Der EWSA hat sich stets dafür eingesetzt, den Sport und seine positiven Werte in allen Teilen der Gesellschaft zu fördern.

Der EWSA hat sich stets dafür eingesetzt, den Sport und seine positiven Werte in allen Teilen der Gesellschaft zu fördern.

In seiner von Bernardo Hernández Bataller erarbeiteten Stellungnahme Sport und europäische Werte vertritt der EWSA die Auffassung, dass Sport zur Verwirklichung der strategischen Ziele der Union beiträgt, grundlegende pädagogische und kulturelle Werte zur Geltung bringt und die Integration fördert, da er unabhängig von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Religion, Alter, Staatsangehörigkeit, sozialen Verhältnissen und sexueller Orientierung alle Bürgerinnen und Bürger anspricht. Sport ist ein wichtiges Instrument zur Bekämpfung von Intoleranz, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.

2022 behandelte der EWSA das Thema Sport in seiner Stellungnahme zu EU-Maßnahmen für die Zeit nach COVID-19: Bessere Erholung durch Sport, die von Pietro Barbieri erarbeitet wurde. Nach der langen Pandemie mit ihren schwerwiegenden Auswirkungen auf den gesamten Bereich des Breitensports und insbesondere auf die Sportverbände hielt der EWSA ein strategisches Konzept für erforderlich, um die Rolle des Sports und der körperlichen Betätigung beim Aufbau einer widerstandsfähigeren und nachhaltigeren Gesellschaft erneut herauszustellen und zu stärken.

Außerdem hob der EWSA in mehreren Stellungnahmen sein starkes Engagement für den Radverkehr als gesunden und klimafreundlichen Verkehrsträger hervor, u. a. in den Stellungnahmen Förderung des grenzüberschreitenden Radverkehrs und Verkehr in städtischen und großstädtischen Ballungsgebieten.

Das Europäische Fahrrad-Lexikon des EWSA (jüngste Ausgabe 2023) ist ein praktisches Beispiel für seine Unterstützung für das Radfahren. Das Fahrrad-Lexikon enthält Vokabular rund um das Fahrrad in allen EU-Sprachen, was es zu einem nützlichen Hilfsmittel für alle macht, die in einem anderen Land in und außerhalb Europas mit dem Rad fahren möchten.

In den letzten Jahren hat der EWSA zudem auch Radveranstaltungen organisiert und unterstützt. Im Mai 2024 fuhr EWSA-Mitglied Bruno Choix mit dem Fahrrad durch Frankreich und Belgien, um für die Europawahl zu werben und die Menschen zu motivieren, zur Wahl zu gehen. 2019 nutzte der EWSA die Grand Départ de Bruxelles 2019 (1.-7. Juli 2019) der Tour de France, um Werbung für Radfahren als umweltfreundliche und immer beliebtere Verkehrsart zu machen. (mp)

Am 17./18. Oktober 2024 lädt der EWSA Kommunikationsexpertinnen und -experten aus Organisationen der Zivilgesellschaft zu seinem jährlich stattfindenden Seminar „Connecting EU“ nach Brüssel ein. Zentrales Thema wird dabei der Journalismus sein, dessen Unabhängigkeit und Relevanz es angesichts des zunehmenden politischen Drucks auf die Medien und der raschen Ausbreitung der generativen KI zu schützen gilt.

Am 17./18. Oktober 2024 lädt der EWSA Kommunikationsexpertinnen und -experten aus Organisationen der Zivilgesellschaft zu seinem jährlich stattfindenden Seminar „Connecting EU“ nach Brüssel ein. Zentrales Thema wird dabei der Journalismus sein, dessen Unabhängigkeit und Relevanz es angesichts des zunehmenden politischen Drucks auf die Medien und der raschen Ausbreitung der generativen KI zu schützen gilt. 

