Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Organisationen der Zivilgesellschaft in der EU und in Kasachstan

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AC

Umsetzung und Berichterstattungsfristen/CSRD und CSDDD

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PAC

Junge Ukrainerinnen und Ukrainer, für die es im täglichen Bombenhagel vor allem darum geht, am Leben zu bleiben, können es sich nicht leisten, über die ferne Zukunft nachzudenken, sagt die 18-jährige Jewhenija Senyk, YEYS 2025-Teilnehmerin und Jugendaktivistin aus der Ukraine. Sie erzählt, welche Folgen der Krieg für die Jugendorganisationen in ihrem Land hat und warum es für sie wichtig ist, sich auf der europäischen Bühne Gehör zu verschaffen.

Junge Ukrainerinnen und Ukrainer, für die es im täglichen Bombenhagel vor allem darum geht, am Leben zu bleiben, können es sich nicht leisten, über die ferne Zukunft nachzudenken, sagt die 18-jährige Jewhenija Senyk, YEYS 2025-Teilnehmerin und Jugendaktivistin aus der Ukraine. Sie erzählt, welche Folgen der Krieg für die Jugendorganisationen in ihrem Land hat und warum es für sie wichtig ist, sich auf der europäischen Bühne Gehör zu verschaffen.

Wie hat sich Ihrer Meinung nach der Krieg in der Ukraine in den letzten drei Jahren auf Ihre Organisation ausgewirkt, und wie hat sich Ihre Arbeit verändert?

Mit der 2013 gegründeten SD-Plattform sollen Werte wie Freiheit, Solidarität, Gleichheit und Gerechtigkeit geschützt werden, weil wir sie für die wichtigsten Werte im Sinne einer fortschrittlichen Zukunft in der Ukraine halten. Wir haben auch viele Zweigstellen in anderen Ländern, damit sich ukrainische Jugendliche, die ihre Heimat verlassen mussten, auch im Ausland weiter engagieren können. 

Zunächst einmal hat sich der Krieg auf die Arbeit der regionalen Zweigstellen ausgewirkt; viele von ihnen, z. B. in Odessa und Saporischschja, sind sehr nahe an der Front und die Menschen dort werden täglich bombardiert. Sie können kaum an die Organisation von Veranstaltungen denken, es geht vor allem darum, zu überleben. Die täglichen Bombenangriffe belasten die jungen Menschen im ganzen Land. Niemand kann es sich leisten, an die ferne Zukunft zu denken, weil keiner weiß, was morgen oder auch nur in den nächsten zwei Stunden passiert.

Außerdem ist die finanzielle Lage in der Ukraine wegen des Krieges angespannt, dadurch fehlt es an Arbeitsplätzen für junge Menschen. Sie müssen einen Job finden, gleichzeitig versuchen sie, zu studieren und sich in Jugendorganisationen zu engagieren, das ist schwer miteinander zu vereinbaren.

Nach Beginn der groß angelegten Invasion haben viele junge Menschen begonnen, gegen die russischen Aggressoren mit Waffen und nicht mehr in Jugendräten oder Jugendorganisationen zu kämpfen. Daher haben junge Menschen keine Erfahrungen mit Politik. Künftig wird es schwierig sein, dafür zu sorgen, dass alle am politischen Leben teilnehmen können.

Bei SD-Plattform bieten wir kostenlose, nicht formale politische Bildung an, damit junge Leute erfahren, wie sie die Politik auf regionaler und nationaler Ebene beeinflussen können.

Warum ist es Ihrer Meinung nach wichtig, dass Jugendorganisationen oder ihre Vertreter an Veranstaltungen wie „Your Europe Your Say!“ teilnehmen?

Erstens zeigen diese internationalen Veranstaltungen uns Ukrainerinnen und Ukrainern, dass Europa uns nicht vergessen hat. Es ist wichtig für uns, hier zu sein, gehört zu werden, andere nach ihren Erfahrungen zu fragen und neue Ideen mit in unser Land zu nehmen.

Es zeigt auch, dass wir Teil der Europäischen Union werden können – wofür wir uns einsetzen. Denn wenn wir hier sind, können europäische Jugendliche uns zuhören und wir können ihnen zuhören. Es ist wie eine Art Partnerschaft zwischen uns allen.

Welche Unterstützung und Hilfe brauchen junge Menschen, damit sie sich auch weiterhin in der Jugendarbeit engagieren und aktiv bleiben?

Ich finde es sehr wichtig, dass Gespräche zwischen der Europäischen Union und jungen Leuten aus der Ukraine geführt werden. Wenn uns die Europäische Union weiter diese Möglichkeiten gibt, bei der Gestaltung der EU-Politik mitzureden, werden wir zu gemeinsamen Schlussfolgerungen kommen, die für beide Seiten von Vorteil sind, denn wir sind ein Teil Europas, also muss es gemeinsame Standpunkte in allen Politikbereichen geben. Wenn die Europäische Union ukrainische Jugendliche weiterhin finanziell unterstützt, damit sie an Veranstaltungen wie dieser teilnehmen können, hilft sie ihnen, sich auch in Zukunft politisch zu engagieren, weil die Kosten dann kein so großes Hindernis für die Teilnahme sind.

Jewhenija Senyk  ist Jugendaktivistin bei SD-Plattform, einer Mitgliedsorganisation des Nationalen Jugendrats der Ukraine. Sie studiert Internationale Beziehungen an der Staatlichen Polytechnischen Universität Lwiw.  

