige Gruppen stellen virtuelle Welten auch ein Risiko dar. Der Ausschuss fordert die Plattformbetreiber auf, strenge Kontrollmechanismen zu schaffen, um schädliche Inhalte zu filtern und zu entfernen, und Maßnahmen gegen Belästigung, Missbrauch und ausbeuterisches Verhalten zu ergreifen. Weiterhin werden auch Probleme wie Sucht, Schutz der Privatsphäre und die psychische Gesundheit der Nutzer angesprochen.

Geltende Rechtsvorschriften reichen möglicherweise noch nicht aus, um die virtuellen Welten zu regulieren. Der EWSA fordert die EU-Institutionen deshalb auf, dafür zu sorgen, dass die Rechts- und Steuervorschriften, die in der realen Welt Geltung haben, auch in der virtuellen Welt eingehalten und neue Maßnahmen ergriffen werden, um auf besondere Erfordernisse des Metaversums einzugehen.

In der Stellungnahme wurde das erhebliche Potenzial für europäische Unternehmen hervorgehoben, die ihre Geschäftstätigkeit optimieren, Daten sammeln und ihre Leistung verbessern wollen. Die Herausforderungen für die Unternehmen bestehen u. a. in der verbesserten Akzeptanz für neue Technologien, der Umschulung der Arbeitskräfte und in der Gewährleistung einer ethischen und sicheren Nutzung.

„Der Aufbau von Metaversen für Unternehmen geht mit einem besonderen Kompetenzbedarf einher; Europa muss alles daran setzen, wieder zu einem attraktiven Forschungsstandort zu werden, denn nur so können wir unsere Führungsposition halten“, erklärte der Ko-Berichterstatter des EWSA, Hervé Jeannin.

Derzeit erarbeitete der EWSA eine weitere Stellungnahme zum Metaversum, die in der zweiten Jahreshälfte verabschiedet werden soll. (gb)