Europäisches Jahr der Schiene 2021 – Die Bahn als wichtiger Baustein einer intelligenten und nachhaltigen Mobilität

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Auf einer Veranstaltung des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) zum Europäischen Jahr der Schiene wurde das Potenzial der Bahn als nachhaltiger und wettbewerbsfähiger Verkehrsträger herausgestellt, der zur Verwirklichung der Ziele des Grünen Deals beiträgt.

Die Schiene kann einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigen und intelligenten Mobilität leisten, doch muss noch viel getan werden, damit sie zu einer wirklich nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Option wird. Dies ist die Botschaft der Veranstaltung zum Europäischen Jahr der Schiene 2021, die am 15. November 2021 in Brüssel sowie als Videokonferenz stattfand und von der Fachgruppe Verkehr, Energie, Infrastrukturen, Informationsgesellschaft (TEN) und der Beratenden Kommission für den industriellen Wandel (CCMI) gemeinsam organisiert wurde.

Christa Schweng, die Präsidentin des EWSA, forderte Maßnahmen zur unmittelbaren Unterstützung des Verkehrs-, Reise- und Mobilitätssektors zur Überwindung der Krise und zu seinem Überleben im wahrsten Sinne des Wortes und betonte in einer Videobotschaft: Das Europäische Jahr der Schiene ist eine einzigartige Gelegenheit für die organisierte Zivilgesellschaft, über die Vorteile der Bahn für Reisende und Nutzer zu diskutieren und die positiven Aspekte in Bezug auf die Arbeitsbedingungen, die Wirtschaft und das Klima sowie die Herausforderungen bei der Schaffung eines wirklich einheitlichen europäischen Eisenbahnverkehrsraums ohne Grenzen zu erörtern.

Elżbieta Łukaniuk, Mitglied des Kabinetts von Kommissionsmitglied Adina Vălean, ergänzte: Die wichtigsten Ziele für den Verkehr ergeben sich aus dem Grünen Deal. Er gibt einen durchaus anspruchsvollen Weg vor und stellt die Branche vor eine große Herausforderung. Der Schienenverkehr hat großes Potenzial, braucht jedoch Unterstützung, wenn er das Rückgrat des künftigen Verkehrsmixes werden soll.

Auch Baiba Miltoviča, Vorsitzende der Fachgruppe TEN, erklärte: Die Bahn ist von strategischer Bedeutung für die EU und verdient eine ehrgeizige und koordinierte Strategie auf allen Regierungs-und Verwaltungsebenen. Wir fordern, dass der Anteil der Schiene sowohl am Personen- als auch am Güterverkehr erhöht wird, sodass die Mitgliedstaaten miteinander verbunden sind und die Vorteile der Bahn sowohl für die Bürger als auch für die Unternehmen deutlich werden.

Die Schiene kann zur Verwirklichung der Ziele des Grünen Deals beitragen

Den Anstoß dafür, 2021 zum Europäischen Jahr der Schiene auszurufen, gab der europäische Grüne Deal. Dieses ehrgeizige Programm der Europäischen Kommission zielt darauf ab, Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen, und umfasst einen Fahrplan für Nachhaltigkeit, mit dem klima- und umweltpolitische Herausforderungen durch einen gerechten und inklusiven Übergang in Chancen in allen Politikbereichen verwandelt werden.

Verkehr und Mobilität sind für die Wirtschaft und Wettbewerbsfähigkeit Europas entscheidend. Die Verkehrsbranche beschäftigt direkt mehr als 11 Millionen Menschen, erwirtschaftet rund 5 % des BIP der EU und verursacht etwa ein Viertel der gesamten Treibhausgasemissionen der EU. Um die im europäischen Grünen Deal angestrebte Klimaneutralität zu erreichen, muss der Verkehr in der EU seine CO2-Emissionen bis 2050 um 90 % senken (bis 2030 um 55 %). Die Bahn kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Chancen und Herausforderungen, Vorteile der Bahn

Im Rahmen der Veranstaltung kamen hochrangige Vertreter europäischer und nationaler Organisationen zusammen. Barbara Thaler, MdEP, Mitglied des TRAN-Ausschusses und Schattenberichterstatterin der EVP-Fraktion zum Europäischen Jahr der Schiene, erklärte, dass das Europäische Jahr Investitionen und die Schaffung eines einheitlichen europäischen Raums für den Personen- und Güterverkehr in ganz Europa begünstigen solle.

Aleš Mihelič, Staatssekretär im slowenischen Infrastrukturministerium, fügte in einer Videobotschaft hinzu, dass der Schienenverkehr aufgrund der umfassenden Elektrifizierung der Hauptstrecken einen wesentlichen Beitrag zu Nachhaltigkeit und umweltfreundlicher Mobilität leistet und dass neue technologische Lösungen unterstützt werden müssen.

Tālis Linkaits, lettischer Verkehrsminister, betonte, dass die Bahn in den letzten Jahren durchaus eine Renaissance erlebt hat und als Verkehrsmittel wieder beliebter wird. Diese Dynamik müsse genutzt werden, um die Verlagerung auf die Schiene als Rückgrat des Verkehrs sowie im Güterverkehr die Verlagerung von der Straße auf die Schiene und auf Frachtsysteme sowohl in den Köpfen als auch in der Praxis zu stärken.

Pietro Francesco De Lotto, Vorsitzender der CCMI, unterstrich, dass der Verkehr einer der am stärksten von der Pandemie betroffenen Bereiche ist und dass die Bahn eine Schlüsselrolle bei der Erholung für Arbeitnehmer, Unternehmen und Bürger spielen kann. Zudem könnten junge Menschen die grüne Mobilität erheblich vorantreiben, da sie sich der künftigen Herausforderungen sehr bewusst und sehr daran interessiert seien, sich an Lösungen für intelligente Mobilität zu beteiligen.

Abschließend hob Stefan Back, Vorsitzender der Thematischen Studiengruppe Verkehr der Fachgruppe TEN, hervor, dass die Bahn schon lange ein zentraler Bestandteil des europäischen Verkehrssystems ist und auch in Zukunft sein muss und bleiben wird, da sie nachhaltige Mobilität, Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftswachstum in Europa sicherstellt.

Vorstellung der Vereinbarung „Women in Rail“

Auf der Veranstaltung wurde auch die historische Vereinbarung „Women in Rail“ vorgestellt, die am 5. November 2021 von der Gemeinschaft der europäischen Eisenbahnen (CER) und der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF) unterzeichnet wurde.

Sie ist die erste Vereinbarung ihrer Art auf EU-Ebene über die Gleichstellung von Frauen und Männern und die erste autonome Vereinbarung im Eisenbahnsektor seit über 15 Jahren. Sie gibt einen Überblick über die Vertretung von Frauen in europäischen Eisenbahnunternehmen, bietet aktuelle statistische Daten, verfolgt Entwicklungen in diesem Bereich und zielt darauf ab, mehr Frauen für die Bahn zu gewinnen, ihnen mehr Schutz zu bieten und Gleichbehandlung am Arbeitsplatz zu gewährleisten.

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