Das Seminar steht unter dem Motto „Überleben und Fortbestand des Journalismus als Bollwerk der Demokratie sichern“ und wird zwei Podiumsdiskussionen sowie eine Networking-Veranstaltung umfassen:

  • Verantwortungsvoller Journalismus in der postfaktischen Ära – Die Demokratie befindet sich weltweit im Niedergang, was Journalistinnen und Journalisten vor neue Herausforderungen stellt, u. a. einen immer abgefeimteren Einsatz von KI zur Verbreitung von Falschmeldungen. Hinzu kommen bereits bestehende und wohl auch bestehen bleibende Herausforderungen wie mangelnde Transparenz des Medieneigentums oder unzureichende Finanzierung. Was muss getan werden, damit der Journalismus eine Stütze der Demokratie bleibt? Ist verantwortungsvoller Journalismus heute überhaupt noch möglich? Muss sich der Journalismus in einer Welt, in der er mit Influencern oder sozialen Medien als Nachrichtenquellen konkurriert, neu erfinden, damit er ein öffentliches Gut bleibt? Können die jüngsten EU-Rechtsakte dazu beitragen, die KI zu einem Verbündeten der Pressefreiheit zu machen? 
  • Die lebensgefährliche Arbeit der investigativen Berichterstattung – Schon lange ziehen Investigativjournalisten Entscheidungsträger zur Rechenschaft und verschaffen denjenigen Gehör, die den Missbrauch von Macht und Privilegien enthüllen wollen. Welche Herausforderungen müssen Investigativjournalistinnen und Investigativjournalisten überwinden, um die Wahrheit ans Licht zu bringen? Mit welchen Mitteln können sie sich vor Bedrohungen schützen? Können die neuen EU-Rechtsvorschriften ihnen mehr Freiheit und Einfluss sichern? 
  • Die Arbeit von Presse- und Kommunikationsreferenten im Zeitalter von Instagram, TikTok und KI – wirkungsvoll kommunizieren (Networking-Veranstaltung und Workshops) – Die Veranstaltung soll durch Präsentationen und Mitmach-Workshops einen Einblick in die „schöne neue Welt“ der Kommunikation mit verschiedenen Zielgruppen, darunter auch mit jungen Menschen, geben. 

Das Seminar „Connecting EU“, bietet eine Plattform, auf der sich Presse- und Kommunikationsfachleute aus Organisationen der Zivilgesellschaft vernetzen und aktuelle EU-Themen von gemeinsamem Interesse erörtern können. Hier kommen EWSA-Mitglieder und andere EU-Vertreter, Partnerorganisationen aus den Mitgliedstaaten, Journalistinnen und Forscher zusammen, um über aktuelle Themen zu diskutieren. Das vollständige Programm und die Rednerliste wird in Kürze auf dem Internetportal des EWSA abrufbar sein. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: pressofficers@eesc.europa.eu. (ll)

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) unterstützt die Werte der Olympischen Spiele 2024 in Paris aus zivilgesellschaftlicher Sicht.

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) unterstützt die Werte der Olympischen Spiele 2024 in Paris aus zivilgesellschaftlicher Sicht.

Angesichts der derzeit so instabilen geopolitischen Lage verweist der EWSA auf die Idee des Olympischen Friedens, der die drei klassischen Olympischen Werte Höchstleistung, Freundschaft und Respekt symbolisiert. Die organisierte Zivilgesellschaft setzt sich für die Idee einer friedlicheren und besseren Welt ein, indem junge Menschen durch den Sport im Geiste der Freundschaft, Solidarität und Fairness ohne jegliche Diskriminierung erzogen werden.

EWSA-Präsident Oliver Röpke erklärte: „Die Spiele verkörpern den Geist der Einheit und des Friedens über Grenzen hinweg und bringen Menschen aus allen Gesellschaftsschichten zusammen. Wir setzen uns für diese Werte ein und hoffen, so eine weltweite Bewegung für Frieden und Solidarität in Gang zu setzen.“

Laurențiu Plosceanu, EWSA-Vizepräsident für Kommunikation, sagte: „Mit dieser Initiative möchten wir die zeitlos gültigen Werte des Sports unterstützen. Die Werte, für die wir stehen, haben die Kraft, die Welt zu verändern und Menschen und Länder zu vereinen.“

