EWSA auf dem Sozialgipfel in Porto: Die Menschen in den Mittelpunkt unseres Handelns für wirtschaftlichen Wohlstand, soziale Inklusion und Nachhaltigkeit stellen!

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) möchte einen aktiven Beitrag zu den gemeinsamen europäischen Bemühungen leisten, die Grundsätze der europäischen Säule sozialer Rechte in die Tat umzusetzen und ein gerechteres und wohlhabenderes Europa für alle zu schaffen.

Auf dem Sozialgipfel von Porto, der am 7. Mai vom portugiesischen EU-Ratsvorsitz veranstaltet wurde, bekräftigte der EWSA sein Engagement für die Förderung eines wirtschaftlichen und sozialen Wiederaufbaus, in dessen Mittelpunkt die Menschen steht. Der EWSA wird mit anderen EU-Institutionen, den Mitgliedstaaten und den Bürgerinnen und Bürgern zusammenarbeiten, um die Ziele des Aktionsplans der europäischen Säule sozialer Rechte zu verwirklichen. Dazu gehören die Förderung der Beschäftigung, die Stärkung der Bildung und die Verringerung von Armut und sozialer Ausgrenzung.

Durch unser Handeln können wir Europa wiederaufbauen. Wir können aber sogar noch mehr tun: Wir können dafür sorgen, dass Europa wieder floriert! Damit uns dies gelingt, müssen wir die Voraussetzungen für einen beschäftigungswirksamen Wohlstand in der EU schaffen, erklärte EWSA-Präsidentin Christa Schweng. Wir sollten auch dafür sorgen, dass alle Bürgerinnen und Bürger Unterstützung erhalten und mit den für ihre Arbeit und ihr Leben erforderlichen Kompetenzen ausgestattet werden, damit sie mit Zuversicht in die Zukunft blicken können. Sie können auf unser Engagement zählen, wenn es darum geht, unter Beweis zu stellen, dass die EU und die Mitgliedstaaten gemeinsam mit ihren Bürgerinnen und Bürgern handeln, ihr Leben verbessern und niemanden zurücklassen.

Christa Schweng wies nachdrücklich darauf hin, dass alle Menschen unabhängig von ihrem Beschäftigungsstatus oder ihrem Alter mit den geeigneten Kompetenzen ausgestattet werden müssen, damit sie als Bürger aktiv werden können, dass sie auf die Veränderungen in der Arbeitswelt vorbereitet werden müssen und dass ein Missverhältnis zwischen Arbeitskräfteangebot und -nachfrage vermieden werden muss, das letztlich das Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit der EU beeinträchtigt.

Im Vorfeld des Gipfels hat der Ausschuss eine Entschließung verabschiedet. In dem Dokument fordert der EWSA alle Interessenträger auf, bei der Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft den wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Aspekten gleiches Gewicht beizumessen.

Die Präsidentin und die Vorsitzenden der drei Gruppen des EWSA (Arbeitgeber, Arbeitnehmer und zivilgesellschaftliche Organisationen, die sich für verschiedene Interessen einsetzen) nahmen an den Arbeitssitzungen des Gipfels teil, die im Zusammenhang mit den vorgeschlagenen Zielen des Aktionsplans standen: 1) Arbeit und Beschäftigung, 2) Qualifikationen und Innovation und 3) Wohlfahrtsstaat und Sozialschutz.

Der Vorsitzende der Gruppe Arbeitgeber, Stefano Mallia, betonte: Nachdem die Impfkampagne nun auf Hochtouren läuft, muss Europa wieder auf die Beine kommen. Die dringendste wirtschaftliche und soziale Herausforderung in der EU besteht darin, die Arbeitslosigkeit, insbesondere unter jungen Menschen, zu verringern. Wir müssen all unsere Energie darauf richten, nachhaltige, zukunftssichere Arbeitsplätze zu schaffen und die Menschen mit den Qualifikationen auszustatten, die sie benötigen, um den grünen und digitalen Wandel zu meistern. Die nationalen Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung sollten umgehend modernisiert werden, damit sie in der Lage sind, die Qualifikationen und Kompetenzen vorauszusehen und zu vermitteln, die der Arbeitsmarkt heute und in Zukunft braucht.

Der Vorsitzende der Gruppe Arbeitnehmer, Oliver Röpke, erklärte: Schon seit Jahren mahnen die Gewerkschaften und weitere Akteure der Zivilgesellschaft, dass das Problem der prekären Arbeit angepackt werden muss. Ohne den nötigen politischen Willen und ein neues Sozial- und Wirtschaftsmodell, das die Voraussetzungen für die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze bietet, kann jedoch auch die beste Arbeitsmarktpolitik nichts ausrichten. Nutzen wir die Dynamik, die mit der COVID-19-Pandemie entstanden ist, als Katalysator für die radikalen Veränderungen, die wir brauchen, um gerechtere und resilientere Gesellschaften mit einem nachhaltigen Wirtschaftsmodell aufzubauen, in deren Mittelpunkt das Wohlergehen der Menschen steht.

Der Vorsitzende der Gruppe Vielfalt Europa, Séamus Boland, unterstrich: Die Ziele des Aktionsplans können nur mit Initiativen umgesetzt werden, die von der Basis ausgehen. Dabei gilt es, nach Lösungen zu suchen und gesellschaftliche Herausforderungen anzupacken. Wichtig ist auch, dass die Säule den mittel- bis langfristigen Auswirkungen der COVID-19-Krise auf die europäischen Gesundheitssysteme ausreichend Rechnung trägt. Eines ist gewiss: Die Säule sozialer Rechte kommt zu einem für die EU genau richtigen Zeitpunkt. Die Bürgerinnen und Bürger wollen ein sozialeres Europa. Es ist an der Zeit, dass die EU-Spitzen diesem Wunsch durch gemeinsames Handeln nachkommen.