 

von Javier GARAT PÉREZ

Als Reaktion auf die Initiative von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zum Europäischen Pakt für die Meere hat der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss wichtige Empfehlungen zur Förderung eines ausgewogenen Gesamtkonzepts für die Meerespolitik vorgelegt. Darin liegt der Schwerpunkt auf gesunden und produktiven Meeren, der Förderung der blauen Wirtschaft in der EU, der Stärkung der meereswissenschaftlichen Forschung und Innovation sowie darauf, die Meeresökosysteme für künftige Generationen zu erhalten.

von Javier GARAT PÉREZ

Als Reaktion auf die Initiative von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zum Europäischen Pakt für die Meere hat der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss wichtige Empfehlungen zur Förderung eines ausgewogenen Gesamtkonzepts für die Meerespolitik vorgelegt. Darin liegt der Schwerpunkt auf gesunden und produktiven Meeren, der Förderung der blauen Wirtschaft in der EU, der Stärkung der meereswissenschaftlichen Forschung und Innovation sowie darauf, die Meeresökosysteme für künftige Generationen zu erhalten.

Das Potenzial der blauen Wirtschaft

Der EWSA unterstreicht, wie wichtig der Aufbau einer widerstandsfähigen und wettbewerbsfähigen blauen Wirtschaft ist. Voraussetzung dafür sind ein vereinfachter Rechtsrahmen, strategische Autonomie, die Förderung von Innovationen sowie Fortschritte bei der Dekarbonisierung.

Zur Absicherung einer gedeihlichen Zukunft der maritimen Industrie plädiert der EWSA dafür, dringend in E-Fuels, erneuerbare Offshore-Energien und innovative Meerestechnologien zu investieren. Darüber hinaus wird die Schaffung eines starken maritimen Clusters mit klaren Nachhaltigkeitszielen dazu beitragen, dass Europa seine Führungsrolle in der maritimen Industrie behält. Es ist daher unerlässlich, eine „Industrieallianz für die Wertschöpfungsketten der blauen Wirtschaft“ zu schaffen und die EU-Strategie für maritime Sicherheit zu stärken.

Darüber hinaus empfehlt der EWSA, bestehende Politikbereiche, wie die Gemeinsame Fischereipolitik, einer Bewertung zu unterziehen. Die nachhaltige Fischerei sollte kontinuierlich gefördert und die Abhängigkeit von Meereserzeugnissen verringert werden. Für Importe sollten dieselben Sozial- und Umweltstandards gelten wie innerhalb der EU. Der EWSA fordert die Kommission außerdem nachdrücklich auf, bis 2026 einen EU-Aktionsplan für „blaue Lebensmittel“ auszuarbeiten.

Wissen, Forschung und Innovation im Bereich der Meere

Der EWSA drängt auf eine Aufstockung der Mittel für die meereswissenschaftliche Forschung und Innovation, eine engere internationale wissenschaftliche Zusammenarbeit und bessere Technologie im maritimen Sektor. Um dies zu erreichen, schlagen wir vor, Zentren für die blaue Wirtschaft einzurichten und eine europäische Beobachtungsstelle für die Meere ins Leben zu rufen.

Investitionen und Mittel für nachhaltige Meere

Der EWSA betont, dass erhebliche öffentliche und private Mittel zur Umsetzung des Nachhaltigkeitsziels 14 (Leben unter Wasser) mobilisiert werden müssen. Zu diesem Zweck sollten in EU-Fonds wie Horizon Europe eigene Haushaltslinien für meeresbezogene Projekte eingerichtet werden. Auch der Europäische Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds (EMFAF) sollte eine stärkere Finanzausstattung erhalten, um die Wettbewerbsfähigkeit und die Dekarbonisierung dieser Sektoren zu fördern.

Ein sozialverträglicher und gerechter Übergang

Voraussetzung für eine widerstandsfähige Meereswirtschaft ist eine faire Behandlung der Beschäftigten im maritimen Sektor. Der EWSA empfiehlt Maßnahmen zur Behebung des Arbeitskräftemangels, zur Unterstützung des Generationenwechsels und zur Bereitstellung von Möglichkeiten zur beruflichen Umschulung. Es sollten umfassende soziale Unterstützungssysteme zum Schutz der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer eingerichtet werden. Dies ist insbesondere für Menschen wichtig, die nicht in der Lage sind, im Zuge des technologischen Wandels neue Aufgaben zu übernehmen.

Gesunde und widerstandsfähige Meere

Unsere Meere sind durch Klimawandel, Umweltverschmutzung, Plastikmüll und andere vom Menschen verursachte Einflüsse stark belastet. Wir fordern daher verstärkte Anstrengungen zur Wiederherstellung und zum Schutz der Meere sowie deren langfristige Erhaltung im Einklang mit den internationalen Biodiversitätsverpflichtungen. Das Erreichen eines guten Umweltzustands ist auch für die wirtschaftliche Stabilität und die Klimaresilienz von entscheidender Bedeutung. Außerdem sollten wir dringend in grüne Infrastruktur, die Verringerung der Umweltverschmutzung und einen Europäischen Plan zur Anpassung an den Klimawandel investieren und gleichzeitig die Führungsrolle der EU bei der globalen Meerespolitik stärken.

Ein umfassender Rahmen für die Meerespolitik

Der EWSA fordert die regionale Zusammenarbeit mit den lokalen Gemeinschaften zur Abstimmung politischer Maßnahmen. Nur so kann es gelingen, den wirtschaftlichen Wohlstand innerhalb der Grenzen unseres Planeten zu fördern. Darüber hinaus drängt er auf bessere internationale Abkommen, eine verstärkte EU-Meeresdiplomatie und spezielle Arbeitsgruppen für maritime Angelegenheiten innerhalb der EU-Institutionen.

