Die Gründer und die derzeitigen Mitglieder der Kontaktgruppe des EWSA fordern anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Gruppe intensive Maßnahmen zur Verteidigung der europäischen Demokratie, eines offenen öffentlichen Raums und eines gerechten Europas.

Am 11. Dezember feierte der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) das 20-jährige Bestehen seiner Kontaktgruppe „Europäische Organisationen und Netze der Zivilgesellschaft“, des einzigen ständigen Gremiums für den politischen Dialog und die strukturierte Zusammenarbeit zwischen den Organisationen der Zivilgesellschaft und den EU-Institutionen. In den zwei Jahrzehnten ihres Bestehens hat die Kontaktgruppe erheblich dazu beigetragen, der Stimme der organisierten Zivilgesellschaft mehr Gehör zu verschaffen und ihre Anliegen auf die EU-Agenda zu bringen. In Übereinstimmung mit den in Artikel 11 des Vertrags verankerten Grundsätzen gehören der Gruppe 45 auf europäischer Ebene aktive Netze der Zivilgesellschaft an.

„Mit den Feierlichkeiten zum 20-jährigen Bestehen der EWSA-Kontaktgruppe würdigen wir nicht nur ihre bemerkenswerten Erfolge, sondern auch die dauerhaften Partnerschaften, die die partizipative Demokratie in Europa geprägt haben. Über zwei Jahrzehnte hinweg hat sich die Kontaktgruppe zu einer dynamischen Plattform entwickelt, mit der die Stimmen der Zivilgesellschaft gestärkt werden und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessenträgern gefördert wird. Mit Blick auf die Zukunft sollten wir weiterhin mit vereinten Kräften darauf hinwirken, die demokratischen Werte zu stärken, den zivilgesellschaftlichen Raum zu erweitern und ein Europa zu schaffen, das wirklich im Dienste all seiner Bürgerinnen und Bürgern steht“, machte EWSA-Präsident Oliver Röpke in seiner Eröffnungsansprache deutlich.

„Unser Weg war nicht leicht“, erklärte die Ko-Vorsitzende der Kontaktgruppe, Brikena Xhomaqi. „Aber wir haben gelernt, uns gegenseitig zu vertrauen. Und ich hoffe, dass es uns gelingen wird, unsere Zusammenarbeit zu intensivieren und gemeinsam für eine kohärente europäische Strategie für die Zivilgesellschaft einzutreten.“

In ihrem Redebeitrag verdeutlichte Katarina Barley, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments mit Zuständigkeit für die Beziehungen zu den Organisationen der Zivilgesellschaft: „Als Europäisches Parlament sind wir bereit, unsere Zusammenarbeit mit der Kontaktgruppe zu vertiefen. Die Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Organisationen muss weiter strukturiert werden.  Gemeinsam müssen wir den Bedrohungen für die Demokratie in der Europäischen Union, die größer sind als je zuvor in der Geschichte der EU, noch entschlossener entgegenwirken.“ Und in Bezug auf die Kontaktgruppe fügte sie hinzu: „Wenn es sie nicht schon gäbe, müsste man sie einrichten.“

An der lebhaften Veranstaltung anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Kontaktgruppe nahmen mehr als hundert geladene Gäste teil, darunter verschiedene wichtige Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft sowie im Einklang mit den Bemühungen des EWSA zur Einbindung von Vertretern der EU-Bewerberländer in seine Arbeit auch Vertreterinnen und Vertreter zivilgesellschaftlicher Organisationen aus Serbien und Moldau. Zu den Teilnehmern zählten außerdem vier ehemalige EWSA-Präsidenten: Staffan Nilsson, Henri Malosse, Luca Jahier und George Dassis. Luca Jahier betonte, dass es in der Verantwortung des EWSA liege, eine Plattform für den zivilen Dialog einzurichten und zu pflegen, während George Dassis erklärte: „Das Wichtigste ist der Frieden, und um Frieden zu erreichen, müssen wir stark sein und zusammenhalten.“

Sie konnten nicht an den Feierlichkeiten teilnehmen? Auf der Veranstaltungsseite finden Sie die Videoaufzeichnung, die gemeinsame Erklärung des Vorsitzes der Kontaktgruppe, ein Video mit den Höhepunkten, Fotos und eine Pressemitteilung.  (lm)