European Economic
and Social Committee
Was ist deine Superkraft?
In „Superkräfte-Schulen“ können zumeist ausgrenzungsgefährdete Schülerinnen und Schüler nicht nur Fähigkeiten und Talente wie Kochen, Fotografieren oder kreatives Schreiben entwickeln. Diese Schulen, ein Freiwilligenprogramm des portugiesischen Vereins Movimento Transformers, vermitteln auch Kompetenzen und Kenntnisse für mehr Selbstbewusstsein und gesellschaftliches Engagement. Wir haben Joana Moreira von Movimento Transformers dazu befragt.
EWSA info: Was war der Anstoß für Ihr Projekt bzw. Ihre Initiative?
Der Grund für das fehlende Engagement junger Menschen liegt für uns nicht darin, dass sie nichts bewirken wollen, sondern dass sie noch nicht wissen, wie sie das tun können. Das war der Ausgangspunkt für die Gründung unseres Vereins Movimento Transformers, der es jungen Menschen ermöglicht, ihre Talente in die Gemeinschaft einzubringen.
Wie wurde Ihr Projekt aufgenommen? Haben Sie Rückmeldungen von den Menschen erhalten, denen Sie geholfen haben?
Das Projekt war ein voller Erfolg: Wir haben landesweit bereits über 6 000 junge Menschen mobilisiert. Viele der Teilnehmer sind später selbst Betreuer geworden, die das Erlernte an andere junge Menschen weitergeben und so einen informellen „Wissenskreislauf“ schaffen und wirklich etwas bewegen.
Wie werden Sie das Geld verwenden, um die Gemeinschaft weiter zu unterstützen? Planen Sie bereits neue Projekte?
Mit diesem Geld können wir unser Wirkungsfeld ausweiten und national noch mehr junge Menschen erreichen. Wir werden auch wieder unsere jährliche Veranstaltung TCONF – eine Konferenz von Jugendlichen für Jugendliche – durchführen. In diesem Jahr steht dabei die psychische Gesundheit junger Menschen im Fokus.
Welchen Rat haben Sie für andere Organisationen, damit deren Arbeit und Programme ähnlich erfolgreich werden?
Sie sollten mit anderen Akteuren zusammenarbeiten, eine Strategie für die Interessenvertretung besitzen, die besten Leute für ihre Teams anwerben und falls nötig um Hilfe bitten. Wir glauben, dass Wettbewerbe niemals im Alleingang gewonnen werden können und dass wir Verbündete brauchen, um tatsächlich etwas in der Politik zu verändern und positiv zu beeinflussen.
Tut die EU Ihrer Meinung nach genug, um benachteiligten Jugendlichen zu helfen? Haben Sie Ratschläge oder Empfehlungen für bestimmte Maßnahmen?
Ich denke, der Weg ist bereits gut geebnet – mit Austauschprogrammen für junge Menschen, damit sie die Welt entdecken können und Ausbildungs- und Teilhabemöglichkeiten erhalten. Allerdings wünsche ich mir einen stärkeren Austausch bewährter Methoden zwischen den Organisationen. Denn es gibt Methoden, die über Grenzen hinweg eingesetzt werden können, wie etwa unser Programm der „Superkräfte-Schulen“, das eigentlich von jeder Organisation in der EU umgesetzt werden kann, die mit benachteiligten jungen Menschen arbeitet.