Am Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz 2023 forderte der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss die Europäische Union auf, verbindliche Rechtsvorschriften zu erlassen, um psychosozialen Risiken am Arbeitsplatz vorzubeugen. Es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass prekäre Arbeitsverhältnisse die psychische Gesundheit von Arbeitnehmern erheblich belasten.

Der EWSA präsentierte am 27. April seine Stellungnahme zum Thema Prekäre Beschäftigung und psychische Gesundheit im Rahmen einer Debatte mit dem spanischen Staatssekretär für Beschäftigung und Sozialwirtschaft, Joaquín Pérez Rey.

Der Berichterstatter für diese Stellungnahme, José Antonio Moreno Díaz, bekräftigte, dass prekäre Arbeitsverhältnisse erwiesenermaßen das Risiko einer Verschlechterung der psychischen Gesundheit von Arbeitnehmern erhöhen und somit ein Problem der öffentlichen Gesundheit sind.

Prekäre Arbeitsverhältnisse, die u. a. durch Arbeitsplatzunsicherheit, ausbeuterische Zeitverträge, lange Arbeitszeiten und fehlende Möglichkeiten der Arbeitszeitgestaltung gekennzeichnet sind, verletzen die Grundrechte von Arbeitnehmern und müssen in all ihren Formen bekämpft und beseitigt werden. Aus diesem Grund forderte der EWSA den Erlass verbindlicher Rechtsvorschriften auf EU-Ebene sowie eine Weiterentwicklung und Modernisierung der Richtlinie über die Sicherheit und den Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (89/391/EWG).

„Wir brauchen ein hochwertiges Arbeitsumfeld, das weder zu physischen noch zu psychischen Leiden führt. Wir brauchen eine spezifische EU-Richtlinie zu psychosozialen Risiken", so Moreno Díaz.

EWSA-Präsident Oliver Röpke erklärte: "Unser Ausschuss hat sich die Weiterentwicklung der EU-Sozialagenda und den Aufbau eines nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Europas, das fit für das 21.Jahrhundert ist, zu einem wichtigen Anliegen gemacht. Dazu gehören etwa angemessene Arbeitsmarktbedingungen, die Förderung der Arbeitnehmerbeteiligung und die Bekämpfung prekärer Arbeitsverhältnisse.“ (ll)