Krzysztof Pater, EWSA-Vizepräsident für Haushalt, erklärte: „Die Spiele in Paris zeigen, dass jeder das Recht hat, ohne jegliche Diskriminierung an dieser großartigen Sportveranstaltung teilzunehmen. Menschen mit Behinderungen geben den Zuschauerinnen und Zuschauern in der ganzen Welt ein beeindruckendes Beispiel und veranschaulichen die Werte Mut, Entschlossenheit und Gleichheit.“

Dimitris Dimitriadis, ehemaliger EWSA-Präsident und Vorsitzender der EWSA-Fachgruppe Außenbeziehungen, sagte: „Die Idee des Olympischen Friedens bzw. auf Altgriechisch Ekecheiria erscheint aktueller denn je. Wir müssen den Olympischen Frieden wiederaufleben lassen und in die Tat umsetzen, in der Hoffnung, dass sich die Menschheit inspirieren lässt und um den Frieden und den Dialog zu fördern.“

Giulia Barbucci, ehemalige EWSA-Vizepräsidentin für Haushalt und EWSA-Mitglied, erklärte: „Bei den Olympischen Spielen in Paris herrscht zum ersten Mal in der Geschichte Geschlechterparität unter den Athletinnen und Athleten. Allerdings ist Geschlechterparität nicht gleichbedeutend mit Gleichstellung. Es bleibt noch viel zu tun, bis Gleichstellung erreicht ist.“

Isabel Caño Aguilar, ehemalige EWSA-Vizepräsidentin für Kommunikation und EWSA-Mitglied, sagte: „Ich wünsche mir für die Olympischen Spiele in Paris, dass alle Arten von Behinderungen gerecht vertreten sind. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten das Recht haben, gegeneinander anzutreten, und entsprechend geschützt werden, insbesondere Menschen mit geistigen Behinderungen!“ (mt)

Auf seiner Plenartagung im Juli verabschiedete der EWSA u. a. die Stellungnahme Digitalisierung im Energiebereich: Chancen und Risiken für die europäischen Verbraucher.

Auf seiner Plenartagung im Juli verabschiedete der EWSA u. a. die Stellungnahme Digitalisierung im Energiebereich: Chancen und Risiken für die europäischen Verbraucher. 

In dieser von EWSA-Mitglied Kęstutis Kupšys erarbeiteten Stellungnahme wird betont, dass Energie erschwinglich, regulierbar und nutzerfreundlich bleiben sollte. Die Digitalisierung im Energiebereich bedeutet nicht „nur digital“. 

Die Verbraucher müssen weiterhin im Mittelpunkt stehen, und die klassischen Geschäftsmodelle müssen erhalten bleiben. Die EU muss Fortschritte bei der Entwicklung benutzerfreundlicher digitaler Instrumente machen, die unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht werden und einen gleichberechtigten Zugang zu digitalen Energiedienstleistungen fördern. 

Die Verbraucherinnen und Verbraucher sollten Preise, Verträge und Kundendienstleistungen nicht nur digital, sondern auch weiterhin analog wählen können. Ein digitalisierter Energiesektor bietet Chancen, ist aber auch mit Herausforderungen verbunden. Wir müssen zusammenarbeiten, um für eine inklusive, sichere und wirklich allen europäischen Verbrauchern zugutekommende digitale Energiewende zu sorgen, und Stärken in Chancen zu verwandeln“, so Kęstutis Kupšys

Die jüngsten IT-Ausfälle haben weltweit zu Chaos im Verkehr und bei Unternehmen geführt und zeigen, wie wichtig es ist, dass wir uns nicht übermäßig von Technologie abhängig machen. 

Trotz aller Vorteile des digitalen Wandels im Energiesektor dürfen wir die damit auch verbundenen Risiken und Herausforderungen nicht außer Acht lassen. Der Verbraucherschutz und die Unterstützung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen daher weiterhin oberste Priorität haben. 

Dynamische und auf die neuen Gegebenheiten und Akteure des Sektors zugeschnittene Verbraucherschutzvorschriften sind ebenso erforderlich wie Schulungen, Umschulungsprogramme und finanzielle Hilfe für die Beschäftigten. (mp)

Auf der Juli-Plenartagung des EWSA fand eine Debatte mit dem ungarischen Minister für EU-Angelegenheiten János Bóka statt, der die wichtigsten Prioritäten des ungarischen EU-Ratsvorsitzes erläuterte.

