European Economic
and Social Committee
Übergang zu nachhaltiger Energie im Fischerei- und Aquakultursektor der EU: Ein Weg zur Klimaneutralität
Der EWSA begrüßt die Strategie der Europäischen Kommission für die Energiewende im Fischerei- und Aquakultursektor der EU in einerStellungnahme, die er auf Ersuchen des spanischen Ratsvorsitzes ausgearbeitet und auf der Plenartagung im Juli verabschiedet hat. Der Ausschuss erkennt an, dass die CO2-Emissionen dringend gesenkt und nachhaltige, erneuerbare und wirtschaftlich tragfähige Energiealternativen gefördert werden müssen, und betont, wie wichtig es ist, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen.
Der EWSA unterstreicht, dass die Fischwirtschaft bei der Eindämmung der Folgen des Klimawandels eine große Rolle spielt. Fischer stellen eines der gesündesten tierischen Eiweiße mit einem besonders geringen CO2-Fußabdruck bereit; die Emissionen der Branche werden 2023 voraussichtlich einen recht kleinen Teil der weltweiten Gesamtemissionen ausmachen. Dies zeigt, dass ihre Umweltauswirkungen vergleichsweise gering sind. Der EWSA fordert jedoch fortgesetzte Anstrengungen zur Erhöhung der Energieeffizienz und zur weiteren Senkung der Emissionen.
„Die Dekarbonisierung des Fischereisektors setzt einen umfassenden Ansatz, finanzielle Anreize und die Einführung CO2-freier Energieträger voraus“, wie der Berichterstatter für die Stellungnahme, Javier Garat Pérez, erklärte. „Realismus und Ambitionen müssen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Wir brauchen einen angemessenen und realistischen Zeitplan für die Dekarbonisierung, bei dem technischen, logistischen und rechtlichen Entwicklungen Rechnung getragen wird. Die Kosten des Übergangs sollten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer in den verschiedenen Branchen der maritimen Wirtschaft tragbar sein und es darf niemand zurückgelassen werden. Damit die Energiewende gelingt, müssen die Ziele der Dekarbonisierung mit der wirtschaftlichen Tragfähigkeit vereinbar sein.“
Der EWSA erkennt an, dass die Entwicklung und weltweite Verfügbarkeit alternativer und innovativer grüner Technologien Herausforderungen darstellen. Der EWSA schlägt vor, die Hybridisierung als Zwischenlösung zu betrachten und auch Optionen zu prüfen, die über fossile Brennstoffe hinausgehen. Zudem stellt er fest, dass für den Umstieg auf eine andere Energiequelle völlig neu konstruierte Schiffe mit einer höheren Ladekapazität (Bruttoraumzahl) zum Einbau neuer Maschinen benötigt werden. Der EWSA fordert die Europäische Kommission daher auf, die Definition der Fangkapazität zu überprüfen, um neue Technologien der Energiewende nutzen zu können. (ks)