European Economic
and Social Committee
EU-Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter muss auch genutzt werden, um die negativen Auswirkungen der COVID-19-Krise auf Frauen abzufangen
Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) fordert die Europäische Kommission auf, ihre neue Gleichstellungsstrategie rasch umzusetzen und dabei auch die negativen Auswirkungen anzugehen, die die COVID-19-Pandemie ganz spezifisch für Frauen hatte. Aufgrund der Coronakrise haben sich die bestehenden sozialen und wirtschaftlichen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern weiter verschärft, und die Gewalt gegen Frauen hat ebenso zugenommen wie die verschiedenen Formen von Diskriminierung, denen diese ausgesetzt sind.
„Während der COVID-19-Krise ist das Risiko von Frauen, Opfer von Gewalt, Armut und verschiedenen Formen von Diskriminierung zu werden und in wirtschaftliche Abhängigkeit zu geraten, gestiegen. Die Gleichstellungsstrategie sollte unverzüglich umgesetzt werden, damit Frauen nicht weiter den Preis für die Pandemie bezahlen müssen“, sagte Giulia Barbucci, Berichterstatterin für die auf der Juli-Plenartagung verabschiedete EWSA-Stellungnahme zur Geschlechtergleichstellung.
Darin fordert der EWSA die Kommission auf, dafür zu sorgen, dass den negativen Auswirkungen der Krise auf die Geschlechtergleichstellung in der Strategie Rechnung getragen wird und die Mitgliedstaaten die Geschlechterperspektive bei allen ihren Konjunkturmaßnahmen berücksichtigen.
Mitberichterstatterin Indrė Vareikytė betonte den starken Einfluss der Medien auf die Entstehung und Zementierung von Stereotypen, die zu Vorurteilen gegenüber Frauen führen und weitere Ungleichheiten schaffen.
Der EWSA fordere daher die Aufnahme eines neuen thematischen Schwerpunkts „Medien und Werbung“ in den nächsten Gleichstellungsindex des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen. Die Medien sollten zudem Verhaltenskodizes annehmen und weitere Maßnahmen ergreifen, um Sexismus zu verbieten und Stereotype abzubauen. (ll)