Auf der Juli-Plenartagung des EWSA fand eine Debatte mit dem ungarischen Minister für EU-Angelegenheiten János Bóka statt, der die wichtigsten Prioritäten des ungarischen EU-Ratsvorsitzes erläuterte. 

Ungarn übernimmt den turnusmäßig wechselnden Vorsitz in einer für Europa schwierigen Zeit, einer Zeit politischer Veränderungen innerhalb der EU-Organe und außergewöhnlicher Herausforderungen für die Union. „Der ungarische Ratsvorsitz 2024 fällt in eine Zeit zahlreicher Krisen“, erklärte Herr Bóka. „In unserer Nachbarschaft herrscht Krieg, die Wettbewerbsfähigkeit der EU sinkt und die Spannungen in ihren Handelsbeziehungen nehmen zu, wir stehen vor demografischen Herausforderungen, unkontrollierter Migration und schwindenden Perspektiven für die europäischen Landwirte.“ 

EWSA-Präsident Oliver Röpke wies auf die langjährige, gute Zusammenarbeit des Ausschusses mit den jeweiligen Ratsvorsitzen und seine Rolle als Hüter der europäischen Werte hin: „Unser Ausschuss ist entschlossen, eng mit dem ungarischen Ratsvorsitz zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass die EU Maßnahmen zu den in den Augen der Bevölkerung dringlichsten Prioritäten ergreift. Wir werden wertvolle Partner, aber auch entschiedene und konstruktive Kritiker sein. Die Zivilgesellschaft hat eine starke Stimme, und wir werden ihr Gehör verschaffen.“ 

Einige EWSA-Mitglieder zeigten sich besorgt über die Haltung Ungarns zum Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine, die Achtung der Rechtsstaatlichkeit in der EU und den schrumpfenden Handlungsspielraum der Zivilgesellschaft in Ungarn. Herr Bóka betonte, dass sich der ungarische Ratsvorsitz seiner Verantwortung voll und ganz bewusst sei und sich sowohl dem gemeinsamen Standpunkt der EU zur Ukraine als auch der Rechtsstaatlichkeit und den europäischen Werten verpflichtet fühle. Der ungarische Ratsvorsitz hat sich bereits an den EWSA gewandt und ihn um zehn Sondierungsstellungnahmen ersucht. Weitere Informationen über die Tätigkeiten des EWSA während des ungarischen Ratsvorsitzes finden Sie auf dem EWSA-Internetportal. (mp)

Die Finalisten für die EU-Bio-Auszeichnungen 2024 stehen fest: 24 Projekte aus 12 EU-Mitgliedstaaten in acht Kategorien. Die Preisträger werden am 23. September in Brüssel im Rahmen des jährlich stattfindenden EU-Bio-Tags bekannt gegeben.

Die Finalisten für die EU-Bio-Auszeichnungen 2024 stehen fest: 24 Projekte aus 12 EU-Mitgliedstaaten in acht Kategorien. Die Preisträger werden am 23. September in Brüssel im Rahmen des jährlich stattfindenden EU-Bio-Tags bekannt gegeben. 

Mit den Auszeichnungen, die 2024 zum dritten Mal vergeben werden, werden innovative und nachhaltige Projekte ausgezeichnet, die einen erheblichen Mehrwert für die Produktion und den Konsum von Bio-Erzeugnissen schaffen. Sie bieten den Preisträgern eine Plattform, auf der sie ihre beispielhaften Verfahren einem breiteren Publikum vorstellen können. 

Die EU-Bio-Auszeichnungen werden gemeinsam von der Europäischen Kommission, dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss, dem Europäischen Ausschuss der Regionen, COPA-COGECA und IFOAM Organics Europe, dem Europäischen Parlament und dem Rat der EU verliehen. Das Auswahlgremium setzt sich aus sieben Mitgliedern zusammen, die von diesen Institutionen benannt werden. 

