SCHON GEWUSST?

Unser Preis der zivilgesellschaftlichen Solidarität war in jeder Hinsicht bemerkenswert. Hier sind einige überraschende Fakten über unsere Gewinner und den Preis!

1. Anfang 2020 hatte der EWSA bereits das Thema seines traditionellen Preises der Zivilgesellschaft ausgewählt – doch dann kam COVID-19. Da mehr und mehr über gelebte Solidarität berichtet wurde, beschloss der EWSA, ausnahmsweise einen Preis der zivilgesellschaftlichen Solidarität zu vergeben.

2. Im Gegensatz zum Preis der Zivilgesellschaft, der an bis zu fünf Preisträger aus ganz Europa geht, suchte der EWSA nun je eine herausragende Initiative aus jedem EU-Land und dem Vereinigten Königreich. Eine weitere Neuerung: Der Wettbewerb stand auch Unternehmen und nicht nur Organisationen der Zivilgesellschaft offen, so wie im Falle des traditionellen Preises. 

3. Der EWSA-Preis der zivilgesellschaftlichen Solidarität kam auf die zweithöchste Zahl von Bewerbungen in der Geschichte des EWSA-Preises der Zivilgesellschaft und wird nur durch den Wettbewerb von 2015 zum Thema Unterstützung von Migranten und Flüchtlingen übertroffen.

4. Im Vergleich zu früheren Preisen gingen in diesem Jahr mehr Beiträge von nicht als offizielle Organisationen registrierten Initiativen beim EWSA ein, etwa von Freiwilligen- oder Nachbarschaftsgruppen. Dies veranschaulicht einmal mehr die spontane Hilfsbereitschaft vor Ort.

5. Krystyna Paszko aus Polen ist die jüngste Preisträgerin in der Geschichte des Wettbewerbs. Da sie 17 Jahre alt war, als sie ihren Beitrag einreichte, musste ihre Mutter ihre Bewerbung unterschreiben. Dennoch hat Krystyna mit ihrem originellen, aber auch unglaublich mutigen Projekt – den Opfern häuslicher Gewalt wird damit ein Ausweg geboten – in kürzester Zeit Aufmerksamkeit in den europäischen Medien erregt. In ganz Europa berichteten Medien über dieses Projekt, und Krystyna gab Interviews für die BBC und das belgische Fernsehen.

6. Für einen unserer Preisträger, das kroatische Netzwerk für Obdachlose, bewahrheitete sich das Sprichwort „Ein Unglück kommt selten allein“: Nur wenige Tage, nachdem die kroatische Regierung strikte Kontaktbeschränkungen eingeführt hatte, erschütterte zum ersten Mal seit 140 Jahren wieder ein starkes Erdbeben die Hauptstadt Zagreb.

7. Einige unserer Preisträger hatten bereits in der Vergangenheit Erfahrungen mit der Bewältigung von Virusbedrohungen gesammelt. Die NGO Emergency, die von uns ausgezeichnete grenzüberschreitende Initiative, hat während des Ebola-Ausbruchs in Sierra Leone Unterstützung geleistet, während unser irischer Gewinner, die Lernplattform Alison, bereits Schulungen zu SARS, Schweinegrippe und Ebola organisiert hatte.

8. Einige unserer Preisträger haben auch weitere Preise für andere Projekte rund um COVID gewonnen. Ein Beispiel hierfür ist die litauische Kommunikationsexpertin Karolina Barišauskienė. Noch bevor sie mit dem Preis der zivilgesellschaftlichen Solidarität für ihr Projekt – eine Dokumentation der Arbeit des medizinischen Personals mit COVID-19-Patienten – ausgezeichnet wurde, erhielt sie in Litauen einen PR-Preis für „Aware Youth – Enabled Elderly“– ein soziales Projekt, das junge Menschen zur Einhaltung der Quarantäneregeln aufruft.

9. Viele unserer 250 Kandidaten haben nicht nur wertvolle Arbeit vor Ort geleistet, sondern legten auch Kreativität bei der Namensgebung für ihre Projekte an den Tag. Bewerber aus Spanien und Slowenien taten sich hierbei besonders hervor: Ihre Initiativen heißen „#SoulFoodFighters“, – oder übersetzt – „Antirassistische Speisekammer“, „Es regnet nie, sondern es gießt“, „Hotel Korona“, „Hübsch meine Wände auf“ und „Leer sind unsere Straßen, aber nicht unsere Herzen“. (ll)