Auf der am 3./4. November ausschließlich online abgehaltenen Jahreskonferenz der Plattform der Interessenträger für die Kreislaufwirtschaft zeigte sich der EWSA entschlossen, mit dafür zu sorgen, dass die Plattform zu einem wahren Dreh- und Angelpunkt der gemeinsamen Bemühungen um eine Kreislaufwirtschaft in Europa wird.
Die EWSA-Präsidentin Christa Schweng eröffnete die Konferenz gemeinsam mit Frans Timmermans, Exekutiv-Vizepräsident der Kommission, und blickte zunächst auf die ersten drei Jahre der Plattform der Interessenträger für die Kreislaufwirtschaft als Datenbank bewährter Verfahren und Diskussionsforum für Fachleute zurück. Anschließend richtete sie den Blick nach vorne auf das nun beginnende Mandat mit dem neuen EU-Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft.
„Die letzten drei Jahre haben gezeigt, dass dies die Art und Weise ist, wie die Akteure zusammenarbeiten wollen“, so Christa Schweng. „Die Europäische Plattform der Interessenträger für die Kreislaufwirtschaft, Ihre Plattform, ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Politik und Praxis ineinandergreifen.
Lassen Sie den Austausch von Erfahrungen und motivierenden Beispielen deshalb bitte nicht abreißen – ob es sich nun dabei um ein kreislauforientiertes Verhalten fördernde Konsumartikel handelt, um innovative Ideen zur Abfallverringerung und -bewirtschaftung, um Schmuck aus recycelten Materialien, um Kreislaufwirtschaftsstrategien der nationalen Regierungen oder um Schulen, die die nächste Generation für die Zukunft rüsten.
Wenn Sie sich umschauen, werden Sie bemerken, dass unsere gemeinsame Wende bereits im Gange ist, doch wir müssen noch viel mehr tun, damit die EU bei der Umstellung auf eine Kreislaufwirtschaft weltweit eine Führungsrolle übernehmen kann.“
Christa Schweng betonte, dass die Kreislaufwirtschaft ein wichtiger Faktor für den Erfolg des europäischen Grünen Deals, der zentralen Strategie der EU für die kommenden Jahre, sein wird. Sie wies darauf hin, dass die Kreislaufwirtschaft in einer Zeit, in der viele um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen, nachweislich (rund 4 Millionen neue Arbeitsplätze von 2012 bis 2018) zur Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten beitragen kann und die Unternehmen Unterstützung dabei benötigen, die Umstellung zu bewältigen, während sie gleichzeitig mit den Folgen der COVID-19-Krise zu kämpfen haben.
Der zweite Konferenztag wurde von dem für Kommunikation zuständigen EWSA-Vizepräsidenten Cillian Lohan eröffnet, der zu den Mitbegründern der Plattform gehört und fest von ihrem Potenzial überzeugt ist. Er hob hervor, dass im Mittelpunkt des Projekts stets die Zusammenarbeit gestanden hat und dies auch weiterhin der Fall sein muss:
„Bei dieser Plattform ging es von Anfang an vornehmlich um Zusammenarbeit“, so Cillian Lohan. „Die Entstehungsgeschichte der – zugegebenermaßen noch jungen – Plattform darf nicht vergessen werden, denn der Geist der Gemeinsamkeit hat dieses Projekt von Anfang an geprägt: Wir wollten es gemeinsam und nicht im Konflikt oder Wettbewerb miteinander verwirklichen. Und diesem Geist ist die Plattform bei ihrer weiteren Arbeit treu geblieben.
Zur Umstellung auf eine Kreislaufwirtschaft leistet jeder Einzelne einen Beitrag, sie wird gemeinschaftlich bewerkstelligt – mit den Interessenträgern allen voran. Heute wollen wir die Kreislaufwirtschaft noch weiter voranbringen und Sie alle halten dabei das Steuer in der Hand."
Die zweitägige Veranstaltung zählte mehr als 700 Teilnehmer und wurde so in Belgien zu einem der populärsten Trendthemen auf Twitter.
Die Europäische Plattform der Interessenträger für die Kreislaufwirtschaft ist eine gemeinsame Initiative des EWSA und der Europäischen Kommission, mit der ein „Netz der Netze“ zur Unterstützung eines Umstellungsprozesses geschaffen werden soll, der von den Interessenträgern getragen und vorangetrieben wird. Als wegweisendes Projekt diente die Plattform sowohl in den EU-Mitgliedstaaten als auch in den USA als Vorbild für ähnliche Initiativen.
Die Ergebnisse der Konferenzdebatten werden in Kürze auf der Website der Plattform abrufbar sein. (dm)