von der Gruppe Vielfalt Europa

Kommissionsmitglied Mairead McGuinness nahm an der letzten außerordentlichen Sitzung der Gruppe Vielfalt Europa teil, in der die Rolle des Bank- und Finanzwesens in der Erholung Europas erörtert wurde.

In seiner Begrüßungsansprache empfahl Séamus Boland, Vorsitzender der Gruppe Vielfalt Europa, einen Blick auf die Rolle der traditionellen und der alternativen Bankensysteme für die finanzielle Erholung zu werfen: Was können diese Systeme insbesondere für kleine, sozial eingestellte Unternehmen, die Sozialwirtschaft und die KMU leisten? Der Gruppenvorsitzende sprach sich für ein Finanz- und Bankensystem aus, das den Entscheidungen und Präferenzen der Bürger stärker Rechnung trägt.

Das für Finanzdienstleistungen, Finanzstabilität und die Kapitalmarktunion zuständige Kommissionsmitglied wies darauf hin, dass das Finanzsystem bei der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft eine gewichtige Rolle spielt. Die Pandemie und die Folgen des Klimawandels hätten das Bewusstsein dafür geschärft, dass stärker in Nachhaltigkeit investiert werden muss, damit Volkswirtschaften, Unternehmen und die Gesellschaft künftige Erschütterungen besser überstehen.

Die Kommissarin erklärte, die Pandemie habe zu einer enormen Beschleunigung der Digitalisierung geführt, die gerade auch im Finanzsystem angekommen sei: „Finanzstabilität ist ganz entscheidend. Wir verfolgen diese Innovationen sorgfältig und sehen sie positiv. Allerdings müssen wir immer auch die Risiken im Blick haben, die solche Innovationen bergen können, und dafür sorgen, dass wir die Bürgerinnen und Bürger davor schützen.“

Eine Reihe von Mitgliedern ergriff während der Aussprache mit dem Kommissionsmitglied das Wort. Ioannis Vardakastanis, stellvertretender Vorsitzender der Gruppe, warnte: „Es wird in Europa keine wirtschaftliche oder soziale Erholung geben, wenn die Finanz- und Bankakteure nicht im gesamtwirtschaftlichen und gesamtgesellschaftlichen Interesse zusammenarbeiten.“

Zur Digitalisierung im Finanzwesen erklärte der Sprecher der Interessengruppe Sozialwirtschaft des EWSA, Giuseppe Guerini, dass es wichtig sei, einen Ausgleich zwischen der notwendigen Regulierung und der ebenfalls notwendigen Innovationsförderung zu finden.

In ihrer Antwort auf die zahlreichen Fragen der Mitglieder versicherte Kommissionsmitglied McGuinness unter anderem, dass die Kommission hart daran arbeite, eine Finanzkrise infolge der Pandemie zu verhindern. Man wolle die Anhäufung notleidender Kredite in den Bilanzen der Banken verhindern. Bei der Finanzierung der Erholung seien die unterschiedlichen Ausgangslagen zu berücksichtigen, da sich COVID-19 unterschiedlich ausgewirkt habe. (jk)