Eine bessere Zukunft für junge Menschen mit dem neuen Pakt für den Mittelmeerraum

Auf seiner September-Plenartagung verabschiedete der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) eine Stellungnahme zum neuen Pakt für den Mittelmeerraum, den die Europäische Kommission im nächsten Monat offiziell besiegeln wird. Der EWSA fordert Bottom-up-Prozesse, um sicherzustellen, dass sich der Pakt unmittelbar und positiv auf alle Menschen und insbesondere auf die Jugend auswirkt.

Mit dem neuen Pakt für den Mittelmeerraum soll die Zusammenarbeit zwischen der EU und den Ländern des südlichen Mittelmeerraums auf der Grundlage gegenseitigen Respekts und gemeinsamer Prioritäten vertieft werden. Sein Konzept umfasst einen strategischen, auf die Menschen ausgerichteten Rahmen, bei dem inklusive Teilhabe und nachhaltige Entwicklung im Vordergrund stehen. Junge Menschen sollten in allen Phasen der Politikgestaltung eine Schlüsselrolle einnehmen.

Die Stellungnahme stand auf der EWSA-Plenartagung im Zusammenhang mit einer Debatte über den aktuellen Stand des neuen Pakts für die Region mit dem Generaldirektor der GD MENA (Generaldirektion Naher Osten, Nordafrika und Golfregion) der Europäischen Kommission Stefano Sannino. Er erläuterte die drei Säulen des neuen Pakts: Menschen (einschließlich allgemeiner und beruflicher Bildung), wirtschaftliche Zusammenarbeit (einschließlich erneuerbarer Energien und grüner Technologien) und Sicherheit, Resilienz und Migrationssteuerung.

Moderiert wurde die Debatte von EWSA-Vizepräsident Krzysztof Pater, der betonte, dass der Pakt ehrgeizig, kohärent und zukunftsorientiert sein muss, um die strukturellen wirtschaftlichen Schwächen der Region anzugehen und gleichzeitig Resilienz, Nachhaltigkeit und soziale Inklusion zu fördern. „Der EWSA hat den neuen Pakt zur obersten Priorität unserer Arbeit im Zusammenhang mit unserer südlichen Nachbarschaft erklärt. Er ist bereit, seinen Beitrag zu leisten und diese wichtige Initiative uneingeschränkt zu unterstützen“, erklärte er.

Herr Sannino fügte hinzu, dass dies eine Möglichkeit ist, auf die Komplexität und die Schwierigkeiten der Region einzugehen, und eine Gelegenheit, von der langjährigen Zusammenarbeit zwischen der EU und den südlichen Nachbarländern zu profitieren: „Wir lassen unseren Worten Taten folgen und gestalten diesen umfassenden Konsultationsprozess gemeinsam, indem wir Wünsche, Anmerkungen und Empfehlungen aller Interessengruppen und EU-Institutionen sammeln.“

Thomas Wagnsonner, EWSA-Mitglied und Berichterstatter für die Stellungnahme, betonte: „Wir betrachten den neuen Pakt als ein Entwicklungsmodell mit gemeinsamen Partnerschaften auf Augenhöhe und Geschäftsmöglichkeiten, die in inklusiven und sozial stabilen Gesellschaften im Mittelmeerraum nachhaltiges Wirtschaftswachstum und Innovation mit hochwertigen Arbeitsplätzen ermöglichen sollen, und zwar insbesondere für junge Menschen und Frauen.“

In diesem Sinne unterstrich Lidija Pavić-Rogošić, EWSA-Mitglied und Mitberichterstatterin, dass die Zukunft des Mittelmeerraums auf einer gemeinsamen Zukunft, inklusiven Maßnahmen, gerechtem Wachstum und Mitgestaltung durch die Bürgerinnen und Bürger beruhen sollte: „Um wirklich etwas zu bewirken, muss gehandelt werden. Dies erfordert die Mitgestaltung durch die Bürgerinnen und Bürger, bürgerschaftliches Engagement und eine Überwachung durch die Gemeinschaften vor Ort – wo es bei Wohlstand um die Menschen selbst geht, die Verantwortung kollektiv getragen wird und Solidarität nicht nur im Munde geführt, sondern auch gelebt wird.“

Junge Menschen im Mittelpunkt des neuen Pakts

Der Pakt zielt darauf ab, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und eine menschenzentrierte Agenda zu entwickeln, damit er greifbare Ergebnisse für die Gesellschaften hervorbringen kann. Auffallend ist, dass fast die Hälfte der Bevölkerung (47 %) in der Region aus jungen Menschen im Alter von 0 bis 24 Jahren besteht.

Der EWSA schlägt vor, dass EU-Programme wie Erasmus+ und Interreg spezielle Finanzmittel für die Zivilgesellschaft mit vereinfachten Antragsverfahren und langfristiger Finanzierung vorsehen sollten. Darüber hinaus sollten Wirtschafts- und Sozialräte sowie Jugendräte ihre Aufgaben wahrnehmen können und dort eingerichtet werden, wo sie noch fehlen.

In der Stellungnahme wird empfohlen, junge Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund in alle Phasen der Politik einzubeziehen, wobei solide Überwachungs- und Rechenschaftsmechanismen erforderlich sind, um sicherzustellen, dass ihre Stimmen Einfluss auf die Entwicklung des Pakts haben.

Pablo Pastor von der Anna-Lindh-Stiftung und Präsident des Jugendrates für den Mittelmeerraum, der Gastredner bei der Debatte auf der EWSA-Plenartagung war, erklärte, dass der neue Pakt eine Gelegenheit sei, aktiv zu werden. „Wir können es uns nicht leisten, die gleichen Fehler wie in den letzten 30 Jahren zu begehen. Wir können nicht paternalistisch auf das Mittelmeer schauen. Wir können keine Vereinbarungen unterzeichnen, die dann nicht eingehalten werden.“

Der Pakt sieht die Gründung einer Mittelmeer-Universität nach dem Vorbild von Hochschulallianzen vor, die Studierende, Wissenschaftler und Kulturen aus Europa, dem Nahen Osten und Nordafrika zusammenbringt. Durch allgemeine und berufliche Bildung sowie Weiterbildung können jungen Menschen mehr und bessere Arbeitsmöglichkeiten geboten werden. Schließlich sind sie diejenigen, die die Voraussetzungen für eine bessere Zukunft schaffen. 

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  • The New Pact for the Mediterranean is designed to improve young people’s future