Schließlich empfiehlt der EWSA auch eine Verbesserung der maritimen Raumplanung, um einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Interessen zu gewährleisten, etwa zwischen dem Ausbau der Offshore-Energiegewinnung und der Fischerei und der Aquakultur. Ziel ist es, Koexistenz und Nachhaltigkeit der Nutzungen zu fördern und gleichzeitig sicherzustellen, dass die traditionellen Fischergemeinden erhalten bleiben und in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.

Der siebzehnjährige Schüler Adam Mokhtari war einer der irischen Vertreter bei Your Europe, Your Say! (YEYS), der Jugendplenartagung, die im März unter dem Motto „Jungen Menschen eine Stimme geben“ in Brüssel stattfand. Später stellte er die YEYS-Empfehlungen auf der EWSA-Woche der Zivilgesellschaft in der Sitzung „Weichenstellung für Europa – Zusammenführung polarisierter Gesellschaften durch gemeinschaftliches Lernen und politische Bildung“ vor. Adam beschreibt seine positiven Erfahrungen mit YEYS. Anhand seiner eigenen Geschichte erläutert er, warum er sich ein Europa wünscht, zu dem sich alle Menschen zugehörig fühlen.

Der siebzehnjährige Schüler Adam Mokhtari war einer der irischen Vertreter bei Your Europe, Your Say! (YEYS), der Jugendplenartagung, die im März unter dem Motto „Jungen Menschen eine Stimme geben“ in Brüssel stattfand. Später stellte er die YEYS-Empfehlungen auf der EWSA-Woche der Zivilgesellschaft in der Sitzung „Weichenstellung für Europa – Zusammenführung polarisierter Gesellschaften durch gemeinschaftliches Lernen und politische Bildung“ vor. Adam beschreibt seine positiven Erfahrungen mit YEYS. Anhand seiner eigenen Geschichte erläutert er, warum er sich ein Europa wünscht, zu dem sich alle Menschen zugehörig fühlen.

von Adam Mokhtari

Hallo, ich heiße Adam Mokhtari und habe als Vertreter Irlands an „Your Europe, Your Say!“ (YEYS) 2025 teilgenommen. Das war eine tolle Erfahrung! Rund 90 junge Menschen aus ganz Europa haben dort Ideen ausgetauscht, um die Zukunft zu gestalten.  

Besonders gut hat mir die Arbeit in Gruppen gefallen, wo wir wichtige Themen diskutiert und Entscheidungen getroffen haben. Auch abwechselnd in die Rolle des Zuhörers, des Redners und des Beobachters zu schlüpfen und sich darüber auszutauschen, was Europa für jede und jeden von uns persönlich bedeutet, hat mir viel Spaß gemacht. Wir hatten jeweils sieben Minuten Redezeit, damit auch alle zu Wort kommen konnten.

Am Ende einigten wir uns auf fünf zentrale Empfehlungen, nämlich die Politik transparenter zu machen und junge Menschen einzubeziehen, im Schulunterricht aktive Bürgerschaft zu thematisieren, Gleichheit für alle zu gewährleisten, jungen Menschen ein echtes Mitspracherecht in der Politik zu geben und einen starken Klimaschutzplan aufzustellen.

Es war mir eine Ehre, bei der EWSA-Woche der Zivilgesellschaft alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer der YEYS zu vertreten und unsere Empfehlungen an politische Entscheidungsträger weiterzugeben. So habe ich selbst erfahren, dass junge Stimmen wichtig sind!

Die Macht der Bildung

Bildung spielt eine große Rolle, wenn es darum geht, junge Menschen für die Demokratie zu begeistern. Durch Bildung lernen wir kritisch zu denken, Fake News zu erkennen und aktiv zu werden. Ohne die Unterstützung meiner Schule hätte ich diese Möglichkeit nicht gehabt. Jetzt möchte ich meinerseits andere Menschen ermutigen, sich ebenfalls zu engagieren.

Bei den YEYS hörten sich EWSA-Präsident Oliver Röpke und die EU-Jugendkoordinatorin Biliana Sirakova unsere Ideen an und ermutigten uns, weiter auf Veränderungen zu drängen.

Warum Inklusion mir persönlich so wichtig ist

Ich bin in Irland geboren, nachdem meine Eltern Ende der 90er Jahre dorthin gezogen waren. Sie wurden von den Menschen in Irland freundlich und mit Respekt behandelt. Von meinen Eltern weiß ich, dass es damals in Irland sehr wenig Vielfalt gab. Trotzdem konnten sie sich in den 90er Jahren ein gutes Leben aufbauen.

Ich selbst bin Ire, und ich bin Europäer. Ich habe algerische Wurzeln.  Manchmal habe ich mich anders gefühlt, aber meistens fühle ich mich wie alle anderen.  Ich habe viel von anderen Kulturen gelernt, und ich denke, dass das Leben hierdurch bereichert wird. Wenn wir alle gleich wären, wäre das Leben langweilig.  Es geht darum, offen für Unterschiede zu sein und Verständnis für andere aufzubringen.

Leider sind einige Menschen mit Migrationshintergrund – auch junge Menschen – heute Diskriminierung, Hass und ungerechter Behandlung ausgesetzt, was durch soziale Medien mitunter noch verstärkt wird. Das muss sich ändern. Diese Entwicklung macht mich sehr traurig. Einigen Migrantinnen und Migranten geht es jetzt in Irland schlecht, sie müssen auf der Straße leben und werden als Problem angesehen. Dies ist nicht leicht und sehr schade.

Ich habe das Glück, dass sich auf meiner Schule alle angenommen fühlen. Diese Erfahrung machen aber nicht alle jungen Menschen. Wir müssen dafür sorgen, dass alle jungen Menschen fühlen, dass sie akzeptiert sind und dazugehören, und dass sie nicht von der Gesellschaft ausgegrenzt oder an den Rand gedrängt werden.

