Im Rahmen einer virtuellen Fotoausstellung präsentiert der EWSA Bilder des französischen Fotografen Frédéric Stucin, der Fahrerinnen und Fahrer von Lieferdiensten abgelichtet hat, die heutzutage das Stadtbild prägen. Er thematisiert darin eine neue Beschäftigungsform, bei der die europäischen Gesundheits- und Sicherheitsvorschriften für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer häufig umgangen werden.

Die Ausstellung zeigt eine Serie von 20 Bildern, auf denen Fahrerinnen und Fahrer zu sehen sind, die für Lieferdienste wie Uber Eats oder Deliveroo arbeiten.

„Die Fahrer, die Tag und Nacht auf Fahrrädern oder Mopeds durch die Stadt flitzen, erinnern mich an die legendären Reiter des Pony Express, die in den USA die Post auslieferten“, so Frédéric Stucin.

Seine Fotos verdeutlichen auch die harten Bedingungen, unter denen die Fahrer arbeiten: Sie müssen bei jedem Wetter draußen unterwegs sein, vor Restaurants warten, die Kosten für Fahrzeug und Strafen selbst tragen sowie mit wenig rücksichtsvollen Plattformen und Kunden und dem Unfallrisiko zurechtkommen.

Die Plattformen, für die sie tätig sind, sprechen von Flexibilität und der Freiheit, seine Arbeitszeiten frei zu wählen, aber vielen dieser Arbeitnehmer werden die grundlegendsten Arbeitsrechte verwehrt. In der Zwischenzeit gibt es gewisse Fortschritte: So bieten manche Plattformen nun etwas bessere Arbeitsbedingungen, und die Fahrer haben begonnen, sich zu organisieren und gegenseitig zu unterstützen.

„Mit meinen Fotos wollte ich diese mutigen Menschen würdigen, die unseren Respekt verdienen“, betont Stucin.

Die Fotos verdeutlichen die Probleme der wachsenden Gruppe atypisch Beschäftigter, die auch Thema der auf der Plenartagung im Januar zur Erörterung anstehenden EWSA-Stellungnahme Der soziale Dialog als Mittel zur Förderung von Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz.

Die im Zusammenhang mit dem französischen EU-Ratsvorsitz organisierte Ausstellung ist vom 15. Januar bis zum 15. Februar 2022 HIER zu sehen. (ck)