Reform des Strommarkts – EWSA schlägt „E-Agentur“ für den Kauf und Verkauf von Strom vor

Der Ausschuss spricht sich für einen künftigen Strommarkt auf der Basis einer öffentlich-privaten Partnerschaft sowie für eine Mischung aus Regulierung und Liberalisierung aus.

Kern des vom EWSA vorgeschlagenen Modells ist eine von den Regierungen einzurichtende „E-Agentur“, die Strom von den Erzeugern kauft und an diejenigen verkauft, die Haushalte, KMU, Bürgerenergiegemeinschaften und Großverbraucher beliefern, sowie gegebenenfalls und sofern möglich an andere Länder.

Die „E-Agentur“ soll langfristige Verträge mit Stromerzeugern auf der Basis von Ausschreibungen abschließen. Dabei sollen unterschiedliche Arten von Verträgen genutzt werden, beispielsweise Strombezugsverträge, Differenzverträge und Kosten-Plus-Verträge.

Dies sind die zentralen Elemente für eine Reform des derzeitigen EU-Strommarkts, die die beiden EWSA-Berichterstatter Jan Dirx und Christophe Quarez in der Stellungnahme vorschlagen, die auf der Plenartagung am 14. Juni 2023 verabschiedet wurde.

„Der EWSA spricht sich seit Langem für eine Reform des EU-Strommarkts aus“, so Jan Dirx. „Wir sind der Auffassung, dass ein hybrides Modell gemäß dem Motto ‚so viel Liberalisierung wie möglich, so viel Regulierung wie nötig‘ zukunftsweisend wäre“.

„Energie ist ein wesentlicher Baustein unseres Wirtschafts- und Sozialsystems und sollte nicht wie eine gewöhnliche Ware behandelt werden, denn sie ist ein zentraler Bestandteil der öffentlichen Dienstleistungen“, betonte Christophe Quarez. „Gemäß unserem Vorschlag sind die Regierungen für die Verwirklichung der Ziele Nachhaltigkeit, Erschwinglichkeit und Versorgungssicherheit verantwortlich.“ (mp)