Aufbau einer besseren Zukunft

Um Irland und die Europäische Union inklusiver zu machen, müssen wir mehr über verschiedene Kulturen lernen und besser wissen, was die EU für uns tut.  Dies wird das Verständnis füreinander wachsen lassen und die Inklusion verbessern.

Wir brauchen Gemeinschaftsveranstaltungen, auf denen die Menschen sich treffen und positiv miteinander interagieren. Mehr junge Menschen müssen in Entscheidungen auf lokaler Ebene eingebunden werden, auch in Jugendclubs, Sportvereinen, Schulen oder auf EU-Ebene. So werden sie merken, dass sie sich bei den Themen einbringen können, die ihnen am Herzen liegen. Zeigen Sie jungen Menschen, wie sie sich engagieren können.

Wir brauchen die Unterstützung der EU, damit Inklusion ernst genommen wird.  Es war schön zu hören, dass Inklusion beim EWSA Priorität hat.

Was ich mir für Europa wünsche

Viele junge Menschen wissen nicht viel darüber, was die EU für sie tut. Die EU sollte sich stärker dafür einsetzen, dass wir uns an der Politik und an Wahlen beteiligen. 

Ich möchte in einem geeinten, fairen und offenen Europa leben, zu dem sich alle Menschen unabhängig von ihrem Hintergrund zugehörig fühlen.

YEYS hat mir gezeigt, dass junge Menschen etwas bewirken können. Auch wenn nicht alle unsere Ideen sofort aufgegriffen werden, so wird uns doch zumindest Gehör geschenkt. Als irischer Jugendlicher mit algerischen Wurzeln habe ich das Gefühl, dass meine Stimme zählt, und ich wünsche mir, dass das auch für andere Menschen gilt.

Bildung kann dazu beitragen, Menschen zusammenzubringen, Diskriminierung zu bekämpfen und jungen Menschen eine Stimme zu geben. Ich werde diese Erfahrung mit nach Hause nehmen und andere ermutigen, sich zu engagieren. Die Zukunft liegt in unseren Händen!  Es ist unser Europa, und wir können mitreden!

Adam Mokhtari ist ein 17-jähriger Schüler aus Irland. Er besucht die Bremore Educate Together Secondary School in Balbriggan bei Dublin. Adam interessiert sich sehr für die EU und dafür, die Gesellschaft inklusiver und erfolgreicher zu machen. Er hat an YEYS 2025 teilgenommen und war YEYS-Vertreter bei der diesjährigen Woche der Zivilgesellschaft.

Spaltung überwinden: Was die Zivilgesellschaft gegen die gefährliche Polarisierung tun kann

In der heutigen Zeit der zunehmenden Polarisierung unserer Gesellschaft und des schwindenden Vertrauens in die demokratischen Institutionen muss die Zivilgesellschaft diesen Herausforderungen die Stirn bieten. Polarisierung an sich ist nicht immer negativ. Schließlich lebt die demokratische Debatte von unterschiedlichen Standpunkten. Wenn Polarisierung jedoch zu Feindseligkeit, Desinformation und Spaltung führt, bedroht sie die Grundfesten unserer Demokratien.

Spaltung überwinden: Was die Zivilgesellschaft gegen die gefährliche Polarisierung tun kann

In der heutigen Zeit der zunehmenden Polarisierung unserer Gesellschaft und des schwindenden Vertrauens in die demokratischen Institutionen muss die Zivilgesellschaft diesen Herausforderungen die Stirn bieten. Polarisierung an sich ist nicht immer negativ. Schließlich lebt die demokratische Debatte von unterschiedlichen Standpunkten. Wenn Polarisierung jedoch zu Feindseligkeit, Desinformation und Spaltung führt, bedroht sie die Grundfesten unserer Demokratien.

Während der diesjährigen Woche der Zivilgesellschaft haben wir bemerkenswerte Beispiele für Initiativen zur Bekämpfung gefährlicher Polarisierung gesehen. Der EWSA-Preis der Zivilgesellschaft ging an Organisationen, die in den Bereichen Medienkompetenz, Bekämpfung von Desinformation und Förderung des Generationendialogs tätig sind. Genau solche Projekte müssen gefördert werden, wenn wir resiliente und von Zusammenhalt geprägte Gesellschaften schaffen wollen.

Europaweit ist eine zunehmende gesellschaftliche Fragmentierung zu beobachten. Die Herausforderungen sind zahlreich: wirtschaftliche Ungleichheiten, soziale Ausgrenzung, Falschinformationen im Internet und in den sozialen Medien sowie politischer Extremismus. Der jüngste Anstieg populistischer Bewegungen in ganz Europa, der schrumpfende Medienpluralismus und das schwindende Vertrauen in die Institutionen machen deutlich, wie Polarisierung die Unzufriedenheit schürt. Diese Tendenzen schwächen die demokratischen Strukturen und untergraben den sozialen Zusammenhalt. In solchen Zeiten ist die Zivilgesellschaft nicht nur Teilnehmerin am demokratischen Prozess, sondern auch Hüterin der Demokratie.

Die Organisationen der Zivilgesellschaft stehen bei der Verteidigung demokratischer Werte seit langem an vorderster Front. Sie fungieren als Vermittler, bringen unterschiedliche Standpunkte zum Ausdruck, bekämpfen Falschinformationen und fördern fundierte öffentliche Debatten. Sie bieten eine Plattform für diejenigen, die sich ungehört fühlen, und sie setzen sich für inklusive politische Maßnahmen ein, die Spaltungen überwinden, anstatt sie zu vertiefen. Durch bürgerschaftliches Engagement, faktenbasierte Diskussionen und Initiativen zur Förderung von Toleranz bekämpft die Zivilgesellschaft aktiv die spaltenden Kräfte.

