European Economic
and Social Committee
Krebsbekämpfung durch Impfungen
Angesichts der besorgniserregend zunehmenden Zahl von Krebserkrankungen und krebsbedingten Todesfällen in der EU fordert der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) dringend benötigte Maßnahmen zur Krebsprävention, zumal etwa 40 % der Krebsfälle als vermeidbar gelten.
Auf seiner Plenartagung im Mai verabschiedete der EWSA eine Stellungnahme, in der er den Vorschlag der Europäischen Kommission für eine Empfehlung des Rates zu durch Impfung verhütbaren Krebsarten als wichtige Folgeinitiative zu Europas Plan gegen den Krebs („Krebsbekämpfungsplan“) begrüßt.
Der Schwerpunkt der Stellungnahme liegt auf der Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV) und das Hepatitis-B-Virus (HBV), da mit den Impfungen mehrere durch diese Viren verursachte Krebserkrankungen verhütet werden können.
Der EWSA betont, dass angemessene Information, Aufklärung und Kommunikation wichtig sind, um die Zielgruppen zur Impfung zu motivieren. Weiterhin macht er deutlich, dass Allgemeinmediziner, Hausärzte, Schulärzte und Organisationen der Zivilgesellschaft dabei eine wichtige Rolle spielen.
Milena Angelova, Berichterstatterin für die Stellungnahme zu durch Impfung verhütbaren Krebsarten, erklärte: „Wir müssen Stigmatisierung und falsche Vorstellungen über Impfstoffe bekämpfen. So wird beispielsweise irrtümlich davon ausgegangen, dass sich nur junge Mädchen impfen lassen sollten. Dem ist aber nicht so. Um diese Viren (HPV und HBV) auszumerzen, müssen wir auch Jungen und ihre Eltern einbeziehen.“ Impfstoffe müssen für alle zugänglich sein.
Es ist äußerst wichtig, der Verbreitung von Vorbehalten entgegenzuwirken, fügte die Ko-Berichterstatterin Sára Felszeghi hinzu. Die Bekämpfung von Falsch- und Desinformation spielt eine wichtige Rolle dabei, Menschen zur Impfung zu ermutigen.
Der EWSA fordert einen umfassenden Ansatz in der Krebsbekämpfung mit einem gut funktionierenden und integrierten System für alle Formen von Prävention, einschließlich Primärprävention (Impfung, gesunde Lebensweise), Sekundärprävention (Vorsorgeuntersuchungen) und Tertiärprävention (Behandlung und Rehabilitation).
Frau Angelova bekräftigte, dass sich die Mitgliedstaaten untereinander besser abstimmen und bewährte Verfahren austauschen müssen, um Krebs erheblich wirksamer bekämpfen und die Durchimpfungsraten EU-weit erhöhen zu können. Die Krebsprävention muss unbedingt als politische Priorität betrachtet werden. (sg)