Klimaanpassungsfonds für rasche Krisenreaktion

In einer Initiativstellungnahme schlägt der EWSA die Einrichtung eines Klimaanpassungsfonds zur raschen Bewältigung künftiger Klima- und Energiekrisen vor. Der Fonds soll die bestehenden EU-Strategien ergänzen und eine effizientere Nutzung der vorhandenen Mittel sicherstellen.

Seit 2002 werden die Mitgliedstaaten über den Solidaritätsfonds der Europäischen Union umfassend unterstützt. Die Mittelausstattung dieses Fonds in Höhe von 500 Mio. EUR pro Jahr reicht jedoch nicht aus, um die Kosten der 2021 durch Naturkatastrophen entstandenen Schäden zu decken. Schätzungen zufolge verursachten allein die Überschwemmungen in Westeuropa Schäden in Höhe von 38 Mrd. EUR.

„Wir sehen den Klimaanpassungsfonds als einen starken Finanzierungsmechanismus, mit dessen Hilfe bestehende EU-Mittel dazu genutzt werden, rasch auf Notlagen zu reagieren und zum Wiederaufbau zerstörter Gebiete beizutragen“, so Berichterstatter Ioannis Verdakastanis. „Es ist ein sehr ehrgeiziges Unterfangen, Gebiete wiederaufzubauen und zu schützen, die von schweren Klima-, Energie- und Umweltkrisen betroffen sind.“

Außerdem war die derzeitige Energiekrise noch nicht abzusehen, als der Mehrjährige Finanzrahmen 2021–2027 und die Mittelausstattung für den Aufbauplan NextGenerationEU festgelegt wurden. Der Klimaanpassungsfonds würde dem dringenden Bedarf an Investitionen in alternative Energiequellen wirksamer Rechnung tragen als bestehende Mechanismen. Dies ist gerade jetzt besonders wichtig, da viele Menschen nicht in der Lage sind, ihre Gas- und Stromrechnungen zu bezahlen.

„Wir sind nicht ausreichend gerüstet, um Notlagen und Katastrophen aufgrund des Klimawandels und der Energiekrise bewältigen zu können. Uns stehen weder genug Mittel zur Verfügung, noch sind wir in der Lage, schnell genug zu reagieren“, erklärt Judith Vorbach, Ko-Berichterstatterin für die Stellungnahme. „Die Einrichtung eines Klimaanpassungsfonds wäre ein wichtiges Instrument, um dieses Problem zu lösen.“ (tk)