Der EWSA ist der festen Überzeugung, dass die Stärkung der Teilhabe und des Dialogs der einzig gangbare Weg ist. Wir sehen dies in unserer tagtäglichen Arbeit: Unsere Mitglieder, die Arbeitgeber, Gewerkschaften und nichtstaatliche Organisationen vertreten, führen umfassende Debatten, allerdings stets mit dem Ziel, eine gemeinsame Grundlage zu finden. Unsere Stärke liegt im Konsens, und genau dieses Modell muss sich in ganz Europa etablieren.

Die Zivilgesellschaft muss in die Lage versetzt werden, ihrer Rolle bei der Bekämpfung der Polarisierung in vollem Umfang gerecht zu werden. Zu diesem Zweck gilt es zu gewährleisten, dass sie Zugang zu Finanzmitteln hat und ohne Einflussnahme von außen agieren kann. Außerdem muss ein Umfeld gefördert werden, in dem ihr Beitrag zum demokratischen Leben anerkannt und geschätzt wird. Partizipative Mechanismen, sei es durch Bürgerkonsultationen, Basisinitiativen oder Instrumente der deliberativen Demokratie, müssen gestärkt werden, um sicherzustellen, dass sich die Menschen in die Entscheidungsfindung einbezogen fühlen.

Die Zukunft Europas hängt davon ab, ob sich die Bürgerinnen und Bürger repräsentiert, beteiligt und gehört fühlen. Die Zivilgesellschaft ist kein schmückendes Beiwerk der Demokratie – sie ist ihr Rückgrat. In einer Zeit der Spaltung müssen wir ihr die Instrumente, die Anerkennung und den Raum bieten, die sie zur Wahrung unserer demokratischen Werte benötigt. Durch die Förderung des Dialogs und der sozialen Inklusion sowie durch die Bekämpfung des Extremismus kann die Zivilgesellschaft die treibende Kraft sein, um Polarisierung von einer Quelle des Konflikts zu einer Triebkraft für eine konstruktive Debatte und sozialen Fortschritt zu machen.

Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Zukunft nicht durch Spaltung bestimmt wird. Wir brauchen ein Europa, in dem die Meinungsvielfalt unsere Geschlossenheit stärkt, in dem das Vertrauen durch Engagement wiederhergestellt wird und in dem die Zivilgesellschaft bei der Überwindung von trennenden Unterschieden eine Vorreiterrolle einnimmt.

Oliver Röpke

Präsident des EWSA

In dieser Ausgabe

  • Europäische Verteidigung: Mittel klug und effizient einsetzen, von Marcin Nowacki
  • Der Plan „ReArm Europe“, von Nicolas Gros-Verheyde
  • Schwerpunkt YEYS:

    – Jugendbeteiligung darf keine reine Pflichtübung sein, von Bruno António

    – Junge Menschen ermutigen und dadurch stärken, von Kristýna Bulvasová

    – Junge Moldauerinnen und Moldauer bei YEYS: Eine neue Generation erweitert ihren Horizont, Interview mit Mădălina-Mihaela Antoci

In dieser Ausgabe

  • Europäische Verteidigung: Mittel klug und effizient einsetzen, von Marcin Nowacki
  • Der Plan „ReArm Europe“, von Nicolas Gros-Verheyde
  • Schwerpunkt YEYS:

    – Jugendbeteiligung darf keine reine Pflichtübung sein, von Bruno António

    – Junge Menschen ermutigen und dadurch stärken, von Kristýna Bulvasová

    – Junge Moldauerinnen und Moldauer bei YEYS: Eine neue Generation erweitert ihren Horizont, Interview mit Mădălina-Mihaela Antoci

Niemals zuvor gab es eine so gut ausgebildete Generation mit so viel Potenzial, die aber gleichzeitig unter massivem Druck steht und von erheblichen Zukunftsängsten geplagt wird, so Bruno António, Jugendexperte und Hauptredner auf der Veranstaltung „Your Europe, Your Say“ 2025. Er sprach mit EWSA info darüber, wie die Stimme junger Menschen verstärkt werden kann und warum es in Zeiten zunehmender Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit in Europa bei künftigen EU-Jugendprogramme entscheidend darauf ankommt, junge Menschen auch weiterhin die Bedeutung der Demokratie vor Augen zu führen.

Niemals zuvor gab es eine so gut ausgebildete Generation mit so viel Potenzial, die aber gleichzeitig unter massivem Druck steht und von erheblichen Zukunftsängsten geplagt wird, so Bruno António, Jugendexperte und Hauptredner auf der Veranstaltung „Your Europe, Your Say“ 2025. Er sprach mit EWSA info darüber, wie die Stimme junger Menschen verstärkt werden kann und warum es in Zeiten zunehmender Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit in Europa bei künftigen EU-Jugendprogramme entscheidend darauf ankommt, junge Menschen auch weiterhin die Bedeutung der Demokratie vor Augen zu führen.

1. Sind junge Menschen heute in Politik und Gesellschaft eher passiv oder aktiv? Wie können sie stärker an der Politikgestaltung beteiligt werden?

