Anlässlich der Woche für die Gleichstellung der Geschlechter des Europäischen Parlaments (EP) verabschiedete der EWSA zwei Stellungnahmen mit Empfehlungen zur Stärkung der Stellung der Frau und zur Unterstützung pflegender Angehöriger. Zudem unterstützte er die EP-Initiative mit einer Reihe von Veranstaltungen zur durchgängigen Berücksichtigung von Geschlechtergleichstellung und Intersektionalität.

Zur Eröffnung der Debatte betonte EWSA-Präsidentin Christa Schweng: „Das derzeitige geschlechtsspezifische Beschäftigungsgefälle ist inakzeptabel und bedeutet einen erheblichen wirtschaftlichen und sozialen Schaden für die EU. Wir müssen günstigere Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen schaffen, Hindernisse und Stereotype abbauen, und es muss mehr Vorbilder für Mädchen und Frauen geben.“

Die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments Evelyn Regner hob die Notwendigkeit einer durchgängigen Berücksichtigung der Geschlechtergleichstellung und verbindlicher Maßnahmen hervor: „Im Vergleich zu den Vorjahren verlangsamen sich die Fortschritte. Wo verbindliche Maßnahmen gelten, können wir aber noch vorankommen. Zur Bekämpfung von Vorurteilen brauchen wir einen kulturellen Wandel, aber auch verbindliche Maßnahmen. Und wir müssen zusammenarbeiten – EP und EWSA, Frauen und Männer, jung und alt.“

Ozlem Yildirim, Berichterstatterin für die EWSA-Stellungnahme „Förderung der Gleichstellung in der EU“, forderte „eine wirksame Antidiskriminierungspolitik auf EU-Ebene, die durch wirklich abschreckende Sanktionen ergänzt wird“.

Ko-Berichterstatter Cristian Pîrvulescu erläuterte: „In seiner Stellungnahme fordert der EWSA eine nächste Generation an Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung in Europa, die auf der Anerkennung des Gleichheitsgrundsatzes sowie auf der Verpflichtung zu ihrer Durchsetzung beruhen müssen“.

Außerdem verabschiedete der EWSA die Stellungnahme „Betreuung von Menschen mit Behinderungen und älteren Menschen durch Angehörige“. Der Berichterstatter, Pietro Vittorio Barbieri, betonte in diesem Zusammenhang: „Das europäische Wohlfahrtssystem basiert auf den pflegenden Angehörigen, die selbst oftmals aus dem System ausgeschlossen sind. Bei der überwiegenden Mehrheit davon handelt es sich um Frauen, die sich entscheiden müssen, ob sie Betreuungsarbeit leisten oder weiterhin ihrem Beruf nachgehen. Wir fordern die europäischen und nationalen Institutionen nachdrücklich auf, sich im Interesse der pflegenden Angehörigen und der betreuten Menschen mit dieser Thematik zu beschäftigen.“ (gb)