Die Finalisten: 

  • Beste Bio-Landwirtin: Blagovesta Vasilieva (Bulgarien), Caroline Devillers (Belgien), Reinhild Frech-Emmelmann (Österreich) 
  • Bester Bio-Landwirt: Gianpaolo Mancini (Italien), Tommi Hasu (Finnland), Benny Schöpf (Deutschland) 
  • Beste Bio-Anbauregion: Comunidade Intermunicipal do Alto Tâmega e Barroso (Portugal), Kastilien-La Mancha (Spanien), Südsavo (Finnland) 
  • Beste Bio-Stadt: BioStadt Bremen (Deutschland), Cascais (Portugal), Las Rozas (Spanien) 
  • Beste Bio-Region: Distretto del Cibo Monregalese (Italien), Bioregião de S. Pedro do Sul (Portugal), Ekodistrikt Sörmland (Schweden) 
  • Bestes Lebensmittel verarbeitendes Bio-KMU: Biologon GmbH (Österreich), Gino Girolomoni Cooperativa Agricola (Italien), Organic veggie food GmbH (Deutschland) 
  • Bester Bio-Lebensmitteleinzelhändler: BIOGAST GmbH (Österreich), Coolanowle Organic Meats (Irland), SAiFRESC (Spanien) 
  • Bestes Bio-Restaurant/Bester Bio-Gastronomiedienstleister: B2 Bio pur GmbH (Deutschland), Biohotel St. Daniel (Slowenien), Kalf & Hansen (Schweden) 

In der EU werden derzeit 17 Millionen Hektar (10,5 % ihrer landwirtschaftlichen Fläche im Jahr 2022) ökologisch bewirtschaftet, bis 2030 soll das Ziel des europäischen Grünen Deals von 25 % erreicht werden. Eine entscheidende Rolle spielen die stärkere Sensibilisierung der Öffentlichkeit und die Stärkung der Verbrauchernachfrage. Mit den EU-Bio-Auszeichnungen, die 2022 im Rahmen des Aktionsplans zur Förderung der ökologischen/biologischen Produktion ins Leben gerufen wurden, werden herausragende Leistungen in der gesamten Bio-Wertschöpfungskette von der Landwirtschaft bis zu Gastronomiedienstleistungen gewürdigt und ökologische/biologische Verfahren besser sichtbar und bekannt gemacht. (ks)

Der EWSA fordert die Kommission auf, die Lage pflegender Angehöriger als politische Priorität zu thematisieren und eine Plattform für den Austausch bewährter Verfahren zwischen den Mitgliedstaaten einzurichten.

Der EWSA fordert die Kommission auf, die Lage pflegender Angehöriger als politische Priorität zu thematisieren und eine Plattform für den Austausch bewährter Verfahren zwischen den Mitgliedstaaten einzurichten.

In einer im Juli verabschiedeten Stellungnahme forderte der EWSA, dass zum Schutz pflegender Angehöriger sowie zur Anerkennung ihres wichtigen gesellschaftlichen Beitrags sowohl auf EU-Ebene als auch auf nationaler Ebene zusätzliche Maßnahmen getroffen werden.

Zu diesen Maßnahmen sollte unter anderem gehören, dass die Europäische Kommission eine Plattform für den Austausch bewährter Verfahren zwischen den Mitgliedstaaten einrichtet, zur Entlastung pflegender Angehöriger hochwertige, barrierefreie gemeindenahe Dienstleistungen angeboten werden sowie Auffangdienste vorgesehen werden. Außerdem müssen pflegende Angehörige auf flexible Arbeitsbedingungen zählen können, damit sie ihren Arbeitsplatz nicht aufgeben müssen, um sich um Familienangehörige zu kümmern.