Aus verschiedenen Studien geht hervor, dass jungen Menschen nicht alles egal ist und sie sich aktiv beteiligen. Wenn wir politisches Engagement als Bewusstsein für gesellschaftliche Probleme definieren, dann ist es offensichtlich, dass junge Menschen aktiv werden, um einen Wandel anzustoßen. Besonders interessant dabei ist, auf welche Art sie sich engagieren. Zu den klassischen Formen der Partizipation gehören die Wahlbeteiligung, ehrenamtliches Engagement in Nichtregierungsorganisationen oder die Mitgliedschaft in Jugendorganisationen der Parteien. Diese Formen scheinen bei jungen Menschen heute jedoch aus der Mode gekommen zu sein. Sie wollen politische Entscheidungsprozesse lieber durch die Unterzeichnung von Petitionen oder die Teilnahme an Demonstrationen und auf andere innovative Weise beeinflussen. Im „Developing Youth Participation in Local Level“ – DYPALL-Network erforschen wir diese Instrumente des Engagements, zu denen Beratungen, die Teilnahme an lokalen Jugendräten und andere Mechanismen für den lokalen Dialog mit Jugendlichen gehören. Wir sehen bei jungen Menschen ein starkes Interesse, sich beteiligen zu wollen. Doch die meisten klassischen Mechanismen sind weder jugendfreundlich noch wirklich sinnvoll.

2. Die Ergebnisse der jüngsten Europawahl und nationale Umfragen zeigen, dass viele junge Menschen rechte Parteien wählen. Warum ist dies Ihrer Meinung nach so und sehen Sie darin einen besorgniserregenden Trend, der europäische Werte wie Gleichheit und Integration gefährden könnte?

Dass immer mehr junge Wählerinnen und Wähler für rechtsextreme Parteien stimmen, ist durchaus besorgniserregend. Unserer Ansicht nach ist dies auf Unzufriedenheit mit der etablierten Politik, ein tiefes Misstrauen gegenüber politischen Institutionen, den Wunsch nach einer starken nationalen Identität oder Ängste hinsichtlich wirtschaftlicher und sozialer Unsicherheit zurückzuführen. Wir müssen den grundlegenden Ursachen für diese alarmierenden Tendenzen beim Wahlverhalten nachgehen. Diese Generation ist in einer Zeit ständiger Krisen und ungewissen Zukunftsperspektiven aufgewachsen. Nie zuvor hatten wir eine so gut ausgebildete Generation mit so viel Potenzial, die gleichzeitig aber unter massivem Druck steht und von erheblichen Zukunftsängsten geplagt wird. Die Algorithmen der sozialen Medien verstärken polarisierende Inhalte und prägen die Perspektiven.

All dies führt zu Ungewissheit über die Zukunft. Die Wahl populistischer Parteien kann einerseits eine Form des Protests und Ausdruck allgemeiner Unzufriedenheit sein. Andererseits kann sie aber auch den Wunsch nach einer starken Hand an der Macht widerspiegeln, die ein Gefühl der Sicherheit gibt. Die Geschichte zeigt jedoch, dass junge Menschen oft die Hoffnung verlieren und sich betrogen fühlen, wenn solche rechtspopulistischen Parteien tatsächlich an die Macht kommen. Oft ist es dann zu spät, wenn sie erkennen, dass Rechte, Freiheiten und andere für sie wichtige Werte entzogen oder in Frage gestellt werden.

Besagter Trend gefährdet bereits unsere europäischen Werte. Das zeigt sich nicht nur im politischen Diskurs, sondern auch im Alltag in unserer Gesellschaft, wo Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung zur Normalität werden. Daher müssen künftige EU-Jugendprogramme junge Menschen unbedingt weiterhin dabei unterstützen, die Bedeutung der Demokratie zu verstehen, Demokratie zu erlernen und sie zu erfahren. Gleichzeitig müssen sie die notwendigen Fähigkeiten vermitteln, um sich gegen die Bedrohung durch antidemokratische Bewegungen zu wappnen.

3. Wissen die jungen Europäerinnen und Europäer, was die EU für sie tut? Wie kann ihr Interesse an der EU gesteigert werden? Wie beurteilen Sie die Öffentlichkeitsarbeit der EU?

Wir können mit einiger Gewissheit sagen, dass junge Menschen eindeutig besser Bescheid über das wissen, was die EU für sie tut, als dies bei älteren Generationen der Fall ist. Jugendprogramme wie Erasmus+, das Europäische Solidaritätskorps und DiscoverEU tragen dazu bei, dieses Zugehörigkeitsgefühl zur Union zu schaffen und sich als Europäer zu fühlen. Sie sollten ausgebaut und allen jungen Menschen in Europa zugänglich gemacht werden.

Doch wissen sie wirklich, was Europa für sie tut? Unserer Meinung nach nicht. Die Auswirkungen der EU auf die Gesellschaft – und insbesondere auf junge Menschen – müssen deutlicher sichtbar und verständlicher gemacht werden. Die Entscheidungen, die von den EU-Organen getroffen werden, haben enorme Auswirkungen, und daher sollten sich junge Menschen stärker für EU-Fragen interessieren. Wie kann das gelingen? Ich hätte da zwei Vorschläge: Die EU-Organe müssen klar und deutlich machen, dass sich die auf EU-Ebene getroffenen Beschlüsse unmittelbar auf ihr Leben auswirken. Zudem sollten sie Programme ausweiten, die jungen Menschen mehr Möglichkeiten bieten, die EU kennenzulernen, zu erleben und zu entdecken. Dies kann das Gefühl der Zugehörigkeit, des Miteinanders, der Verbundenheit und der Freundschaft unter den Europäerinnen und Europäern stärken.

Die EU-Organe haben zwar enorme Anstrengungen unternommen, um mit den Bürgern in Kontakt zu treten, und diverse Kampagnen und Instrumente erheblich verbessert, aber es reicht immer noch nicht aus. De facto sind sie oft weit von der Lebenswirklichkeit junger Menschen entfernt.

