European Economic
and Social Committee
Giulia Barbucci: „Neues Jahr, neue Herausforderungen“
Liebe Leserinnen und Leser,
jedes neue Jahr hält neue Hoffnungen und Träume bereit, die wir mit frischer Tatkraft verwirklichen wollen.
Ich hoffe, dass wir in diesem neuen Jahr die pandemiebedingten Probleme hinter uns lassen und uns den neuen großen Herausforderungen, denen sich Europa 2023 und danach gegenübersieht, zuwenden können: Der Krieg in der Ukraine und die Energiekrise, der ökologische und der digitale Wandel, die Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und das sich wandelnde politische Klima in vielen Teilen Europas.
Die Aussichten für die europäische Wirtschaft für 2023 sind düster, weshalb Europa nun die richtigen und vor allem klare Prioritäten setzen muss. Zu Jahresbeginn hat Schweden den EU-Ratsvorsitz übernommen und will die Ukraine auch weiterhin mit humanitärer Hilfe unterstützen und zugleich den Schwerpunkt auf den ökologischen Wandel und die Stärkung der EU-Wirtschaft legen, zumal 2023 das 30-jährige Bestehen des Binnenmarkts gefeiert wird.
Darüber hinaus ist 2023 zum Europäischen Jahr der Kompetenzen erklärt worden.
Durch Arbeitskräfte mit den erforderlichen Kompetenzen entstehen Innovationen und wird gewährleistet, dass sowohl bei der wirtschaftlichen Erholung als auch beim ökologischen und digitalen Wandel niemand zurückgelassen wird. Deshalb werden Kompetenzen eine zentrale Rolle bei der Bewältigung der Herausforderungen, vor denen Europa steht, spielen.
Auch wenn das Europäische Jahr der Jugend vorüber ist, werden wir uns weiterhin mit diesem Thema beschäftigen. Der EWSA hat im vergangenen Jahr mehrere Stellungnahmen zu Jugendfragen erarbeitet und engagiert sich weiterhin für jugendgerechte Maßnahmen und Rechtsvorschriften der EU. Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss setzt sich auch künftig für Lösungen zugunsten junger Menschen ein, die zugleich ihrer Forderung nach einer besseren Welt Rechnung tragen.
Auf der COP 27 im November 2022 in Scharm El-Scheich gehörte der Delegation des Ausschusses auch eine junge Delegierte an, die jungen Menschen in Fragen der Klimakrise und Nachhaltigkeit Gehör verschaffen sollte. Auch in diesem Jahr werden wir in den Verhandlungen eine prominentere Rolle für junge Menschen und die organisierte Zivilgesellschaft als Ganzes fordern, damit die soziale Gerechtigkeit im Transformationsprozess gewährleistet ist.
2022 haben wir uns auch um mehr Gleichstellung der Geschlechter bemüht. Der EWSA war Gastgeber einer Reihe von Veranstaltungen zur Unterstützung der Woche der Gleichstellung der Geschlechter des Europäischen Parlaments. Sie umfassten ein breites Spektrum an Themen, die Frauen betreffen, darunter ihre Rolle in der Sozialwirtschaft, Frauen und Energiearmut, häusliche Gewalt gegen Frauen, Zugang zu Finanzmitteln für Unternehmerinnen sowie reproduktive und sexuelle Rechte. Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss will sich auch im neuen Jahr und danach entschlossen für die Geschlechtergleichstellung und die durchgängige Berücksichtigung des Gleichstellungsaspekts in allen Politikbereichen einsetzen.
Angesichts derart zahlreicher Herausforderungen kann die Europäische Union nur dann erfolgreich sein, wenn sie die europäische Zivilgesellschaft systematisch in ihre Beschlussfassung einbezieht. Ich hoffe, dass wir diese Herausforderungen gemeinsam bewältigen können. Und ich hoffe auch, dass das neue Jahr wieder Sicherheit, Frieden und Einvernehmen für uns bereithält, die für uns so lange selbstverständlich waren.
Europa wünsche ich ein produktives Jahr und Ihnen allen Glück und Gesundheit.
Giulia Barbucci, EWSA-Vizepräsidentin für Haushalt