Berichterstatter Pietro Barbieri brachte es folgendermaßen auf den Punkt: „Der EWSA ist bereit, sich für die weitgehend unbeachtete Gruppe der pflegenden Angehörigen einzusetzen und ihnen eine Stimme zu geben. Diese Menschen sind oft gezwungen, ihren Arbeitsplatz aufzugeben, und verlieren so neben ihrem Einkommen auch viele ihrer Rechtsansprüche. Pflegende Angehörige leisten weitgehend unbeachtet ihre Arbeit. Es ist an der Zeit, ihre Leistungen für alle sichtbar zu machen.“

Der EWSA ersucht die Mitgliedstaaten, mit geeigneten Maßnahmen sicherzustellen, dass die Übernahme von Pflege- und Betreuungsaufgaben für die pflegenden Angehörigen eine freiwillige Entscheidung bleibt, geschlechtsspezifische Ungleichheiten abgebaut werden und die Betreffenden dank flexiblerer Arbeitsbedingungen weiter ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen und Geld verdienen bzw. problemlos auf den Arbeitsmarkt zurückkehren können, wenn sie ihre Arbeit aufgeben mussten. Auch für eine angemessene Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben muss gesorgt werden.

Männer und Frauen sind nicht in gleicher Weise an Pflege und Betreuung beteiligt. Beim Großteil – etwa 70 % – der Angehörigen, die Kinder, Ehepartner oder Geschwister betreuen, handelt es sich um Frauen. Sie sind nicht nur einem erhöhten Risiko in Bezug auf Burnout sowie körperliche und psychische Erkrankungen ausgesetzt, sondern auch stark von Armut bedroht. „Wir haben eines der besten Sozialsysteme der Welt. Doch dieses System verlässt sich allzu oft auf die körperliche Belastbarkeit, die Tatkraft und die Willensstärke der Frauen“, so der Berichterstatter.

Um erkennen zu können, ob die einschlägigen Vorschriften und Bestimmungen greifen, müssen genügend hochwertige Daten dazu vorliegen, wie die Lebensbedingungen pflegender Angehöriger tatsächlich aussehen. Aus Sicht des EWSA bedarf es hier, insbesondere in Zusammenarbeit mit Eurofound und unter Einbeziehung der einschlägigen Interessenträger, weiterer Forschungsstrategien.

Nahezu die Hälfte der über drei Millionen Praktikantinnen und Praktikanten in der EU erhält keinerlei Vergütung, und fast ein Drittel hat keinen Zugang zum Sozialschutz.

Nahezu die Hälfte der über drei Millionen Praktikantinnen und Praktikanten in der EU erhält keinerlei Vergütung, und fast ein Drittel hat keinen Zugang zum Sozialschutz

Der EWSA führte im Juli eine hochrangige Debatte über die Frage, wie die EU-Rechtsvorschriften über Praktika verbessert werden können. Zivilgesellschaftliche und Jugendorganisationen hatten nämlich ein Ende der weit verbreiteten Praxis gefordert, dass Praktikanten weder für ihre Arbeit bezahlt werden noch Zugang zu sozialem Schutz bzw. zu sonstigen Arbeits- und Sozialrechten haben.

In der Debatte der Plenartagung, an der auch der EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte, Nicolas Schmit, teilnahm, begrüßte der EWSA die jüngsten Vorschläge der Kommission zur Verbesserung der Praktika in Europa, nämlich die Praktikumsrichtlinie und den verstärkten Qualitätsrahmen für Praktika.

Gleichwohl forderte der EWSA die beiden gesetzgebenden Organe zur Nachbesserung der Vorschläge auf, damit Praktika weder zur Beschäftigung billiger Arbeitskräfte noch anstelle von Arbeitsplätzen für Berufseinsteiger missbraucht werden. Der EWSA betonte, dass Praktikanten angemessen vergütet und ihre durch das Praktikum entstehenden Lebenshaltungskosten gedeckt werden müssen.

EWSA-Präsident Oliver Röpke erklärte: „Praktika haben einen großen Anteil daran, dass junge Menschen unmittelbar Arbeitserfahrung sammeln können. Wir müssen dafür sorgen, dass keinem jungen Menschen diese Chancen aufgrund finanzieller Zwänge verwehrt sind. Deshalb müssen Praktika angemessen vergütet werden. Wir müssen gegen die Ausbeutung von Praktikantinnen und Praktikanten in Europa vorgehen, und ich danke der Kommission für ihre Vorschläge zur Verwirklichung dieses Ziels.“

