Wohnen muss als Grundrecht behandelt werden, damit angemessener und nachhaltiger Wohnraum für alle Europäerinnen und Europäer, einschließlich junger Menschen und schutzbedürftiger Gruppen, bereitgestellt wird.

So lautet die nachdrückliche Forderung des EWSA-Forums Wohnraum, das erstmals im Rahmen der Dezember-Plenartagung am 5. Dezember 2024 stattfand. An der Debatte nahmen prominente Rednerinnen und Redner teil, und es wurde eine Stellungnahme zum gleichen Thema verabschiedet.

Angesichts der Ernennung von Dan Jørgensen zum EU-Kommissar für Energie und Wohnungswesen begrüßte EWSA-Präsident Oliver Röpke die historische Entscheidung, innerhalb der neuen Kommission ein eigenes Ressort für Wohnungswesen einzurichten. Oliver Röpke erklärte: „Wohnen ist ein Grundrecht und kein Privileg; wir können nicht hinnehmen, dass schutzbedürftige Bevölkerungsgruppen von diesem Grundbedürfnis ausgeschlossen werden. Da praktisch jeder Mitgliedstaat von einer schweren Wohnungskrise betroffen ist, muss dringend erschwinglicher, nachhaltiger und angemessener Wohnraum für alle geschaffen werden.“

Bent Madsen, Präsident von Housing Europe, forderte eine neue Sichtweise, bei der Wohnraum als für die Gesellschaft ebenso wichtige Infrastruktur wie Gesundheit und Bildung betrachtet wird, und sagte: „Wir begrüßen den Standpunkt des neuen Kommissars für Wohnungswesen, dass unser Ansatz auf Werten, Regeln und Investitionen beruhen sollte. Wir wollen als öffentliche Genossenschaft und als Anbieter von Sozialwohnungen zeigen, wie der Wohnraum bereitgestellt werden kann, den die Bürgerinnen und Bürger und unsere Gesellschaften brauchen.“

In der von Thomas Kattnig und Rudolf Kolbe erarbeiteten Stellungnahme „Sozialer Wohnungsbau in der EU – menschenwürdiger, nachhaltiger und erschwinglicher Wohnraum“ weist der EWSA auf das Marktversagen bei der Wohnversorgung hin. Dagegen muss durch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen wie der Datenlage, der Koordination, der Genehmigungsverfahren und der Vorschriften für die Flächennutzungsplanung sowie durch die Einführung eines Grundrechts auf Wohnen, eine ausreichende Finanzierung, die Umsetzung des Leitprinzips „Housing First“ für Obdachlose sowie einen stärkeren Fokus auf die Nachhaltigkeit und die Bedürfnisse junger Menschen vorgegangen werden. (mp)