European Economic
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Kurzfristige Vermietung von Unterkünften: EU-Vorschriften sollen lokale Gemeinschaften und Unternehmen vor Auswüchsen schützen
In einer im Februar verabschiedeten Stellungnahme fordert der EWSA, dass die nationalen und lokalen Behörden Folgenabschätzungen durchführen. Es soll herausgefunden werden, wie sich die kurzfristige Vermietung von Unterkünften über Online-Plattformen auf das Leben der Einheimischen sowie Unternehmen wie Hotels und andere Gastronomiebetriebe auswirkt.
Die Stellungnahme enthält die Position des EWSA zum Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission zur kurzfristigen Vermietung von Unterkünften. Nach Ansicht des EWSA sollte die Kommission eine regelmäßige Bewertung durch die nationalen und lokalen Behörden in Bezug darauf empfehlen, wie sich die kurzfristige Vermietung von Unterkünften auf das lokale Tourismuspotenzial, das Leben der Einheimischen, den langfristig genutzten Mietwohnraum und den örtlichen Immobilienmarkt auswirkt. Bewertet werden sollten außerdem die direkten und indirekten Auswirkungen auf die Lebenshaltungskosten, die Arbeitsplätze, die Umweltverschmutzung, die Achtung der lokalen Traditionen und die Unternehmen.
Der jüngste Boom kurzfristiger Vermietungen über Online-Plattformen, die inzwischen etwa ein Viertel aller touristischen Beherbergungen in der EU ausmachen, hat mancherorts zu einer angespannten Lage geführt. Auf einige weniger bekannte Städte und Regionen hat sich die Entwicklung des lokalen Tourismus durch die preisgünstigere kurzfristige Vermietung von Unterkünften positiv ausgewirkt. Beliebtere Reiseziele sind jedoch an einen Punkt gelangt, an dem es nicht mehr weitergehen kann wie bisher. In Venedig, Florenz oder Barcelona, um nur einige Orte zu nennen, stehen Hotels und andere traditionelle Beherbergungsbetriebe in Wettbewerb mit Airbnb und anderen Online-Plattformen, Ihr Kollisionskurs hat das öffentliche Leben vor Ort beinahe zum Erliegen gebracht.
„Interessant sind die potenziellen Spill-over-Effekte der Verordnung“, erklärt Berichterstatter Marinel Dănuț Mureșan. „Bei der Verordnung selbst geht es zunächst einmal nur um die Erhebung und den Austausch von Daten über die kurzfristige Vermietung von Unterkünften in der EU. Wenn die nationalen Behörden die Daten der Plattformen bekämen, könnten wir weitere substanziellere Ergebnisse erzielen. Die Folgenabschätzung wäre ein Hauptwerkzeug für die politischen Entscheidungsträger.“
Der EWSA regt außerdem als Lösungsvorschlag an, Versicherungspolicen heranzuziehen, die vom Gastgeber zu zeichnen wären. Sie könnten aufwändige Genehmigungsverfahren ersetzen. Laut Verordnung sollen die lokalen Behörden es vermeiden, den Anbietern kurzfristiger Vermietungen solche Verfahren aufzubürden, doch wird nicht präzisiert wie. Die Versicherungspolicen könnten die größten Risiken der Vermietungsaktivitäten abdecken, wobei die Überprüfung der Regelkonformität den Versicherungsunternehmen überlassen würde.
Weiterhin schlägt der EWSA zur Verbesserung der Verordnung eine vereinfachte Registrierung gemäß einheitlichen und EU-weiten Anforderungen vor. Dabei rät er zu einem standardisierten Ansatz bezüglich der erforderlichen Informationen, die über jedwede kurzfristige Vermietungen von Unterkünften gemeldet werden müssen. (dm)