EU-Kommissar Schmit erklärte: „Praktika können für junge Menschen eine hervorragende Möglichkeit sein, eine erste Arbeitserfahrung zu sammeln, neue Kompetenzen zu erwerben und sich zu vernetzen. Dabei muss es sich jedoch um hochwertige Praktika handeln. Hieraus folgt die Forderung, dass sie ein klares Lernziel aufweisen, vergütet werden und die Praktikanten Mentoring und Beratung für einen leichteren Übergang in die Arbeitswelt erhalten.“

In seiner Stellungnahme Praktikumsrichtlinie und verstärkter Qualitätsrahmen für Praktika betont der EWSA die Schlüsselrolle der zuständigen Behörden bei der Bekämpfung regulärer, als Praktika getarnter Beschäftigungsverhältnisse. Die Sozialpartner können – im Einklang mit den bestehenden Gepflogenheiten der Mitgliedstaaten – maßgeblich zu diesen Bemühungen beitragen.

„Die Verbesserung des Qualitätsrahmens für Praktika in ganz Europa ist überaus wichtig, insbesondere was die Stärkung der Lern- und Ausbildungsinhalte und die Bekämpfung des Missbrauchs von Praktika angeht. Wir fordern die Kommission daher zur Verbesserung ihrer Vorschläge auf, damit diese Ziele erreicht werden“, erklärte Berichterstatterin Nicoletta Merlo. (ll)

 

Der EWSA spricht sich dafür aus, bereits zum jetzigen Zeitpunkt an die Auswirkungen der EU-Erweiterung auf die Landwirtschaft zu denken. Die Erweiterung findet vor dem Hintergrund erheblicher globaler Herausforderungen statt, zu denen geopolitische Veränderungen, Klimawandel und neue Ansätze in der Energie- und Umweltpolitik gehören. Der EWSA betont, wie wichtig die gründliche Vorbereitung und die Einhaltung der Grundwerte der EU beim Beitritt neuer Mitgliedstaaten sind.

Der EWSA spricht sich dafür aus, bereits zum jetzigen Zeitpunkt an die Auswirkungen der EU-Erweiterung auf die Landwirtschaft zu denken. Die Erweiterung findet vor dem Hintergrund erheblicher globaler Herausforderungen statt, zu denen geopolitische Veränderungen, Klimawandel und neue Ansätze in der Energie- und Umweltpolitik gehören. Der EWSA betont, wie wichtig die gründliche Vorbereitung und die Einhaltung der Grundwerte der EU beim Beitritt neuer Mitgliedstaaten sind. 

Auf seiner Juli-Plenartagung verabschiedete der EWSA eine Stellungnahme, in der er auf die Komplexität des Erweiterungsprozesses aufmerksam macht und Vorbereitung, Nachhaltigkeit sowie eine ausgewogene Unterstützung sowohl für die Landwirtschaft in den Mitgliedsländern als auch in den Kandidatenländern anmahnt. Die Erweiterung soll helfen, die strategische Autonomie der EU zu stärken und die Umweltauswirkungen der Landwirtschaft zu verringern. In der Vergangenheit führten Erweiterungen zuweilen zu uneinheitlichen Ergebnissen. Häufig profitierten Großbetriebe stärker als kleinere Höfe. 

Der Berichterstatter für die Stellungnahme, Stoyan Tchoukanov, weist darauf hin, dass die Erweiterungen in der Vergangenheit zwar im Allgemeinen erfolgreich waren, aber die ländlichen Gebiete und die Kleinbauern mitunter das Nachsehen hatten. Er plädiert für eine umsichtige Lenkung des landwirtschaftlichen Systems, um Verwerfungen zu vermeiden. 

Um der Gefahr der Desinformation entgegenzutreten und eine reibungslose Integration zu gewährleisten, spricht sich der EWSA für eine umfassende Datenerhebung und eine Überwachung der Agrarreformen aus. Die Kandidatenländer müssen die Entwicklungen in der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nachvollziehen, in der nunmehr Ökosystemleistungen stärker als traditionelle Unterstützungsleistungen gewichtet werden. Durch die Erweiterung gewinnt die EU bedeutende Agrarflächen hinzu. Alleine der Beitritt der Ukraine wird dazu führen, dass sich die landwirtschaftlich genutzte Fläche um ein Viertel vergrößern wird. 

