von der Gruppe Organisationen der Zivilgesellschaft

Angehörige der Gesundheitsberufe und Vertreter der Zivilgesellschaft fordern von den politischen Entscheidungsträgern einen „Gesundheitscheck“ für alle künftigen Maßnahmen. In der neuen Legislaturperiode muss das „Recht auf Gesundheit“ weiterhin ganz oben auf der Agenda der EU und der Mitgliedstaaten stehen. So lautete eine Forderung der Europäerinnen und Europäer auf der Konferenz zur Zukunft Europas. 

Die nationalen und europäischen Gesundheitsmaßnahmen müssen besser koordiniert und aufeinander abgestimmt werden, damit ein nachhaltigerer und krisenresistenter Gesundheitssektor entsteht, der einen gleichberechtigten Zugang zu einer hochwertigen Gesundheitsversorgung für alle gewährleistet. 

Hierzu dürften Investitionen, Prävention, technologische Innovationen und frühkindliche Gesundheitserziehung maßgeblich beitragen, wie die Konferenz zur Lage des Gesundheitswesens in der EU am 4. Juni in Lüttich festgestellt hat. Diese wurde im Rahmen des belgischen EU-Ratsvorsitzes von der Gruppe Organisationen der Zivilgesellschaft des EWSA zusammen mit den beiden Krankenhäusern CHU Liège und Hôpital de la Citadelle veranstaltet. 

„In der nächsten Legislaturperiode 2024–2029 muss die Gesundheit für die neue Europäische Kommission, das neue Europäische Parlament und den Rat weiterhin eine zentrale strategische Priorität sein“, betonte Séamus Boland, Vorsitzender der Gruppe Organisationen der Zivilgesellschaft. Die europäischen Institutionen sollten entsprechend dem Konzept „Eine Gesundheit“ die Verflechtungen zwischen der Gesundheitspolitik sowie dem demografischen, dem digitalen und dem ökologischen Wandel, der wirtschaftlichen Sicherheit und der Industriepolitik fördern. 

Séamus Boland unterstrich, dass die Gesundheitspolitik nur mit niedrigschwelligen, angemessenen und hochwertigen Sozialdiensten und sozialpolitischen Maßnahmen sowie mit einer ausreichenden Zahl gut ausgebildeter Angehöriger der Gesundheitsberufe effektiv funktionieren kann. Er bekräftigte, dass die zivilgesellschaftlichen Organisationen wie etwa Patientenverbände direkt in die Gesundheitsversorgung einbezogen werden und dabei Verantwortung tragen müssen: „Die Akzeptanz und der Erfolg europäischer Gesundheitsinitiativen und -programme sind nur möglich, wenn ein transparenter, regelmäßiger und strukturierter Dialog mit den zivilgesellschaftlichen Organisationen geführt wird, die zu diesem Zweck wiederum auf eine nachhaltige und berechenbare Finanzierung angewiesen sind.“ 

Auf der Konferenz wurden grundlegende Aspekte einer gestärkten Europäischen Gesundheitsunion erörtert: 

  • Verpflichtung zu dem Konzept „Eine Gesundheit“, 
  • digitale Innovationen und ihre Auswirkungen auf die Gesundheit, 
  • Nachhaltigkeit und zukunftssichere Gesundheitssysteme durch soziale Investitionen und
  • die weltweite Bekämpfung von Ungleichheiten im Gesundheitsbereich unter dem Aspekt der europäischen Solidarität: das Beispiel seltene Krankheiten. 

Die Schlussfolgerungen und Empfehlungen der Konferenz werden auf der Website der Veranstaltung veröffentlicht. 

Weitere Informationen zur Konferenz finden Sie in unserer Pressemitteilung.