Die Präsenz der EU in den sozialen Medien hat sich zwar verbessert und Kampagnen wurden gezielt auf junge Menschen ausgerichtet, aber es gelingt der EU immer noch nicht, mit ihren Botschaften insbesondere die sehr heterogene Gruppe der jungen Menschen in unserer Gesellschaft anzusprechen. Die Öffentlichkeitsarbeit der EU muss weiterentwickelt, besser strukturiert und durch neue Methoden ergänzt werden. Dazu gehören die Beauftragung nichtstaatlicher Jugendorganisationen als Jugendbotschafter, die Entwicklung dezentraler Plattformen für die Öffentlichkeitsarbeit und die Gestaltung von Kampagnen, in denen die EU-Politik mit Berichten aus dem Alltag verbunden wird, in denen sich junge Menschen wiederfinden. In diesem Zusammenhang sollte mit neuen Kommunikationsansätzen experimentiert werden. Junge Menschen sollten direkt in die Entwicklung und Umsetzung von Kampagnen und anderen Kommunikationsmaßnahmen einbezogen werden. 

2. Wie können wir jungen Menschen mehr Gehör verschaffen?

Indem wir sie ernst nehmen und ihren Wert erkennen. Die Institutionen haben die Macht und die Fähigkeit, jungen Menschen Gehör zu verschaffen. Mitunter fehlt es aber an der Bereitschaft, ihnen den Raum, die Unterstützung, die Möglichkeiten und die Mittel für eine sinnvolle Beteiligung zu gewähren. Jugendbeteiligung sollte nicht als reine Pflichtübung verstanden werden, indem junge Menschen zu öffentlichen Veranstaltungen eingeladen und ein paar Fotos für die sozialen Medien gemacht werden, ihre Beiträge dann aber ignoriert werden. Jugendbeteiligung muss wirkungsvoll sein, d. h. die jungen Menschen müssen die Ergebnisse ihres Engagements und die daraus resultierenden Veränderungen auch sehen können.

Damit die Stimme der Jugend mehr Gewicht bekommt, bedarf es institutioneller Unterstützung, z. B. durch die Vertretung von Jugendlichen in Entscheidungsgremien. Zudem muss Vertrauen geschaffen werden, was Zeit sowie hochwertige Begegnungsräume und Kooperationsprozesse erfordert. Eine angemessene Mittelausstattung ist hierfür das A und O. Außerdem müssen die Institutionen in die Lage versetzt werden, besser zu arbeiten und junge Menschen in die Entscheidungsfindung einzubeziehen. Dies braucht Investitionen, echtes Engagement und Zeit.

Bruno António ist Exekutivdirektor des DYPALL-Netzwerks, einer europäischen Plattform für Organisationen der Zivilgesellschaft, lokale Behörden und Forschungseinrichtungen zur Förderung der Jugendbeteiligung an lokalen Entscheidungsprozessen. In den letzten zwölf Jahren hat Bruno António als Jugendexperte und externer Berater für verschiedene Institutionen wie die Europäische Kommission und den Europarat gearbeitet. Zuvor war er Generalsekretär von Youth for Exchange and Understanding sowie Geschäftsführer von ECOS – Cooperativa de Educação, Cooperação e Desenvolvimento. António hat einen Masterstudiengang in Sozialpädagogik an der Universität der Algarve in Faro (Portugal) absolviert.

 

Javier Garat Pérez ist Berichterstatter für die EWSA-Stellungnahme „Empfehlungen der Zivilgesellschaft für einen Europäischen Pakt für die Meere“. Wir haben ihn nach den wichtigsten Vorschlägen des EWSA zu dieser Initiative der Europäischen Kommission gefragt, mit der eine umfassende Vision für die gesamte Meerespolitik geschaffen werden soll. Welche konkreten Maßnahmen müssen ergriffen werden, um die Meere vor Zerstörung und Verschmutzung zu schützen und ihre biologische Vielfalt zu erhalten? Was sind die größten Bedrohungen für die Meere und welche Lösungen schlägt der Ausschuss vor? 

Javier Garat Pérez ist Berichterstatter für die EWSA-Stellungnahme „Empfehlungen der Zivilgesellschaft für einen Europäischen Pakt für die Meere“. Wir haben ihn nach den wichtigsten Vorschlägen des EWSA zu dieser Initiative der Europäischen Kommission gefragt, mit der eine umfassende Vision für die gesamte Meerespolitik geschaffen werden soll. Welche konkreten Maßnahmen müssen ergriffen werden, um die Meere vor Zerstörung und Verschmutzung zu schützen und ihre biologische Vielfalt zu erhalten? Was sind die größten Bedrohungen für die Meere und welche Lösungen schlägt der Ausschuss vor? 

Die junge Moldauerin Mădălina-Mihaela Antoci war eine der Vertreterinnen und Vertreter der EU-Kandidatenländer auf der diesjährigen EWSA-Jungendplenartagung Your Europe Your Say (YEYS). Sie nahm auch an der Woche der Zivilgesellschaft des EWSA teil, wo sie eine mitreißende Rede zum Thema „Immer noch in Vielfalt geeint“ hielt. Die Vorsitzende des Erasmus Student Network Moldau und Vorstandsmitglied des Nationalen Jugendrats des Landes sprach mit uns über die Bedeutung der EU für junge Moldauerinnen und Moldauer sowie über ihr Anliegen, junge Menschen in ihrem Land für Auslandsstudienaufenthalte zu begeistern und ihnen eine globale Denkweise zu vermitteln.

