Kleinstunternehmen sowie kleine und mittlere Unternehmen (KKMU) benötigen eine wirksamere und besser strukturierte Unterstützung für den Übergang zu nachhaltigen Geschäftspraktiken

In einer Initiativstellungnahme beleuchtet der EWSA das Konzept der modernen unternehmerischen Verantwortung und die Rolle von KKMU bei der Förderung ihrer Grundsätze. Er betont, dass der Gesetzgeber günstige Rahmenbedingungen für KKMU schaffen muss, damit sie sich diese Grundsätze zu eigen machen können.

Der EWSA versteht unter modernem unternehmerischen Handeln einen proaktiven, freiwilligen Ansatz für wirtschaftliche, soziale und ökologische Nachhaltigkeit, der über gesetzliche Pflichten hinausgeht. In seiner Stellungnahme hebt der EWSA hervor, auf welche Schwierigkeiten KKMU bei der Anwendung nachhaltiger Geschäftspraktiken stoßen. Um hier Abhilfe zu schaffen, empfiehlt der EWSA die Gründung von KKMU-Allianzen zur Förderung der Fähigkeiten und Kompetenzen, die für diese Umstellung notwendig sind. Die Zusammenarbeit zwischen Arbeitgeberverbänden, Gewerkschaften, Berufskammern und -verbänden sowie der Zivilgesellschaft ist für die gemeinsame Bewältigung dieser Herausforderungen ausschlaggebend.

Der EWSA empfiehlt einen breiten, pragmatischen Ansatz, denn angesichts der Diversität der KKMU kann es keine Pauschallösung geben. Berichterstatter Ferre Wyckmans und Berichterstatterin Milena Angelova heben hervor, dass proaktiv gedacht werden muss, was Unterstützung von den Sozialpartnern und politischen Entscheidungsträgern erfordert.

Der EWSA spricht sich für einen KKMU-freundlichen Rechtsrahmen aus, der klar und einfach ist und mit dem gewährleistet wird, dass die Ressourcen für das verantwortungsvolle unternehmerische Handeln an der Basis der Wirtschaft eingesetzt werden. In der Stellungnahme wird empfohlen, praktische Hilfsmittel wie Checklisten, Schemata und Rechner sowie Analysen zu Alternativszenarien zu entwickeln, die KKMU nutzen können, um ihre Arbeitsweisen auf moderne und verantwortungsvolle Geschäftspraktiken auszurichten und über ihr Engagement und ihre Erfolge zu berichten.

Für Berichterstatter Rudolf Kolbe kommt es darauf an, verantwortliches Handeln in alle Geschäftsprozesse zu integrieren und das Konzept auf Selbständige auszuweiten. Ebenso wichtig sei die fortlaufende berufliche Weiterbildung.

Natürlich entwickelt sich das Konzept des verantwortungsvollen unternehmerischen Handelns im Laufe der Zeit weiter. Dabei muss, so der EWSA, ein proaktiver und zukunftsorientierter Umgang mit langfristigen digitalen, umweltbezogenen und demografischen Entwicklungen gewährleistet und gleichzeitig die Resilienz in Krisenzeiten gestärkt werden. (dm)