von der Gruppe Arbeitnehmer

Im Rahmen einer Ausstellung der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO), die im Dezember 2022 im EWSA zu sehen war, wurden die besten Karikaturen aus einem Wettbewerb der IAO gezeigt. Die Bilder veranschaulichen die erschütternden Schicksale von Menschen, die weltweit Zwangsarbeit verrichten müssen. 

Die Zahl der Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter ist erschreckend: Die IAO beziffert sie für 2021mit 27,6 Millionen.

Dabei sind die Betroffenen vielen verschiedenen Formen von Einschüchterung – u. a. Lohnverweigerung, Kündigungsandrohung, Einsperren sowie Misshandlung und sexueller Missbrauch – ausgesetzt, durch die sie gegen ihren Willen zur Arbeit gezwungen werden. Die Liste der Repressionen ist lang. Das Phänomen ist überall auf der Welt verbreitet, und durch die COVID-19-Pandemie hat sich die Lage noch weiter verschärft. Zu den am stärksten gefährdeten Gruppen gehören Kinder, Frauen sowie Wanderarbeitnehmerinnen und -arbeitnehmer. Schätzungen der IAO zufolge sind weltweit 11,8 Millionen Frauen und Mädchen und über 3,3 Millionen Kinder Opfer von Zwangsarbeit.

Doch Fakten und Zahlen bringen die dahinterstehenden menschlichen Schicksale nur unzureichend zum Ausdruck. Daher wurde auf Initiative des Vorsitzenden der Gruppe Arbeitnehmer, Oliver Röpke, in Zusammenarbeit mit der IAO eine Ausstellung im EWSA gezeigt, bei der die besten Karikaturen aus einem Wettbewerb der IAO zu sehen waren. Die Bilder veranschaulichen die Erfahrungen von Menschen, die weltweit unter unannehmbaren Bedingungen arbeiten müssen. 

Solche Initiativen regen zum Nachdenken darüber an, wie gegen dieses Übel vorgegangen werden kann, z. B. durch die Behebung des Mangels an menschwürdiger Arbeit in der informellen Wirtschaft, so wie von der IAO gefordert. In einer von Berichterstatter Thomas Wagnsonner (Gruppe Arbeitnehmer) erarbeiteten laufenden EWSA-Stellungnahme geht es um das Verbot von Produkten aus Zwangsarbeit auf dem EU-Markt. Bei der Vernissage erklärte der Vorsitzende der Gruppe Arbeitnehmer Oliver Röpke: „Diese Ausstellung führt uns das harte Schicksal der Opfer von Zwangsarbeit vor Augen, verdeutlicht aber auch, was wir erreichen können, wenn wir zusammenarbeiten und entschlossen handeln – und das tun wir. Deshalb plädieren wir nachdrücklich für die Ratifizierung des Protokolls von 2014 zum Übereinkommen der IAO über Zwangsarbeit durch alle EU-Mitgliedstaaten.“ (mg)