European Economic
and Social Committee
Für künftige Generationen engagierter Bürgerinnen und Bürger
Die Polnische Pfadfindervereinigung ZHP, die größte nationale Organisation für informelle Jugendbildung, leistet bereits seit Kriegsausbruch bedarfsgerechte Hilfe für ukrainische Flüchtlinge. Die ZHP ist stolz darauf, dass sich ihre Mitglieder sofort und ohne Zögern bereit erklärt haben, die Ukraine zu unterstützen. Auch dafür verdient die Organisation Anerkennung. Sie vermittelt jungen Menschen Ideale und ermutigt sie, die Welt zu einem besseren Ort zu machen – etwas, um das auch wir uns jeden Tag bemühen sollten. Wir sprachen mit der Sprecherin der Polnischen Pfadfinderbewegung, Olga Junkuszew.
EWSA info: Was war der Anstoß für das Projekt?
Es war gar keine Frage, ob wir in dieser Krise helfen sollten: Andere zu unterstützen ist ja das Herzstück der Bildungsarbeit der ZHP. Die Reaktion der ZHP-Mitglieder hat gezeigt, dass unsere kontinuierliche Bildungsarbeit und die Ideale, die wir jungen Menschen vermitteln, ihr Leben tatsächlich prägen. Denn wir bestärken und ermutigen sie dazu, die Welt zu einem besseren Ort zu machen. Wir sind stolz, dass sich unsere Mitglieder sofort und ohne Zögern bereit erklärt haben, die Ukraine zu unterstützen.
Wie wurde Ihr Projekt aufgenommen? Haben Sie Rückmeldungen von den Menschen erhalten, denen Sie geholfen haben? (Können Sie uns gegebenenfalls ein Beispiel nennen?)
Unser Projekt wurde sehr positiv aufgenommen. Wir gehen davon aus, dass jede dritte aus der Ukraine geflüchtete Person in von Pfadfindern betriebenen Zentren Hilfe erhalten hat und dass fast 6 000 Kinder an Sommercamps teilnehmen konnten. Dabei konnten die Kindern körperlich, geistig und emotional zur Ruhe kommen, was sie dringend nötig hatten. Wir haben unsere Maßnahmenstets an die sich wandelnden Bedürfnisse angepasst. Dass wir simmer in der Lage waren, die vielen Herausforderungen zu meistern, wurde ebenfalls begrüßt Wir haben auch ein gutes Feedback von den ukrainischen Pfadfinderorganisationen erhalten, mit denen wir in Kontakt stehen.
Wie werden Sie das Geld verwenden, um weiterhin der Gemeinschaft zu helfen? Planen Sie bereits neue Projekte?
Das Preisgeld wird in die Weiterentwicklung des Bildungsprogramms fließen. Damit können wir etwas für künftige Generationen engagierter Bürgerinnen und Bürger tun, die aus eigener Initiative helfen, wo sie gebraucht werden. Das ist erforderlich, um die Herausforderungen der modernen Welt zu bewältigen. Dank dieser Finanzspritze werden sich die ZHP-Mitglieder auch weiterhin unter Freunden entfalten können und gleichzeitig lebenslange Kompetenzen erwerben und ihren Charakter im Sinne der Pfadfinderwerte prägen.
Welchen Rat haben Sie für andere Organisationen, damit deren Arbeit und Programme ähnlich erfolgreich werden?
Um Ergebnisse zu erzielen, muss eine erfolgreiche Organisation unserer Meinung nach immer nach ihren Werten und ihrem Auftrag arbeiten und handeln. Dann muss sie sich keine Gedanken um die Ergebnisse oder das Engagement ihrer Mitglieder machen.
Glauben Sie, dass eine Solidaritätsmüdigkeit mit ukrainischen Flüchtlingen aufkommen kann, wenn der Krieg in der Ukraine andauert? Was können und sollten zivilgesellschaftliche Organisationen dagegen tun? Könnte die EU hier eine positive Rolle spielen?
Natürlich! Als Mitglieder der Polnischen Pfadfindervereinigung glauben wir, das sich jeder von uns täglich darum bemühen sollte, die Welt besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben. Das bedeutet, dass die Menschen ermutigt werden sollten, jeden Tag mit einer kleinen Tat die Welt um uns herum Stück für Stück zu verändern. Die Unterstützung der Ukraine ist ein Marathon und kein Sprint. Das sollten wir uns stets vor Augen halten und in unserem Alltag konkrete Hilfe leisten.