Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) warnt in einer kürzlich verabschiedeten Stellungnahme vor den Gefahren für die Gesundheit und das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger der EU, die eine zu große Abhängigkeit der EU von der Einfuhr von Wirkstoffen und Fertigarzneimitteln aus Asien mit sich bringt, und schlägt daher ein Gesetz über kritische Arzneimittel vor.

Es wird immer schwieriger, die Versorgung der Europäischen Union mit grundlegenden Arzneimitteln sicherzustellen, da der Großteil der pharmazeutischen Wirkstoffe und Fertigarzneimittel derzeit aus Asien importiert wird. Dies gibt Anlass zu der Frage, wie groß die Widerstandsfähigkeit der EU bei einer derartigen Abhängigkeit von Lieferanten aus Drittstaaten angesichts von Störungen der Lieferkette, Preisschwankungen und potenziellen geopolitischen Risiken ist.

„Wir gefährden die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger, wenn wir uns bei grundlegenden Arzneimitteln auf Lieferanten aus Drittstaaten verlassen. Wir müssen jetzt handeln, um sicherzustellen, dass die Europäerinnen und Europäer auch wirklich Zugang zu den Medikamenten haben, die sie brauchen“, erklärt Lech Pilawski, EWSA-Berichterstatter der Stellungnahme.

Angesichts dieser Bedenken empfiehlt der EWSA die Einrichtung eines neuen, umfassenden EU-Instruments zur aktiven Unterstützung der Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe und Fertigarzneimittel in der Europäischen Union. Als solches ist das „Gesetz über kritische Arzneimittel“ gedacht, das die Form einer Verordnung hat. Über dieses Instrument würden Finanzmittel für Forschung und Entwicklung, Infrastrukturentwicklung und Betriebskosten bereitgestellt werden.

Für die Umsetzung dieser Empfehlungen werden erhebliche Investitionen und die Zusammenarbeit zwischen den EU-Mitgliedstaaten erforderlich sein. Der EWSA fordert die Europäische Kommission auf, bei der Koordinierung dieser Bemühungen eine führende Rolle zu übernehmen und eine umfassende Strategie zu entwickeln, die die Gesundheitssicherheit in Europa gewährleistet, dem wirtschaftlichen Wohlstand zuträglich ist und mit der sichergestellt wird, dass Arzneimittel für die Bürgerinnen und Bürger der EU erschwinglich sind. (gb)