Die Österreicherin Christa Schweng ist neue Präsidentin des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses

This page is also available in

Image
EESC President Christa SCHWENG

Die neue Präsidentin des EWSA ist überzeugte Europäerin mit zwei Jahrzehnten EU-Erfahrung und profundem Fachwissen in sozialen Fragen. Ihr Credo ist, dass die Zivilgesellschaft der EU zum Wiederaufbau Europas nach der COVID‑19‑Krise und zu seiner künftigen Resilienz beitragen kann.

 

Das höchste Amt des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses (EWSA) wurde zum 33. Mal neu besetzt: Die Österreicherin Christa Schweng wurde als fünfte Frau an die Spitze dieser EU‑Einrichtung gewählt, die seit 1958 die organisierte Zivilgesellschaft repräsentiert. Die beiden neuen Vizepräsidenten des EWSA sind Giulia Barbucci (Italien), zuständig für Haushaltsfragen, und Cillian Lohan (Irland) für das Ressort Kommunikation.

Damit steht zum zweiten Mal ein österreichisches Mitglied an der Spitze des EWSA. Die erste österreichische Präsidentschaft bekleidete ebenfalls eine Frau: Anne-Marie Sigmund stand von 2004 bis 2006 an der Spitze des EWSA und war vor Christa Schweng die letzte Frau im höchsten Amt.

Frau Schweng bringt für ihre neue Aufgabe umfangreiche Erfahrungen und Kenntnisse in Sozial‑ und Beschäftigungsfragen aus über 20 Jahren Beratungstätigkeit sowohl auf EU-Ebene als auch in ihrem Heimatland Österreich mit.

Sie besitzt einen Abschluss als Magistra der Rechtswissenschaften der Universität Wien und ist seit 1994 leitende Referentin in der Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit der Wirtschaftskammer Österreich.

Seit 1995 ist sie zudem Mitglied im Beratenden Ausschuss für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz der EU und seit 2001 im Verwaltungsrat der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz tätig. Von 2001 bis 2009 leitete sie den Ausschuss für soziale Angelegenheiten des europäischen Dachverbands des Mittelstands SMEunited, dem sie nach wie vor angehört.                                                                                                

Christa Schweng arbeitet seit 22 Jahren im EWSA und befasst sich als Mitglied der Gruppe Arbeitgeber auch hier vorrangig mit den Themen Beschäftigung und Soziales. Bis zu ihrer Wahl war sie Vorsitzende der Fachgruppe Beschäftigung, Sozialfragen, Unionsbürgerschaft des EWSA und von 2013 bis 2015 Vorsitzende der Arbeitsmarktbeobachtungsstelle der Fachgruppe.

Sie war zudem Berichterstatterin oder Mitberichterstatterin für eine Reihe von EWSA‑Stellungnahmen, in denen es hauptsächlich um Fragen der Beschäftigung, des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit am Arbeitsplatz oder Systeme der sozialen Sicherheit ging.

Christa Schweng wurde am 28. Oktober, dem zweiten Tag der dreitägigen konstituierenden Plenartagung, die per Videokonferenz abgehalten wurde, in das höchste Amt des EWSA gewählt. Damit wurde zugleich die neue Mandatsperiode des EWSA 2020–2025 eingeläutet, in der über 40 % der 329 Mitglieder neu im Ausschuss sind. Die EWSA-Präsidentschaft wechselt nach der Hälfte der Mandatsperiode. Das neue Präsidium unter der Leitung von Frau Schweng wird also zweieinhalb Jahre – bis März 2023 – amtieren.

Mit dem von ihr gewählten Motto Gemeinsam für die Zukunft Europas will Christa Schweng zum Ausdruck bringen, dass die Einheit das Leitprinzip ihrer Arbeit als neuer EWSA-Präsidentin sein wird.

Nur gemeinsam können wir die wirtschaftliche und soziale Not, die die COVID-19-Pandemie ausgelöst hat, erfolgreich bewältigen. Nur gemeinsam können wir ein Europa nach COVID-19 gestalten, betonte sie.

Ihre Vision ist ein Europa nach der Pandemie, in dem die Bürgerinnen und Bürger in einer offenen und wertebasierten Gesellschaft leben und arbeiten können: ein Europa, das wirtschaftlich prosperiert, sozial inklusiv ist und ökologisch nachhaltig handelt.

Vor allem will die neue Präsidentin dafür sorgen, dass die europäische Zivilgesellschaft zur Verwirklichung dieser Vision von Europa beiträgt. Dazu sollen die praktischen Erfahrungen der im EWSA vertretenen Unternehmen, KMU, Nichtregierungsorganisationen, Arbeitnehmer und Verbraucher genutzt werden.