Lernen Sie unseren Überraschungsgast Tichon Dsjadko in einem kurzen, aber prägnanten Interview kennen!

EESC info: Wann wurde Ihnen bewusst, dass Sie nicht länger in Moskau arbeiten konnten? War es Ihre freie Entscheidung, Russland zu verlassen? Oder hatten Sie keine Wahl?

Tichon Dsjadko: Wie viele andere Journalisten auch sahen wir uns gezwungen, das Land zu verlassen. Nach Beginn des Krieges in der Ukraine führte die russische Regierung eine militärische Zensur sowie neue Rechtsvorschriften ein. Demnach drohen Menschen, die den Krieg bei seinem Namen nennen und nicht den Begriff „militärische Spezialoperation“ verwenden, Gefängnisstrafen von bis zu 15 Jahren.
Um nicht im Gefängnis zu landen und trotzdem meiner Arbeit als Journalist nachgehen zu können, musste ich Russland also verlassen.  

Von wo aus arbeiten Sie aktuell?

TV Doschd verfügt über Studios an drei verschiedenen Standorten: Riga, Tiflis und Amsterdam. Ich arbeite derzeit in Amsterdam.

Wie würden Sie die russische Propaganda beschreiben?

Die russische Propaganda wird von Kriegsverbrechern organisiert und kontrolliert und stellt deshalb eine große Gefahr dar. Sie ist Teil der Kriegsverbrechen. Ihre Verbreiter haben die Bevölkerung jahrelang belogen und Kriegshetze betrieben.

Was erwarten Sie von der Europäischen Union?

Meiner Meinung nach sollten die EU und ihre Bevölkerung verstehen, dass viele Russinnen und Russen gegen diesen Krieg sind und die Ukraine und Europa unterstützen.

Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft? Wo würden Sie künftig gerne leben?

Ich würde gern zurück nach Moskau gehen und wieder dort arbeiten.