An der Jugendplenartagung „Your Europe Your Say!“ 2025 nahmen rund 90 Schülerinnen und Schüler aus der EU, den Kandidatenländern und dem Vereinigten Königreich teil. Walerija Makarenko war den weiten Weg aus dem kriegsgebeutelten Charkiw in der Ukraine gekommen, um ihr Land auf der Veranstaltung zu vertreten. Sie erklärte uns, warum die Teilnahme an der Jugendplenartagung für junge Ukrainer so wichtig ist, und äußerte die Hoffnung, dass ihre Generation, die durch den Krieg Resilienz und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit entwickelt hat, die Ukraine in eine bessere Zukunft führen wird.

1) Warum ist es Deiner Meinung nach für junge Menschen wichtig, an EU-Veranstaltungen wie „Your Europe Your Say“ teilzunehmen?

Ich denke, dass die Teilnahme an EU-Veranstaltungen wie „Your Europe, Your Say!“ für junge Menschen deshalb wichtig ist, weil sie ihnen eine Plattform bieten, auf der sie ihre Meinung äußern, sich an sinnvollen Diskussionen beteiligen und die Zukunft Europas aktiv mitgestalten können. Diese Veranstaltungen bieten die wirklich unschätzbare Gelegenheit, die Entscheidungsprozesse kennenzulernen, Führungsqualitäten zu entwickeln und Kontakte zu Gleichaltrigen aus verschiedenen Ländern zu knüpfen. Für junge Ukrainerinnen und Ukrainer hat die Teilnahme noch größere Bedeutung, denn sie ermöglicht es uns, von unseren eigenen Erfahrungen zu berichten, für die Aufnahme der Ukraine in die Europäische Union einzutreten und die Solidarität unter den jungen Menschen in Europa zu fördern.

2) Wie wirkt sich der Krieg deines Erachtens auf die jungen Menschen in der Ukraine aus?
Der Krieg hat das Leben der jungen Menschen in der Ukraine stark verändert und sich auf ihre Bildung, ihre psychische Gesundheit und ihr allgemeines Sicherheitsgefühl ausgewirkt. So mussten viele ihr Studium online fortsetzen oder umziehen, oft unter instabilen Bedingungen. Der Krieg hat sie jedoch auch resilienter gemacht - junge Ukrainerinnen und Ukrainer sind nicht nur zu Symbolen der Kraft und Stärke geworden, sondern engagieren sich auch stärker in der Freiwilligenarbeit, im Aktivismus und beim Wiederaufbau, wie z. B. bei Stadtplanungsvorhaben. Trotz aller Schwierigkeiten sind wir entschlossen, unsere Identität zu bewahren und einen Beitrag zur Zukunft unseres Landes zu leisten.

3) Was erhoffst du dir für die Zukunft junger Menschen in der Ukraine?
Die Frage nach der Zukunft ist sicher für fast alle ukrainischen Teenager kompliziert. Wir jungen Menschen hoffen, dass wir alle in der Ukraine Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Bildung, berufliche Entwicklungsmöglichkeiten und eine sichere Zukunft in einer starken, unabhängigen Ukraine haben werden. Ich hoffe auch, dass die internationale Gemeinschaft die Ukraine weiterhin beim Wiederaufbau unterstützen wird, damit sich die jungen Menschen entfalten können, anstatt einfach nur zu überleben. Die ukrainische Jugend ist voller Lebenskraft, und es ist inspirierend zu sehen, dass sich immer mehr junge Menschen an verschiedenen Projekten beteiligen, u. a. in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Wiederinstandsetzung der Infrastruktur. Vor allem aber hoffe ich, dass unsere Generation, die sich durch Resilienz und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit auszeichnet, die Ukraine in eine bessere, innovativere und demokratischere Zukunft führen wird.

4) Möchtest du abschließend noch ein paar Worte über die Veranstaltung sagen?  

Ich fand sie wirklich inspirierend. Allein schon mich mit den anderen Teilnehmern auszutauschen, ihnen zuzuhören und das von ihnen Gesagte zu analysieren, war für mich beeindruckend. Wir brauchen uns nur zusammenzutun, um zu zeigen, wozu wir alles in der Lage sind. Einige Projekte, an denen wir teilgenommen haben, haben uns wirklich geholfen, andere Länder besser zu verstehen. Ich habe so vieles über sie erfahren, was mir neu war. Ich bin begeistert und ich bin stolz, dabei gewesen sein zu dürfen. 

Walerija Makarenko ist eine 16-jährige Schülerin aus Charkiw, Ukraine. Sie besucht die 10. Klasse des Charkiwer Gymnasiums Nr. 99.