Der EWSA empfiehlt eine schrittweise Integration, flankiert durch entsprechende Haushaltsmittel zur Unterstützung der am stärksten betroffenen landwirtschaftlichen Teilbereiche und insbesondere der KMU. Bei künftigen Reformen der GAP sollte der Schwerpunkt auf der Nachhaltigkeit liegen, indem Flächenzahlungen von Anreizen nach Maßgabe der erzielten ökologischen und gesellschaftlichen Vorteile abgelöst werden. 

Der EWSA fordert einen behutsamen und gut unterstützten Erweiterungsprozess, von dem alle Mitgliedstaaten profitieren können. Angesichts der zunehmenden geopolitischen Spannungen muss dafür gesorgt werden, dass die Landwirtschaft in der EU nachhaltig und gerecht bleibt.

Der EWSA kritisiert den Plan der Europäischen Kommission für fortgeschrittene Werkstoffe, da es an Finanzmitteln, quantifizierbaren Zielen und Nachhaltigkeitsindikatoren mangelt. In seiner Stellungnahme zu der entsprechenden Mitteilung der Kommission spricht er sich für eine umfassende Strategie aus, um die EU in diesem wichtigen Sektor international an die Spitze zu bringen.

Der EWSA kritisiert den Plan der Europäischen Kommission für fortgeschrittene Werkstoffe, da es an Finanzmitteln, quantifizierbaren Zielen und Nachhaltigkeitsindikatoren mangelt. In seiner Stellungnahme zu der entsprechenden Mitteilung der Kommission spricht er sich für eine umfassende Strategie aus, um die EU in diesem wichtigen Sektor international an die Spitze zu bringen. 

„Fortgeschrittene Werkstoffe sind für die Industrie, das Wirtschaftswachstum und die Nachhaltigkeit in der EU von großer Bedeutung. Wir brauchen Nachhaltigkeitsindikatoren in allen Produktionsprozessen und müssen dafür sorgen, dass die erforderlichen Kompetenzen und qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung stehen“, so Anastasis Yiapanis, Berichterstatter für die Stellungnahme. 

Nach Ansicht des Ausschusses fehlt es dem Plan der Kommission an Ehrgeiz und spezifischen Zielen, die erforderlich sind, um die industrielle Führungsrolle der EU zu sichern. Ko-Berichterstatter Gerardo Luis Arroyo Herranz hob hervor, dass der Plan weder quantifizierbare Ziele noch Fristen oder zentrale Leistungsindikatoren enthält. Der EWSA fordert einen ganzheitlichen, strategischen Ansatz, um die Fähigkeiten der EU im Bereich der fortgeschrittenen Werkstoffe zu verbessern, und schlägt vor, die Gesundheitsversorgung aufgrund ihrer erheblichen wirtschaftlichen Bedeutung als weiteren strategischen Bereich aufzunehmen. 

Eine der zentralen Empfehlungen lautet, zu einer Kreislaufwirtschaft überzugehen, um die Abhängigkeit von Rohstoffen zu verringern. Dies erfordert eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Industrie, Wissenschaft und politischen Entscheidungsträgern, erhebliche Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie den Aufbau von Kompetenzen. „Ohne ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte kann jede Maßnahme scheitern. Die EU muss Weiterbildungs- und Umschulungsprogramme sowie Initiativen zur beruflichen Bildung durchführen“, erklärte Arroyo Herranz

Der EWSA hält die im Rahmen von Horizont Europa für fortgeschrittene Werkstoffe vorgeschlagenen 250 Mio. EUR für unzureichend. Zur Förderung von Investitionen und Innovation fordert er umfangreichere Finanzmittel, steuerliche Anreize und weniger Bürokratie. Ein wichtiges Anliegen ist auch die Sicherung einer stabilen Versorgung mit kritischen Rohstoffen. 

Der EWSA spricht sich für eine Stärkung der inländischen Kapazitäten der EU und eine Diversifizierung der Quellen aus, unter anderem durch Partnerschaften mit Südkorea und den Vereinigten Staaten sowie langfristige Verträge mit kleineren Ländern, um mögliche Versorgungsunterbrechungen aufzufangen. (gb)