Die junge Moldauerin Mădălina-Mihaela Antoci war eine der Vertreterinnen und Vertreter der EU-Kandidatenländer auf der diesjährigen EWSA-Jungendplenartagung Your Europe Your Say (YEYS). Sie nahm auch an der Woche der Zivilgesellschaft des EWSA teil, wo sie eine mitreißende Rede zum Thema „Immer noch in Vielfalt geeint“ hielt. Die Vorsitzende des Erasmus Student Network Moldau und Vorstandsmitglied des Nationalen Jugendrats des Landes sprach mit uns über die Bedeutung der EU für junge Moldauerinnen und Moldauer sowie über ihr Anliegen, junge Menschen in ihrem Land für Auslandsstudienaufenthalte zu begeistern und ihnen eine globale Denkweise zu vermitteln.

1. Spricht der Nationale Jugendrat Moldaus mit jungen Menschen über die Integration in die EU? Wie sehen junge Moldauerinnen und Moldauer die EU?

Absolut. Der Nationale Jugendrat Moldaus führt Konsultationen und Aufklärungskampagnen durch und steht in direktem Kontakt zu Politikerinnen und Politikern. Dadurch stellt er sicher, dass die Stimme junger Menschen im EU-Integrationsprozess gehört wird. Für viele junge Moldauerinnen und Moldauer steht die EU für Fortschritt, neue Horizonte und eine Zukunft, in der ihre Talente anerkannt und gewürdigt werden. Bei der Aufklärungsarbeit gibt es allerdings noch einige Defizite und genau da kommen wir auf den Plan: Wir setzen an der Neugier an und machen daraus eine aktive Teilhabe.

Wir organisieren Foren, Debatten und Workshops zu EU-Integration, Politik und Jugendrechten.
Wir fordern die Einbeziehung der Jugend in nationale Entscheidungsprozesse.
Wir führen Kampagnen durch, um junge Moldauerinnen und Moldauer über die Vorteile der EU-Mitgliedschaft zu informieren und aufzuklären.

2. Könnten Sie uns kurz über Ihre Arbeit beim Erasmus Student Network (ESN) Moldau berichten?

Meine Aufgabe als Vorsitzende des ESN Moldau ist es, jungen Menschen Möglichkeiten im Ausland aufzuzeigen, die ihr Leben verändern könnten. Unser Team setzt sich für die Förderung der Mobilität, die Schaffung eines angenehmen Umfelds für Austauschstudierende und für internationale Bildung ein. Eine meiner wichtigsten Initiativen ist „Erasmus an Schulen“, bei der wir Schülerinnen und Schüler an weiterführenden Schulen ermutigen, ihren Horizont zu erweitern und global zu denken.

3. Wie viele moldauische Studierende haben denn bislang entweder insgesamt oder jährlich am akademischen Programm Erasmus+ teilgenommen?

Derzeit nimmt Moldau keine Erasmus+-Studierende auf, aber junge Moldauerinnen und Moldauer machen im Ausland bereits auf sich aufmerksam. Jedes Jahr studieren im Rahmen von Erasmus+ zwischen 500 und 700 moldauische Studierende an führenden europäischen Hochschulen oder absolvieren Praktika in wichtigen europäischen Institutionen. Seit Beginn des Programms haben Tausende junge Menschen Erfahrungen im Ausland gesammelt und bringen Innovation, Führungsqualitäten und eine neue Perspektive zurück ins Land. Im Rahmen von „Erasmus an Schulen“ will ich erreichen, dass noch mehr junge Moldauerinnen und Moldauer mobil werden und sehen, dass sie die Welt entdecken können.

4. Wo sehen Sie den Wert solcher akademischer Austauschprogramme für junge Menschen in einem Kandidatenland wie Moldau?

Erasmus+ ist nicht nur ein Studienprogramm, sondern ein Sprungbrett für die Zukunft Moldaus. Es vermittelt jungen Menschen mehr als nur Bildung. Es lehrt sie Anpassungsfähigkeit, Widerstandsfähigkeit und eine europäische Perspektive. In einem Kandidatenland wie Moldau geht es darum, eine Generation heranzubilden, die ihren Horizont erweitert, die innovativ ist, zusammenarbeitet und bereit ist, unser Land in die europäische Zukunft zu führen.

5. Welche Erwartungen hatten Sie an YEYS und die Woche der Zivilgesellschaft?

Ich habe angeregte Debatten, mutige Ideen und ein echtes Engagement für die Einbeziehung junger Menschen in die Politikgestaltung erwartet. Diese Veranstaltungen sind mehr als nur Treffen – sie sind Plattformen, auf denen junge Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger den Status quo in Frage stellen und sich für ein stärkeres, inklusiveres Europa einsetzen. Für Moldau ist dies ein weiterer Schritt zur Überbrückung der Kluft zwischen der lokalen Realität vor Ort und den europäischen Ambitionen, was zeigt, dass unsere jungen Menschen nicht auf die Zukunft warten, sondern sie selbst gestalten.

Die 21-jährige Mădălina Mihaela Antoci engagiert sich in den Bereichen Jugend, Bildung, Bürgerbeteiligung und Stärkung der Handlungskompetenz junger Menschen. Sie ist Vorsitzende des Erasmus Student Network Moldau und Vorstandsmitglied des moldauischen Nationalen Jugendrates.

Als unermüdliche Verfechterin des akademischen Programms Erasmus+ klärt sie junge Menschen mit großem Erfolg darüber auf, welche Möglichkeiten sich ihnen im Ausland bieten, ohne dabei den Wert der Bildung im eigenen Land außen vor zu lassen. Sie hat Hunderte von Studierenden dazu inspiriert, sich an der akademischen Mobilität zu beteiligen und einen aktiven Beitrag zu ihren lokalen Gemeinschaften zu leisten.